Ein armes Licht namens Katrin

Kerze: Foto: Stefan Groß

Die Ignoranz und Arroganz unserer politisch-medialen Elite ist kaum noch zu toppen. Als wüsste man das nicht schon längst, bemühen sich staatskonforme Medien immer wieder, uns das täglich neu zu erhellen.

Ein Stück Qualitätsjournalismus vom Feinsten lieferte der „Stern“ diese Woche, indem er zum x-ten mal Katrin Göring Eckardt zu Wort kommen ließ.

KGE, wie sie in der grünen Blase genannt wird, ist die Frau, die uns mit solch klugen Bemerkungen auffiel, dass uns „Menschen geschenkt“ würden und wir auch Zuwanderer brauchten, die sich „in unserem Sozialsystem wohl und sicher fühlen“. Sie hat sich mit ihren neuesten Lichtblitzen selbst übertroffen.

„Toleranz zeigt sich, wenn es anstrengend wird. Und zwar auch für uns, nicht nur für die anderen. Und die Armleuchter gehören eben dazu.“

Es ist tatsächlich anstrengend, Armleuchterinnen wie KGE immer wieder vorgeführt zu bekommen. Wollen uns die Sterne der Journaille damit zeigen, wie tief das Niveau unserer Volksvertreter gesunken ist? Danke, das wussten wir schon.

„Wir leben alle in unseren Blasen, wir haben alle unsere Communitys, wo wir nur Leute treffen, die so ähnlich denken wie wir. Das ist ein Problem“, teilt uns KGE mit. Das ist wenigstens mal ehrlich, wenn sie mit „wir“ unsere Volksvertreter meint, die tatsächlich vergessen haben, wozu sei eigentlich da sind. Wer in einer „Community“ lebt, die nur mit sich selbst kommuniziert, kann die Interessen seiner Wähler natürlich nicht vertreten, weil er keine Ahnung davon hat.

Um zu erfahren, was andere Menschen wirklich bewegt, solle man auf Dorffesten und Familienfeiern mit jenen sprechen, „die man sonst nicht sieht“, fordert Göring-Eckardt.

Was für eine Erkenntnis: Als Volksvertreterin mit dem Volk sprechen- dass Frau KGE nach über 25 Jahren auf diesen Gedanken kommt, spricht für ihre außerordentliche Helligkeit. Es kommt noch besser: „Ich sage nicht: Die Leute bilden sich ihre Ängste nur ein. Es gibt Menschen, die fühlen sich nicht nur abgehängt, die sind es auch.“

Tatsächlich, die KGEs in der politisch-medialen Blase in unserm Land haben sich abgehängt von der Realität, von den Problemen und den Menschen in unserem Land.

In der Blase, wo inzwischen jeder mit jedem kann, wird es immer irgendwie zum Weiterwursteln reichen, notfalls beim nächsten mal mit einer Vierparteienkoalition. Innerhalb dieser Blase ist KGE der nächste hochdotierte Posten sicher. Sie wolle nur noch nicht sagen, ob sie „lieber Vizekanzlerin einer schwarz-grünen oder einer rot-rot-grünen Koalition wäre“. Dass eine Frau wie KGE, die nichts vorzuweisen hat, außer fähige Politiker wie Werner Schulz aus dem Weg geräumt zu haben, tatsächlich eine realistische Chance hat, Vizekanzlerin zu werden, zeigt, in welch jämmerlichen Zustand sich die Personalsecke der Blase befindet.

Man kann nur hoffen, dass den Wählern ein Licht aufgeht und sie die Blase bei der nächsten Wahl zum Platzen bringen.

Der Text erschien auf Vera Lengsfeld.de

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