Friedrich, allein zu Hause

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Es waren die traditionellen Medien, die am vergangenen Sonntagabend die in Podcasts und sozialen Netzwerken dominierenden Erregungen der letzten Woche über den Zustand der Bundesregierung noch einmal verdichteten.

Bei Caren Miosga zeigte sich Friedrich Merz als Politiker, der mit strategischem Blick durch klassische Reformpolitik Deutschland im gegenwärtigen Weltenbruch politisch und wirtschaftlich stabilisieren will und sich davon auch nicht abbringen lassen will (https://www.ardmediathek.de/…/Y3JpZDovL25kci5kZS8zZGFlM…). Das ist nicht wenig. Doch damit steht er ziemlich allein, in der Koalition und auch in den eigenen Reihen.

Zuvor hatte SPD-Fraktionschef Matthias Miersch in „Berlin direkt“ eher stolpernd zu erklären versucht, warum er seinem Bundeskanzler Merz dann doch nicht die Fähigkeit für dieses Amt absprechen wolle ((https://www.zdf.de/…/berlin-direkt-vom-3-mai-2026-100). Den Vorwurf der SPD Vorsitzenden Bärbel Bas, die Reformpläne der Union seien „zynisch“ und „menschenverachtend“, entschuldigte Merz großzügig mit den 1.-Mai-Gewohnheiten.

DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi hatte ihren Parteifreunden „vollen Widerstand“ gegen die Reformpolitik der Bundesregierung angekündigt. Unter dieser entschlossenen Arbeiterführerin, die nie in einem produzierenden Gewerbe gearbeitet hat, sondern ihren Weg durch die politischen Apparate der Republik fand, hat der DGB noch weiter an Einfluss verloren, völlig ignorieren können ihn die Sozialdemokraten allerdings nicht.

Doch politischer Unverstand ist auf beiden Seiten der Sozialpartner zu finden. Joe Kaeser, Aufsichtsratsvorsitzender von Siemens Energy und Daimler Truck, empfiehlt dem Kanzler in einem grossen Tagesspiegel-Interview eine Minderheitsregierung (https://epaper.tagesspiegel.de/index.html…). Das weist dieser unmissverständlich und überzeugend bei Miosga zurück.

Allerdings wird Kaeser in der CDU Anklang finden. Denn ähnlich argumentiert Merzens Freund Christian von Stetten, der das Ende der Koalition mit den „völlig unterschiedlichen Konzepten zwischen CDU und SPD“ begründete. Dass von Stetten die Partei, mit der seine am längsten in der Geschichte der Bundesrepublik Koalitionen gebildet hat, mit einem Unvereinbarkeitsverdikt versieht, zeugt von einem gewissen politischen Unverstand. Beunruhigen muss Merz allerdings die Zustimmung, die der Mittelstands-Lobbyist in den Reihen der Union dafür findet.

Der Ernst der Lage mag daran zu erkennen sein, dass der bartlose CSU-Chef Markus Söder bei „Berlin direkt“ ganz gegen seine Art darauf verzichtete, Öl ins Feuer zu schütten, sondern staatstragend die Zukunft der Koalition zu beschreiben suchte. Söder als letzte Knappe an der Seite des Kanzlers?

Kevin siegte schließlich allein zu Hause am Schluss über das Böse.  Kann Friedrich das auch gelingen?

Quelle: Facebook