GALERIE THOMAS || Highlights Klassische Moderne

Marc Chagall Le peintre à la Tour Eiffel, 1965 Öl auf Hartfaserplatte Quelle: Galerie Thomas

Nicht ein „Amerikaner in Paris“, sondern ein Russe, ein Deutscher und ein Franzose: Marc Chagall, Max Ernst und Fernand Léger verbrachten alle wichtigen Phasen ihrer künstlerischen Laufbahn in der Hauptstadt der Liebe, denn nicht nur für sie, sondern für so viele Künstler war Paris der magische Mittelpunkt ihres künstlerischen Daseins. Sie waren eingebunden in die künstlerische und literarische Gemeinschaft der Stadt, sei es wie Léger und Chagall im berühmten Atelierhaus „La Ruche“, oder wie Max Ernst in den Dichterkreisen um Guillaume Apollinaire und Blaise Cendrars. Paul Éluard widmeten allen dreien dichterische Porträts, und zumindest Chagall und Ernst wurden von Peggy Guggenheim gefördert.

Drei Schwergewichte der Klassischen Moderne, die unterschiedlicher nicht sein könnten, möchten wir Ihnen heute exemplarisch mit drei herausragenden Werken vorstellen.

Marc Chagalls künstlerisches Werk ist geprägt durch eine hohe Symbolkraft, die oft in einem autobiographischen Zusammenhang steht. In unserem Bild schwebt das Selbstporträt des Künstlers über der geliebten Stadt Paris, emblematisch evoziert durch den Eiffelturm, und verbindet sich durch die blaue Ziege im Vordergrund mit der bukolischen Erinnerung an seine ländliche Heimat.

Fernand Légers spätes Stilleben „La bouteille bleue“ von 1950, dessen besondere  Farbprägnanz den Betrachter fast magnetisch anzieht, hebt alle gültigen Gesetze von Raum und Perspektive auf und verleiht den Gegenständen ein Eigenleben.  Die rätselhaften Formen, die Léger hier kombiniert, kann sich der Betrachter nur assoziativ erschließen. Léger verarbeitet in diesem späten Werk zudem Einflüsse aus früheren, kubistischen Arbeiten, und spielt mit der geheimnisvollen Aura des Surrealismus.

1943 verbrachten Max Ernst und seine Geliebte Dorothea Tanning den Sommer mitten in den Wüstenbergen von Arizona. 1946 ließen sich die beiden in der Nähe von Sedona nieder. Max Ernst war völlig fasziniert von der Landschaft, die ihm so vorkam, als wären seine eigenen surrealistischen Gemälde zum Leben erweckt worden. Er malte die „Paysage de Corbières“, eine Reminiszenz an die südfranzösische Landschaft, im Jahr 1949 als eine seltsame, traumhafte Vereinigung von vegetabilen und landschaftlichen Formen.
Mit den besten Grüßen
Ihre Silke Thomas und Raimund Thomas

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