Guardinis Blick auf die Literatur – Kooperation zwischen der Berliner Guardini Stiftung und der Katholischen Akademie in Bayern

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Thema des Guardini-Tages 2022, der die Kooperation zwischen der Berliner Guardini Stiftung und der Katholischen Akademie in Bayern in München fortsetzt, ist das Lob der Literatur. Vom 3. bis zum 5. Februar 2022 geht es in der Tagung in München darum, welche originellen Deutungen Romano Guardini an der Schnittstelle zwischen Literatur und Theologie vorlegte. Unter anderem verfasste er ja Monografien über Rilke und Hölderlin, aber auch über Dostojewski und Dante. Er sah im Zusammenwirken von Mythos und Fiktion, Poesie und Liturgie, Phantasie und Glaube Chancen für die Suche nach tieferen Wahrheiten. Expertinnen und Experten werden an den drei Tagen viele Facetten seiner Zugänge zur Literatur darlegen.

Hintergrund

Für den Theologen und Religionsphilosophen Romano Guardini (1885-1968) waren Berlin und München die beiden zentralen wissenschaftlichen Wirkungsstätten. Seit 1923 hatte er an der damaligen Friedrich-Wilhelms-Universität, der heutigen Humboldt-Universität, den eigens für ihn geschaffenen Lehrstuhl für Religionsphilosophie und Katholische Weltanschauung inne, bis ihn die Nationalsozialisten 1939 mit einem Lehr- und Publikationsverbot belegten. Es folgte eine Phase des Rückzuges und der inneren Emigration. Von 1945 bis 1948 lehrte Guardini in Tübingen, bis er 1948 den Ruf an die Ludwig-Maximilians-Universität in München erhielt.

Die Katholische Akademie in Bayern, die sich seit ihrer Gründung 1957 Guardini und seinem Werk in besonderer Weise verbunden weiß, betreut den Nachlass des großen Gelehrten. „Wir freuen uns sehr, dass wir unsere Hochachtung und Verantwortung für das Erbe und das Denken Romano Guardinis beim Guardini-Tag auch gemeinsam mit der Berliner Guardini Stiftung fruchtbar machen können.“, so Dr. Achim Budde, Direktor der Katholischen Akademie in Bayern.

Die Guardini Stiftung e. V.  wurde 1987 gegründet, um im Geiste ihres Namensgebers den Dialog zwischen Kunst, Wissenschaft und Glauben zu fördern. Kunstausstellungen in der hauseigenen Galerie, wissenschaftliche Konferenzen, internationale Summer Schools, Lesungen, Exkursionen, Salonabende und Gottesdienstformate gehören zu ihrem Programm. 2004 wurde auf Betreiben der Guardini Stiftung außerdem die Guardini Professur für Religionsphilosophie und Katholische Weltanschauung (heute: Guardini Professur für Religionsphilosophie und Theologische Ideengeschichte) an der Humboldt-Universität wiedereingerichtet.

Der Präsident der Guardini Stiftung Professor Michael Rutz sieht in der Zusammenarbeit der beiden Institutionen einen Synergie-Effekt: „Zweck dieser Kooperation ist es, gemeinsam eine höhere Reichweite bei der Bewahrung und Aktualisierung des guardinischen Denkens und Werks zu erzielen. Seine philosophischen Fragestellungen sind immer noch nicht ausgereizt und fordern unsere Zeit weiter heraus.“

Aus den bekannten Gründen finden die Tage zu Romano Guardini hybrid statt. Die Teilnahme ist sowohl in Präsenz in München möglich, wie auch online vom heimischen Computer aus. Auf der Website der Katholischen Akademie in Bayern finden Sie unter

https://www.kath-akademie-bayern.de/veranstaltungen/veranstaltungen/veranstaltung/2022-lob-der-literatur-guardini-tag-2022.html

den Zoom-Teilnahmelink, das Programm und die Anmeldefunktion für persönliche Teilnahme.

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