Hanns-Seidel-Stiftung – Podiumsdiskussion: Mehr Leistung, mehr Netto: Wie der Sozialstaat wieder Anreize schaffen soll

Klaus Holetschek: “Den Sozialstaat an veränderte Arbeitsbedingungen anpassen, ohne Fehlanreize zu setzen!“

IAB-Direktor Prof. Bernd Fitzenberger, HSS-Vorsitzender Prof. Klaus Holetschek, Vorsitzender der Mittelstands-Union Bayern, Sebastian Brehm, Bayerns Sozialministerin Ulrike Scharf, Leiterin der Akademie für Politik und Zeitgeschehen Prof. Dr. Diane Robers (Moderation), Bundestagsabgeordneter Dr. Florian Dorn Foto: HSS/Klingsbögl

München. Gesellschaft und Politik treffen immer wieder die zentrale Aussage, dass sich Arbeit und Leistung wieder mehr lohnen müssen. Die Soziale Marktwirtschaft ermöglicht das Austarieren des sozialen Ausgleichs mit dem Prinzip des freien Marktes. Was bedeutet das konkret im Jahr 2026? Die Hanns-Seidel-Stiftung leistete hierfür einen wertvollen Beitrag bei einer Tagung (16. Juli 2026) mit Podiumsdiskussion in München, an der als Experten die bayerische Sozialministerin Ulrike Scharf, der Bundestagsabgeordnete Dr. Florian Dorn, der Vorsitzende der Mittelstand-Union Bayern, Sebastian Brehm, IAB-Direktor Prof. Bernd Fitzenberger und HSS-Vorsitzender Prof. Klaus Holetschek, MdL, teilnahmen.

Soziale Marktwirtschaft

Soziale Absicherung einerseits und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit andererseits bilden den Spannungsbogen für notwendige Rahmenbedingungen. „Die Zukunft der Sozialen Marktwirtschaft wird wesentlich davon abhängen, ob es gelingt, den Ausgleich unter sich verändernden demografischen und ökonomischen Rahmenbedingungen zu erhalten.“, stellt der Vorsitzende der Hanns-Seidel-Stiftung, Prof. Klaus Holetschek, MdL als These in den Raum. Holetschek, der auch Vorsitzender der CSU-Landtagsfraktion ist, sieht gleichzeitig die zentrale Herausforderung „den Sozialstaat an veränderte Arbeitsbedingungen anzupassen, ohne Fehlanreize zu setzen“. Denn nur durch eine enge Verbindung von sozialer Verantwortung, wirtschaftlicher Stärke und individueller Leistungsbereitschaft kann der Sozialstaat auch in einer sich wandelnden Arbeitswelt dauerhaft bestehen.

Solidarische Leistungsgesellschaft

Der frühere bayerische Landtagspräsident Alois Glück prägte vor rund zwei Jahrzehnten den Begriff der „solidarischen Leistungsgesellschaft“. Sie verbindet individuelle Leistungsbereitschaft, Eigenverantwortung und wirtschaftliche Dynamik untrennbar mit sozialer Verantwortung und dem gesellschaftlichen Zusammenhalt. Sie vereint so das christliche Menschenbild mit dem Prinzip der Sozialen Marktwirtschaft.

Aussagen der Teilnehmenden

Die bayerische Sozialministerin Ulrike Scharf, MdL erwähnt in ihrem Impulsvortrag: „Arbeit und Soziales sind zwei Seiten derselben Medaille. Sozial ist, was unseren Sozialstaat zukunftsfähig macht.“ IAB-Direktor Prof. Bernd Fitzenberger unterstreicht anhand von Statistiken: „In Deutschland sind mehr Menschen denn je erwerbstätig. Eine Ausweitung der Arbeitszeit würde daher nach wie vor ein beträchtliches Potenzial zur Überwindung des Fachkräftemangels bieten.“ In der darauffolgenden Podiumsdiskussion „Sozial ist, was Arbeit schafft“, erklärt Sebastian Brehm, Steuerberater und Landesvorsitzender der Mittelstands-Union: „Steuerentlastung, die sich auszahlt: Mehr Netto, mehr Investitionen und mehr Zukunft für den Mittelstand“. Auf den Punkt für die Bürgerinnen und Bürger bringt es Dr. Florian Dorn, MdB und Mitglied des Finanzausschusses im Deutschen Bundestag: „Wer fleißig ist und mehr arbeitet, muss auch spürbar mehr im Geldbeutel haben.“

Die Podiumsteilnehmer waren sich einig in der Aussage, Leistung müsse sich lohnen. Die Tagung war der Auftakt für mehrere Expertenrunden, in denen die Themen Arbeit und Soziales bei der Hanns-Seidel-Stiftung in den nächsten Monaten weiter vertieft werden sollen.