Die Klassik Stiftung Weimar lädt am 22. Juli 2026 zur neuen Ausgabe der Veranstaltungsreihe Weimarer Kontroversen ins Bauhaus-Museum Weimar ein. Unter dem Titel „Wie kriegstüchtig muss eine offene Gesellschaft sein?“ diskutieren der Historiker Prof. Dr. Jörn Leonhard und der Politikwissenschaftler Dr. Ingar Solty über die Herausforderungen von Krieg, Sicherheit und Friedenssicherung in demokratischen Gesellschaften. Die Veranstaltung findet von 18 bis 19.30 Uhr im Untergeschoss des Bauhaus-Museums statt.
Die Reihe Weimarer Kontroversen ist Teil des Themenjahres „Öffnen“ der Klassik Stiftung Weimar und wird in Kooperation mit dem MDR veranstaltet. Vor dem Hintergrund aktueller politischer, gesellschaftlicher und kultureller Konflikte nimmt sie grundlegende Fragen der Gegenwart in den Blick. Ausgehend von der facettenreichen und widersprüchlichen Geschichte Weimars als Symbolort deutscher Kultur- und Demokratiegeschichte sollen Perspektiven für eine offene, demokratische und kritikfähige Öffentlichkeit diskutiert werden.
Kaum ein Thema prägt die politische Debatte derzeit so stark wie die Frage nach der Verteidigungsfähigkeit demokratischer Gesellschaften. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine sowie die zunehmenden Unsicherheiten über die künftige Rolle der USA in der internationalen Sicherheitsordnung haben das Bewusstsein für militärische Bedrohungen in Europa deutlich verändert. Während die Bundesregierung ihre Verteidigungsanstrengungen ausbaut und umfangreiche Investitionen in die Bundeswehr plant, warnen Kritiker*innen vor einer fortschreitenden Militarisierung von Politik und Gesellschaft. Wie viel Wehrhaftigkeit braucht eine offene Gesellschaft, um Freiheit, Demokratie und Frieden zu sichern? Und wo liegen die Grenzen einer solchen Entwicklung?
Über diese Fragen diskutieren zwei ausgewiesene Experten. Jörn Leonhard, Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Freiburg, zählt zu den international renommiertesten Historikern der europäischen Kriegs- und Friedensgeschichte. In seinem Buch Über Kriege und wie man sie beendet. Zehn Thesen untersucht er historische Bedingungen für das Ende bewaffneter Konflikte und deren Bedeutung für die Gegenwart.
Ingar Solty ist Politikwissenschaftler, Publizist und Referent für Außen-, Friedens- und Sicherheitspolitik am Institut für Gesellschaftsanalyse der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Berlin. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören die politische Ökonomie, die US-Außenpolitik sowie Friedens- und Sicherheitspolitik. In seiner aktuellen Veröffentlichung Innere Zeitenwende. Die Militarisierung von Deutschlands Gesellschaft und Alltagskultur setzt er sich kritisch mit den gesellschaftlichen Folgen gegenwärtiger Aufrüstungsprozesse auseinander.
Die Moderation übernimmt Prof. Helmut Heit, Leiter des Kolleg Friedrich Nietzsche der Klassik Stiftung Weimar. Das Publikum ist ausdrücklich eingeladen, sich an der Diskussion zu beteiligen.
Veranstaltungsdaten
Weimarer Kontroversen 2026
Wie kriegstüchtig muss eine offene Gesellschaft sein?
Mit Prof. Dr. Jörn Leonhard (Universität Freiburg) und Dr. Ingar Solty (Rosa-Luxemburg-Stiftung, Berlin)
22. Juli 2026 | 18.00–19.30 Uhr
Bauhaus-Museum Weimar | Stéphane-Hessel-Platz 1 | 99423 Weimar | Untergeschoss
Moderation: Prof. Dr. Helmut Heit
Der Eintritt ist frei.
