INSA-Umfrage: Am häufigsten haben die Umfrageteilnehmer Angst um die Zukunft Deutschlands

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INSA-CONSULERE fraget: „Wie groß oder gering ist aktuell Ihre Angst vor den folgenden möglichen Aspekten bzw. Ereignissen?“

Am häufigsten haben die Umfrageteilnehmer Angst um die Zukunft Deutschlands: 69 Prozent (kumuliert) geben dies an; dabei haben 32 Prozent sehr große und 37 Prozent eher große Angst. 26 Prozent (kumuliert) haben hingegen geringe bzw. keine Angst diesbezüglich (19 % eher gering, 7 % sehr gering bzw. keine).
Knapp darauf folgt die Zukunft nachfolgender Generationen mit 64 Prozent (kumuliert) derjenigen, welche Angst diesbezüglich verspüren (27 % sehr groß, 37 % eher groß). 28 Prozent haben hier hingegen geringe bzw. keine Angst (20 % gering, 8 % sehr gering bzw. keine).
Kriminalität nennen 63 Prozent (kumuliert) der Befragten, wobei 36 Prozent auf eher große und 27 Prozent auf sehr große Angst entfallen. Ihnen stehen 24 Prozent gegenüber, welche hier eher geringe sowie acht Prozent, welche sehr geringe bis gar keine Angst vor diesem Aspekt aufweisen (32 %, kumuliert).
Vor Krieg haben 34 Prozent eher große und 27 Prozent sehr große Angst (61 %, kumuliert), während 23 Prozent eher geringe und neun Prozent sehr geringe bzw. keine Angst vor einem solchen Ereignis haben (32 %, kumuliert). Darauf folgt Geldmangel: 31 Prozent haben eher große und 28 Prozent sehr große Furcht davor (59 %, kumuliert). 24 Prozent sind diesbezüglich hingegen eher und zehn Prozent absolut unbesorgt (34 %, kumuliert). 
51 Prozent (kumuliert) haben große Angst vor einer Krankheit (33 % eher groß, 18 % sehr groß), wohingegen sich 42 Prozent (kumuliert) entweder wenig oder gar keine Sorgen machen (32 %, eher gering, 10 % sehr gering bzw. keine). 
Vor dem Tod (54 %, kumuliert) sowie vor der Einsamkeit (62 %, kumuliert) haben die Umfrageteilnehmer jeweils absolut-mehrheitlich entweder geringe oder keine Angst.
Weiter können oder wollen zwischen zwei und sieben Prozent der Befragten zu den einzelnen Punkten nicht antworten.

Einsamkeit

Auch wenn über alle Altersgruppen hinweg der Anteil an Befragten überwiegt, welche geringe bis gar keine Angst vor Einsamkeit haben, steigt dieser mit dem Alter von 47 Prozent bei den jüngsten bis auf 76 Prozent bei den ältesten Befragten an. Der umgekehrte Verlauf zeigt sich hingegen bei denjenigen, welche einen solchen Zustand befürchten (von 41 auf 20 %).

Geldmangel

Erwartungsgemäß sinkt mit zunehmendem Einkommen der Anteil derer, welche Angst vor einem Geldmangel verspüren (von 79 auf 47 %). Entsprechend umgekehrt verhält sich dieser Einkommenstrend bei jenen, welche sich hier keine Sorgen machen (von 15 auf 46 %). Insgesamt sind einzig die Umfrageteilnehmer der obersten Einkommensgruppe (4.000 Euro oder mehr) geteilter Ansicht (47 % groß, 46 % gering/keine). Die übrigen Einkommensgruppen haben jeweils absolut-mehrheitlich Angst vor einem Mangel an Geld (54 – 79 %).

Krankheit

Auch beim Aspekt Krankheit sind die Befragten der obersten Einkommensgruppe (4.000 Euro oder mehr) gespalten (48 % groß, 46 % gering/ keine). Bei allen anderen Einkommensgruppen überwiegt jeweils absolut-mehrheitlich der Anteil derer, welche Angst vor einer Krankheit haben, wobei dieser mit wachsendem Einkommen sinkt (von 65 auf 50 %).

Krieg

Was Krieg angeht, so haben sowohl befragte Männer als auch Frauen jeweils absolut-mehrheitlich Angst davor, wobei letztere dies deutlich öfter so angeben (69 zu 54 %). Entsprechend machen sich Männer deutlich häufiger keine Sorgen darum (40 zu 25 %).

Über sämtliche Altersgruppen hinweg überwiegt der Anteil derer, welche Angst vor einem Krieg haben, wobei tendenziell gilt, dass, je älter die Befragten, umso häufiger dies aus sie zutrifft (von 49 auf 70 bzw. 67 %). Entsprechend sinkt mit dem steigenden Alter der Anteil derer, welche geringe bzw. keine Furcht vor einem Krieg haben (von 39 auf 27 bzw. 28 %).

Mit steigendem Einkommen, sinkt der Anteil an Umfrageteilnehmern, welche Angst vor einem Krieg haben (von 69 auf 54 %). Jedoch überwiegt dieser Anteil bei allen Einkommensgruppen jeweils absolut-mehrheitlich.

Kriminalität

Auch vor Kriminalität haben Frauen deutlich häufiger Angst als Männer (67 zu 57 %). Beide Geschlechtergruppen geben dies jedoch jeweils absolut-mehrheitlich an. Männliche Befragte verspüren entsprechend deutlich öfter geringe bis gar keine diesbezügliche Angst (38 zu 27 %).

Je weiter rechts der politischen Mitte sich die Befragten verorten, desto häufiger haben sie große Angst vor Kriminalität (von 50 auf 78 %). Sämtliche Befragtengruppen haben diese allerdings jeweils absolut-mehrheitlich. Mit dem Verlauf nach links steigt wiederum der Anteil derer, welche geringe oder keine Angst aufweisen (von 20 auf 45 %).

Einzig Grünen-Wähler (55 %) haben absolut-mehrheitlich keine Angst vor Kriminalität. Bei allen anderen Wählergruppen überwiegt hingegen jeweils absolut-mehrheitlich der Anteil derer, welche das Gegenteil angeben, wobei AfD-Wähler dies deutlich am häufigsten tun (83 zu 55 – 63 %).

Tod

Einzig Befragte der untersten Einkommensgruppe (unter 1.000 Euro) haben absolut-mehrheitlich Angst vor dem Tod (52 %). Der Rest hat diese jeweils absolut-mehrheitlich entweder in einem geringen Ausmaß oder gar nicht (51 – 61 %).

Zukunft Deutschlands

Auch um die Zukunft Deutschlands machen sich Frauen öfter Sorgen als Männer (72 zu 64 %). Letztere sind entsprechend häufiger unbesorgt (29 zu 22 %).

Mit dem Alter steigt der Anteil an Befragten, welche Angst vor der Zukunft Deutschlands haben, von 55 Prozent bei den 18- bis 29-Jährigen bis auf 79 Prozent bei den 50- bis 59-Jährigen und geht wieder auf 65 Prozent bei den ab 70-Jährigen zurück. Diese Antwortoption wird allerdings über alle Altersgruppen hinweg vorherrschend gewählt.

Sowohl Befragte aus West- als auch aus Ostdeutschland haben absolut-mehrheitlich große Angst vor der Zukunft Deutschlands, wobei letztere dies deutlich häufiger aufweisen (77 zu 67 %). Westdeutsche sind entsprechend öfter gelassen in diesem Aspekt (27 zu 18 %).

Mit dem Verlauf von links nach rechts steigt der Anteil derer, welche sich Sorgen um die Zukunft Deutschlands machen (von 57 auf 82 %). Dieser ist bei allen drei Befragtengruppen jedoch jeweils absolut-mehrheitlich ausgeprägt.

Zukunft nachfolgender Generationen

Die Zukunft nachfolgender Generationen bereitet Frauen öfter Sorgen als Männern (68 zu 60 %). Letztere geben entsprechend häufiger das Gegenteil an (32 zu 24 %). Beide Geschlechtergruppen haben diesbezüglich jeweils absolut-mehrheitlich Angst.

Auch wenn sowohl Befragte mit als auch ohne eigene Kinder absolut-mehrheitlich Angst vor der Zukunft nachfolgender Generationen haben, geben dies erstere deutlich häufiger an (68 zu 58 %).

Über Hermann Binkert 261 Artikel
Hermann Binkert ist 57 Jahre alt, verheiratet und Vater von vier Kindern. Der Jurist ist Gründer und geschäftsführender Gesellschafter des Markt- und Meinungsforschungsinstituts INSA-CONSULERE. Bevor er INSA im November 2009 in Erfurt gründete, war Binkert 18 Jahre im öffentlichen Dienst, zuletzt als Staatssekretär in der Thüringer Staatskanzlei und Bevollmächtigter des Freistaats Thüringen beim Bund, tätig. Heute gehört er zu den renommiertesten Meinungsforschern Deutschlands und erhebt Umfragen für Ministerien im Bund und in den Ländern, für alle Parteien und Fraktionen, die im Bundestag und in den Landtagen vertreten sind. Wöchentlich stellt INSA die Sonntagsfrage für die Bild am Sonntag und die BILD. Das Meinungsforschungsinstitut arbeitet für viele großen Verlage, z. B. Springer, Burda, Funke, Madsack. Es führt aber auch Fokusgruppengespräche und Testkäufe durch.