Home-Office-Pläne der SPD

Treppe, Foto: Stefan Groß

vbw lehnt Rechtsanspruch auf Home-Office strikt ab
Brossardt: „Digitalisierung bietet aber Chancen für ortsungebundene Tätigkeiten“

(München, 07.02.2019). Die vbw – Vereinigung der Bayerischen e. V. weist den Vorschlag der SPD nach einem gesetzlichen Anspruch auf Home-Office für jeden als undurchdacht zurück. „Es muss der unternehmerischen Entscheidungsfreiheit überlassen bleiben, wo der Arbeitseinsatz der Mitarbeiter erfolgt. Hinzu kommt, dass nicht alle Tätigkeiten, zum Beispiel in der Produktion oder bei Dienstleistungen, für ortsungebundene Tätigkeiten geeignet sind. Daher ist ein generelles Recht auf Home-Office für jeden nicht möglich“, kommentiert vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Die vbw sieht aufgrund von Innovationen durch die Digitalisierung durchaus Potenzial, mehr Arbeitsaufgaben ortsungebunden auszuführen. „Mobiles Arbeiten fördert die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und stärkt die Zeitsouveränität der Mitarbeiter. Das unterstützen wir, so lange es betriebsindividuell umzusetzen ist und die Arbeit generell erledigt wird. Wir begrüßen die in vielen Branchen und Betrieben gefundenen spezifischen und flexiblen Lösungen“, sagt Brossardt.

Die vbw verweist aber darauf, dass in vielen Branchen der Anteil an Tätigkeiten, die physische Präsenz erfordern, nach wie vor deutlich überwiegt. Ein Ausbau der Home-Office-Arbeitsplätze muss im Rahmen eines Absprachemodells zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber erfolgen. Einem generellen Anspruch auf Home-Office stehen schlicht viele praktische und rechtliche Hürden entgegen, zum Beispiel die Organisation der innerbetrieblichen Kommunikation oder die Anwendung des Arbeitsschutzgesetzes bei Home-Office-Arbeitsplätzen. „Auch wie der Datenschutz bei der Vernetzung mobiler und stationärer Tätigkeiten gewährleistet werden kann, ist noch offen. Hier besteht die Gefahr, dass ein Einfallstor für mögliche Cyber-Angriffe geöffnet wird. Die damit verbundenen Risiken dürfen Arbeitgebern nicht per Gesetz aufgebürdet werden“, betont Brossardt.

Die vbw ruft die Bundesregierung auf, mit den richtigen Maßnahmen auf den Wandel in der Arbeitswelt zu reagieren. „Viel wichtiger als die überstürzte Einführung eines gesetzlichen Anspruchs auf Home Office für alle wäre es, zunächst das Arbeitszeitgesetz den Anforderungen des digitalen Zeitalters anzupassen. So ist zum Beispiel die Begrenzung der täglichen Arbeitszeit auf maximal zehn Stunden nicht mehr zeitgemäß. Wir brauchen eine flexiblere Verteilung der Arbeitszeit – weg von einer täglichen hin zu einer wöchentlichen Betrachtung“, so Brossardt.

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