Interview mit Prof.Dr. Julian Nida-Rümelin

Die Geisteswissenschaften sind gegenwärtig durch die Reformen an den Universitäten unter Druck geraten. Das darf man nicht auf die leichte Schulter nehmen. Ich fürchte, zumindest sehe ich darin eine Gefahr, dass sich hier eine Entwicklung wiederholt, wie sie aus den USA ziemlich vertraut ist, d. h. dass die harten Wissenschaften, insbesondere die Naturwissenschaften, aber auch die social sciences im Sinne einer harten Wissenschaft sehr stark dominieren, und dass die Geisteswissenschaften eher eine schmückende Nebenrolle bekommen. In den USA sind die humanities, gut finanziert, weil sie für das Grundstudium nötig sind, aber sie sind hoch ideologisiert, stärker als in Europa und in Deutschland …

Avatar
Über Nida-Rümelin Julian 11 Artikel
Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin, geboren 1954, ist seit 2004 Professor für Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Von 1975-1980 studierte er Philosophie, Physik, Mathematik und Politikwissenschaft an den Universitäten München und Tübingen. 1983 folgte die Promotion und 1989 die Habilitation. 1994-1997 war er Präsident der Gesellschaft für Analytische Philosophie; 1998 bis 2001 Kulturreferent der Stadt München, 2001-2002 Staatsminister für Kultur und Medien. 2009 wurde Nida-Rümelin zum neuen Präsidenten der „Deutschen Gesellschaft für Philosophie“ gewählt. 2010 kandidierte er bei der Wahl des Präsidenten der Ludwig-Maximilians-Universität gegen den Amtsinhaber Bernd Huber. Zuletzt erschien 2011: Die Optimierungsfalle. Philosophie einer humanen Ökonomie.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.