Luzzatis Zauberwelt im Werk der Künstlerin Danièle Sulewic

(C) Danièle Sulewicz - Stoffbild nach einem Motiv von Emanuele Luzzati

Mit „Theater aus Stoff –  Der Dialog geht weiter„ präsentiert das Italienische Kulturinstitut in München eine Ausstellung, die auf wichtige Etappen im vom Erfolg gekrönten Lebensweg des berühmten italienischen Bühnenbildners und Illustrators Emanuele Luzzati (1921-2007) zurückgeht.  Gezeigt werden vielfarbige Stoffbilder der Keramikerin, Bildhauerin, Kostüm- und Bühnenbildnerin Danièle Sulewic nach Motiven aus Werken des Genueser Meisters, mit dem sie eine langjährige Freundschaft verband.    

Geboren in Paris aus Eltern, die in den Internationalen Brigaden im Spanischen Bürgerkrieg gekämpft hatten, atmet Danièle Sulewic die Atmosphäre der 68er Studentenrevolution in ihrer Heimatstadt, die sie wie ein „Museum im Freien“ empfindet. Mehr als von der Schulbildung im herkömmlichen Sinne ist sie von ihren Erlebnissen auf der Straße geprägt, von den Anregungen und Impulsen, denen sie täglich ausgesetzt ist., wie beispielsweise von der Begegnung mit der afrikanischen Kunst, die sich ihr aus den Vitrinen der Antiquariatsläden der Metropole offenbart.

Mit 16 Jahren wandert sie nach Israel aus, nimmt an der Kibbutz-Erfahrung teil und besucht die namhafte Kunstakademie Bezalel in Jerusalem. Die Stadt mit ihren weißen Mauern, die sich gelb-gold tünchen, wenn der heiße Khamsin-Wind weht, zieht sie magisch an. In dem internationalen Milieu der Akademie wird sie von Dozenten aus verschiedenen Ländern im Fach Skulptur und Keramik unterrichtet. Durch eine Zufallsbegegnung kommt sie 1973 nach Rom, wo sie Emanuele Luzzati kennenlernt, der zu jener Zeit mit Giulio Gianini an seinen Zeichentrickfilmen arbeitet, die ihm im Laufe der Zeit zwei Oscar-Nominations einbringen. 1974 beginnt ihre Kooperation mit dem von Luzzati, den Regisseuren Aldo Trionfo und Tonino Conte gegründeten „Teatro della Tosse“ in Genua. Durch Luzzati, der auch Keramikhersteller ist, kommt sie zum auch international bekannten Keramik-Zentrum im Ligurischen Albisola und entwickelt schließlich eine Leidenschaft für die Arbeit mit Stoffen, die sie sammelt und in faszinierenden Kompositionen verarbeitet.  Viele ihrer Werke sind von Figuren aus dem phantastischen Universums Ihres großen Mentors und Vorbildes Luzzati inspiriert, mit dem sie bis zu seinem Tod im fortwährender Verbindung steht.  Ein Beispiel dafür bieten die Arbeiten, die sich an das von Luzzati edierte und illustrierte Buch nach Strawinskis „Feuervogel“ orientieren.  Gezeigt werden sie nun auch in München u.a. neben Entwürfen für den Zeichentrickfilm frei nach Mozarts „Zauberflöte“ (1978), der im Laufe der Vernissage am 7.März vorgeführt wird. Bei der Eröffnung ist Danièle Sulewic anwesend sowie die israelische Bühnenbildnerin Frieda Klappholz Avrahami, die mit ihrem Schaffen sehr vertraut ist.

Veranstaltungsort:

Italienisches Kulturinstitut

Hermann-Schmidt-Str. 8

80336 München

8.März-5. April 2019

Öffnungszeiten: Mo-Do 10h-13h -und 15h-17h.

Freitag. 10.00-13.30.

Eröffnung am 7.März 2019 um 18:30

Stehempfang in Zusammenarbeit mit Eataly

Das könnte interessant sein Powered by AdWol Online Werbung

„Tosca“ in Oscurità

Von Hans Gärtner   Da muss erst Stefano Poda aus Italien kommen, um den Münchnern zu zeig...

Ein Kampf für die Wahrheit und gegen die Lüge

Jutta Ditfurth ist eine mutige Frau, die das ausspricht und schreibt, was sie denkt. Sie ist nicht ...

Goethe für Furchtlose

https://www.youtube.com/watch?v=7gE0ITLhdGs ...

Anna Zanco-Prestel
Über Anna Zanco-Prestel 178 Artikel
Dr. Anna Zanco-Prestel, hat Literaturwissenschaften (Deutsch, Französisch und Italienisch) und Kunstgeschichte in Venedig, Heidelberg und München studiert. Publizistin und Herausgeberin mit Schwerpunkt Exilforschung. U.d. Publikationen: Erika Mann, Briefe und Antworten 1922 – 69 (Ellermann/DTV/Mondadori). Seit 1990 auch als Kulturkoordinatorin tätig und ab 2000 Vorsitzende des von ihr in München gegründeten Kulturvereins Pro Arte e.V.