Übergewicht und Adipositas: Leopoldina veröffentlicht Diskussionspapier zu Ursachen und Folgen

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In Deutschland sind 60 Prozent der Bevölkerung übergewichtig, ein Viertel ist bereits adipös, leidet also an starkem Übergewicht. Dies hat vielfältige Folgen für die Gesundheit der Betroffenen. Um auf das Problem aufmerksam zu machen, hat die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina heute das Diskussionspapier „Übergewicht und Adipositas: Thesen zur Eindämmung der Epidemie“ veröffentlicht. Darin stellen die Autorinnen und Autoren basierend auf dem aktuellen Forschungsstand Ursachen und Folgen von Übergewicht und Adipositas dar und zeigen Handlungsoptionen zur Verbesserung der Situation auf. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler empfehlen sowohl Maßnahmen der Prävention und der Änderung des individuellen Lebensstils als auch gesetzliche Regelungen wie gezielte Werbeverbote oder die Besteuerung einzelner Nahrungsmittel.

Die Ursachen für Übergewicht und Adipositas sind den Autorinnen und Autoren zufolge vielfältig und komplex. Dazu gehören genetische Veranlagungen und epigenetische Veränderungen ebenso wie individuelles Verhalten, zum Beispiel Lebensstile oder ein Mangel an Bewegung. Hinzu kommen Rahmenbedingungen, die zum Beispiel zu einem Überangebot und einer ständigen Verfügbarkeit von Nahrung führen. Der aktuelle Forschungsstand lasse den Schluss zu, dass genetische Veranlagungen alleindie Häufigkeit und das Ausmaß von Übergewicht und Adipositas nicht erklären können, so die Autorinnen und Autoren. Daher sollten individuelle Verhaltensweisen, soziale Normen sowie kulturelle und ökonomische Rahmenbedingungen in den Blick genommen werden.

Ziel müsse es dabei sein, die Entstehung von starkem Übergewicht und Adipositas insbesondere bei Kindern und Jugendlichen zu verhindern und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Die Autorinnen und Autoren weisen darauf hin, dass einzelne Ansätze für sich kaum erfolgversprechend sind, sondern ein Bündel von Maßnahmen initiiert werden sollte. Kurzfristig könne die Häufigkeit von Übergewicht und Adipositas allerdings nicht verringert werden. Alle erwähnten Schritte setzten auf mittel- und langfristige Effekte.

Zu den in dem Diskussionspapier empfohlenen Maßnahmen gehört die Prävention von Übergewicht durch Informationen über gesunde Ernährungsgewohnheiten und regelmäßige Bewegung, die in den Alltag eingebaut werden kann. Insbesondere bei Kindern und Jugendlichen sollten diejenigen Vorlieben und Gewohnheiten gefestigt werden, die Übergewicht vorbeugen. Die Autorinnen und Autoren empfehlen zudem politische Maßnahmen wie eine Besteuerung einzelner Nahrungsmittel und gezielte Werbeverbote. Im Hinblick auf die von Adipositas betroffenen Menschen fordern die Expertinnen und Experten adäquate und evidenzbasierte medizinische Versorgung. Zudem müsse durch Aufklärung und Wissensvermittlung zu Adipositas der Stigmatisierung Betroffener entgegengewirkt werden, da diese die Lebensqualität übergewichtiger und adipöser Menschen weiter verschlechtere.

Das Diskussionspapier „Übergewicht und Adipositas: Thesen zur Eindämmung der Epidemie“ ist frei zugänglich unter: www.leopoldina.org/adipositas

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