Wer oder was ist Gott? – Was glauben und was wissen wir über Gott?

Kreuz auf dem Vatikan, Foto: Stefan Groß

Der Glaube an einen Gott spielt auch heute noch in allen Ländern der Welt eine große Rolle. Das Denken und Verhalten von fast jedem Menschen hat immer wieder mit ihm zu tun, denken wir an unsere Moralvorstellungen, an politische Parteien und Staaten, die nach Glaubensregeln regieren, an viele Glaubenskriege, die noch heute stattfinden, an religiöse Vorschriften, die bestimmen, was man wann essen darf und was nicht, usw. Religiöse Rituale begleiten uns von der Geburt bis zum Tod. Vielen hilft der Glaube in der Not ihre persönlichen Probleme zu überwinden. Glauben und Religionen bestimmen unser Leben, ohne dass wir uns dessen immer bewusst werden. Doch was wissen wir eigentlich über das, was wir Gott nennen?

Wen oder was bezeichnen wir als Gott?
Was glauben die meisten Menschen, wer oder was Gott eigentlich ist, unabhängig davon, ob es ihn gibt oder nicht und unabhängig davon, ob man an ihn glaubt oder nicht? Wie stellt man sich ihn vor? Was verbinden wir mit der Bezeichnung Gott?
Für alle Weltreligionen, die sich auf einen Gott beziehen, gelten folgende Glaubensvorstellungen:
Gott ist ein überirdisches Wesen aus einer anderen Welt, die man üblicherweise als sein Himmelreich bezeichnet und die sich beispielsweise in einem anderen Universum oder einer anderen Dimension befindet, die uns nicht zugänglich ist.
In dieser überirdischen Welt herrscht er über andere überirdische Wesen.
Er hat sowohl seine überirdische Welt als auch unsere Welt geschaffen und beherrscht darüber hinaus alles Körperliche und Geistige und damit alles Leben in allen Welten, die es gibt.
Um sich unbestritten gegenüber anderen Gottesvorstellungen auszuzeichnen, müssen seine überirdischen Eigenschaften und Fähigkeiten alles übertreffen, was sich Menschen vorstellen können. Gemessen an unseren begrenzten irdischen Vorstellungen, die natürlich nicht vollständig sein können, lassen sie sich aus unserer Sicht in folgenden sieben gleichwertigen Punkten zusammenfassen:
Er das mächtigste Wessen, das es gibt. Er hat alles geschaffen. Er gilt deshalb als allmächtig.
Er ist unsichtbar, da er sich unseren Sinneswahrnehmungen entzieht. Er ist deshalb ein Geist.
Er ist wandelbar und kann deshalb jede Gestalt annehmen.
Er ist das intelligenteste Wesen, das es gibt. Er ist deshalb allwissend.
Folglich ist alles, was er macht, absolut perfekt.
Er ist allgegenwärtig.
Er lebt ewig.
Diese sieben Eigenschaften und Fähigkeiten definieren die wichtigsten Wesensmerkmale eines Gottes unabhängig davon, ob man an ihn glaubt oder auch nicht. Wer über Gott spricht, muss wissen, was er mit dieser Bezeichnung meint, und was ihn als Wesen gegenüber uns Menschen auszeichnet. Also muss u. a. auch ein Atheist wissen, was er nicht glaubt.
Aufgrund der aufgeführten überirdischen Eigenschaften und Fähigkeiten, die weit über unsere menschlichen Fähigkeiten und Vorstellungen hinausgehen, glaubt man, dass er die Ursache aller sichtbaren und unsichtbaren Dinge auf unserer Welt ist. Damit glaubt man auch, dass er die Welt, genauer gesagt unser gesamtes Universum und vor allem auch alles Leben auf der Erde geschaffen hat.
Weitere Wesenszüge sind umstritten. So glauben alle Religionsgemeinschaften, die an einen einzigen Gott glauben …
dass dieser Gott die Welt und alle Lebewesen nur für uns Menschen geschaffen hat.
dass er nur mit auserwählten Menschen (Moses, Jesus, Mohamed …) und selbst mit ihnen nur indirekt über weitere überirdische Wesen oder Visionen kommuniziert.
dass er die Menschen nach seinem Abbild geschaffen hat. Deshalb stellt man ihn in den „heiligen Schriften“ in der Regel als „überirdischen Menschen“ dar.
Dass er wie wir emotional reagieren, Liebe empfinden, aber auch Zorn und Wut usw. entwickeln kann.
dass man ihn milde stimmen kann, dass er vergeben kann, dass er die Menschen liebt, usw.
Darüber hinaus werden ihm aber auch einige negative Eigenschaften zugeschrieben, beispielsweise, dass er angebetet, gepriesen und wie ein Herrscher verherrlicht werden möchte usw.

Wie vertragen sich unsere Vorstellungen von einem Gott mit unserem Wissen?
Alles, was wir wissen, bezieht sich auf unsere wahrgenommenen Realitäten auf unserer Welt und lässt sich jederzeit von uns selbst und von Millionen von Naturwissenschaftlern überprüfen. Ob es Überirdisches gibt, kann natürlich naturwissenschaftlich weder verifiziert noch falsifiziert werden. Fest steht durch zahllose eindeutige Fakten bestätigt, dass zu Beginn unseres Universums nahe dem Zeitpunkt Null die naturwissenschaftlichen Gesetzmäßigkeiten, die wir heute kennen, noch nicht galten. Auch der Zustand ohne Zeit und Raum vor unserem Universum ist unbekannt. Die Mechanismen, die die Raum-, Zeit- und Energiesingularität schufen, die in der Kosmologie der Auslöser unseres Universums war, waren deshalb gewiss nicht irdisch und es wird deshalb naturwissenschaftlich wahrscheinlich nie geklärt werden können, wer oder was dafür verantwortlich war.
Dieses „wer oder was“ hatte damals vor etwa 17 Milliarden Jahren auf jeden Fall alle Eigenschaften und Fähigkeiten, die wir einem Gott zuschreiben, da es in der Lage war, die Voraussetzungen für das Leben im Universum mit den speziellen Eigenschaften der Elementarteilchen, die aus Energie geschaffen wurden und den Fundamentalkräften, die noch heute in gleicher Weise zwischen ihnen wirken, zu generieren.
Natürlich können Naturwissenschaftler über Überirdisches keine Aussagen machen, nur über das, was in unserer Realität aufgrund der uns bekannten Naturgesetze mit den geschaffenen Elementarteilchen geschah und heute noch geschieht. Wenn wir Gott als den Schöpfer unseres Universums und aller Lebewesen auf unserer Erde bezeichnen, der für die erste nicht nach unseren Naturgesetzen abgelaufenen Aktion verantwortlich war, die für die Entstehung unseres Universums sorgte, dann gilt entsprechend unserer naturwissenschaftlichen Erkenntnisse und Logik:
Er war nur einziges Mal aktiv, nämlich in den ersten Sekundenbruchteilen der Entstehung unseres Universums, als unsere heutigen naturwissenschaftlichen Gesetzmäßigkeiten noch nicht galten. Dabei hat er alle Vorrausetzungen geschaffen, die zu der Evolution unseres Universums und des Lebens auf der Erde führten.
Wenn er schon vor unserem Universum existiert hatte, dann konnte dies nur in einer anderen Zeit und einem anderen Raum, also beispielsweise in einer anderen Dimension oder einem anderen Universum, gewesen sein, da vor dem Zeitpunkt Null unser Universum noch nicht existierte und schon gar nicht unsere Welt.
Als Schöpfer hatte er über die Mechanismen der Raum-, Zeit- Energiesingularität nicht nur die Materie geschaffen sondern auch die Mechanismen, mit denen er die Entwicklung des Lebens über die Eigenschaften der Elementarteilchen vorprogrammiert hatte, ähnlich wie die Mechanismen funktionieren, mit denen die Entwicklung eines Huhns aus einem Hühnerei vorprogrammiert ist.
Wer oder was Leben vorprogrammiert, weiß auch, was Leben ist. Wer etwas weiß und Wissen verarbeiten kann, hat einen denkenden Geist und musste deshalb eine spezielle intelligente Lebensform gewesen sein.
Körperliches und geistiges Leben läuft mit unterschiedlichen Mechanismen ab. Körperliches Leben verarbeitet völlig andere Informationen (die genetisch abgespeichert werden) als geistiges Leben, das neuronal abgespeicherte Informationen mutzt. Technisch verarbeiten unsere Maschinen elektronisch abgespeicherte Informationen. Wenn es überirdische Lebewesen gibt, dann sind sie gewiss intelligenter als alles, was wir kennen und nutzen gewiss auch völlig andersartige Mechanismen, um Informationen zu speichern und zu verarbeiten.
Alle uns bekannten körperlichen Lebensformen sind so vorprogrammiert, dass sie sich reproduzieren und sich dabei evolutionär weiterentwickeln. Es ist deshalb nicht auszuschließen, dass sich ein Schöpfer in dem, was er schafft, reproduziert. Damit sollten sich seine Eigenschaften in seiner Welt und seinen Geschöpfen im Lauf der Zeit ähnlich entwickeln, wie sich die Eigenschaften der Eltern in den Kindern körperlich schon im Mutterleib über die Jahre und Generationen hinweg reproduzieren.

Was wissen wir über die Entstehung unserer Welt?
Unser Universum ist nach den Erkenntnissen der Naturwissenschaften aus einer Raum-, Zeit- und Energiesingularität entstanden. Dabei entstanden aus Energie nicht nur Materieteilchen sondern zwischen ihnen durch Informationsverarbeitung auch Kräfte, die zu Mechanismen führten, welche für Aktionen sorgten. Wie die einzelnen Phasen der Entwicklung abliefen, sind durch zahlreiche Fakten begründet und werden in dem Standartmodell der Kosmologie detailliert beschrieben. Dabei gilt:
Über die sehr speziellen Eigenschaften der Elementarteilchen, die als erstes entstanden, bildeten sich später die Atome und Moleküle, aus denen sich in unserem Universum Milliarden Jahre später speziell auf der Erde das Leben entwickeln konnte.
Mit den Eigenschaften und ihren speziellen Wechselwirkungen der Materieteilchen wurden auch die Informationen und Mechanismen der Kommunikation und Verarbeitung von Informationen geschaffen. Damit enthielten die Bestandteile des Universums bereits bei ihrer Entstehung alle Voraussetzungen zu einer späteren evolutionären Entwicklung aller chemischen, biologischen, genetischen und neuronalen Mechanismen des Lebens und schließlich aller Mechanismen zur Entwicklung unseres denkenden Geistes.
Die Materie, das Universum, Sonnen und Planeten, unsere Erde und damit zunächst die anorganische Natur und aus ihr viel später die organische Natur haben sich evolutionär entsprechend den sehr speziellen Vorgaben der Elementarteilchen entwickelt. Dazu zählen auch alle Mechanismen, die für diese Prozessschritte verantwortlich sind. Da Mechanismen etwas Geistiges sind, kann gezeigt werden, dass sich alles Körperliche und Geistige auf unserer Welt evolutionär entwickelt hat.
Für einen Gott, der als überirdisches Wesen mit überirdischen Fähigkeiten und Eigenschaften in der Lage war, aus dem Nichts ein glühendes Inferno zu erschaffen, das schließlich zu dem führte, was wir heute in unserem Universum und auf unserer Welt beobachten können, ergeben sich daraus aus unserer natürlich sehr menschlichen Sicht folgende logische Konsequenzen und Szenarien:
Als ein überall im Weltall und in uns unbekannten weiteren Universen ewig lebendes Wesen, kann Gott nicht aus Fleisch und Blut sein, da alle organischen Materialien auf vernünftige Temperaturen angewiesen sind und selbst dann noch unbeständig sind. Aus diesem Grund ist schließlich alles organische Leben vergänglich.
Was nicht aus Fleisch und Blut ist, hat auch keine Organe wie Menschen und Tiere, hat weder Hunger noch Durst, leidet nicht in Hitze oder Kälte, kennt keine Triebe, die genetisch verankert sind und hat vermutlich keine oder völlig andere Emotionen, Gefühle und Bedürfnisse wie wir Menschen usw.
Für ein ewig lebendes Wesen macht eine Reproduktion wenig Sinn. Wenn es sich dennoch reproduziert, dann braucht es für die Replikate neue Lebensräume (z. B. neue Universen), sonst könnte ein Chaos entstehen und man könnte nicht mehr von einem einzigen Gott sprechen.
Bei einer Reproduktion ist es sehr wahrscheinlich, dass sie über verschiedene Entwicklungsstufen wie bei jedem anderen Lebewesen abläuft, ähnlich wie sich auch unser Universum entwickelt und wie sich alle uns bekannten Lebensformen immer wiederreproduzieren.
Da Gott als Schöpfer unseres Universums und unserer Natur unvorstellbar intelligent sein musste, muss man davon ausgehen, dass er das Universum bereits zum Zeitpunkt Null so perfekt geschaffen hatte, dass sich alles nach seinem Willen und seinen Vorstellungen von Anfang an evolutionär so entwickelte, wie wir es heute feststellen können und keine späteren Korrekturen erlaubte.
Da mit den Naturgesetzen (den vollständig bekannten physikalischen Kräften) und mit den Eigenschaften der uns vollständig bekannten Elementarteilchen die Entwicklung des Universums und des körperlichen und geistigen Lebens vorprogrammiert ist, ist mit ihnen ein Wille in der Natur verankert. Dieser Wille kann als göttlicher Wille interpretiert werden, der alles Geschehen mit höchster Präzision beherrscht und keine Abweichungen duldet.
Damit sind auch keine Wunder zur Erklärung unverstandener Phänomene in unserem Universum erforderlich. Wer an Wunder glaubt, der spricht Gott sowohl die Intelligenz als auch die Fähigkeit ab, in einem einzigen Schöpfungsakt etwas Perfektes zu schaffen, was keiner weiteren Korrekturen bedarf.
Über die Eigenschaften der Atome und mit den Naturgesetzen, nach denen alles abläuft, wurde von Anfang an auch die Entwicklung der Lebewesen speziell auf unserem Planeten so vorprogrammiert, wie sie sich im Lauf der Zeit körperlich und geistig entwickelten.
Da jeder Mensch seinen eigenen speziellen Geist entwickelt, kann er willentlich so reagieren, wie es die jeweilige spezielle Situation erfordert. Diese Entscheidungen sind nicht vorprogrammiert, wie oft behauptet wird, sondern neben der Konstruktion und Wirkungsweise des Körpers nur die Konstruktion des Gehirns und die Mechanismen der geistigen Arbeit.
Genetisch sind Köperfunktionen, wie z. B. die Arbeitsweise der Sinne und aller anderen Organe, die unsere Wahrnehmungen betreffen und Empfindungen wie Schmerz oder Erregungen verursachen können, vorprogrammiert. Aber das Denken ist nicht genetisch vorprogrammiert, da alle Informationen des Gehirns von den genetischen Informationen vollständig entkoppelt sind. Die Behauptung, der Mensch hätte keinen freien Willen, weil auch seine Aktionen vorprogrammiert seien, ist deshalb falsch.

Jesustheologie und naturwissenschaftliche Theologie
Die Theologie der christlichen Kirchen befasst sich nahezu ausschließlich mit Jesus Christus, der als Sohn Gottes erklärt wird. Die Vorstellung, dass er zu seinen Lebzeiten Gott war oder dass Gott einen Menschen zeugte, entzieht sich jedoch jeglicher naturwissenschaftlicher Betrachtung. Menschen entstehen durch Erbeigenschaften, die in den Genen von Mann und Frau abgespeichert sind und die für die Konstruktion und Funktion des menschlichen Körpers verantwortlich sind. Denken und Handeln sind Folgen der Verarbeitung von Sinneseindrücken. Natürlich kann man dennoch an göttliche Gene glauben, aber Jesus war nach allen Berichten Zeit seines Lebens nur ein Mensch wie alle anderen Menschen und nicht ein Gott mit überirdischen Fähigkeiten. Gewiss war er ein ungewöhnlich charismatischer Mensch mit den besten Absichten, der seine Zeitgenossen von seinen Ideen überzeugen konnte, aber wie wir wissen, fehlten ihm jegliche göttliche Eigenschaften, die einen Gott definieren.
Die Entwicklung unseres Universums und des Lebens auf unserem Planeten folgt den Informationen, die in den Eigenschaften der uns vollständig bekannten Materieteilchen abgespeichert sind. Alles, was geschieht, läuft über die Verarbeitung von Informationen ab. So wie ein Huhn aus einem Hühnerei entsprechend den genetisch abgespeicherten Informationen entsteht und entsprechend den neuronalen Informationen handelt, die es über seine Sinnesorgane empfangen hat und die sich über das vegetative Nervensystem aus den Bedürfnissen seines Körpers ableiten.
„Gut“ und „Böse“ sind von Menschen gemachte Kategorien, die in der Natur nicht vorkommen. Positive und negative Empfindungen meldet uns unser Körper, damit wir wissen, was ihm gut tut, was er braucht und was ihm schadet. Wir leiden, wenn wir verletzt sind. Dies gilt nicht nur körperlich sondern auch geistig, wenn unsere Psyche krank ist. Empfindungen wie Wohlbefinden und Unwohlsein sowie Emotionen wie Liebe und Hass, die wir anderen gegenüber empfinden oder die uns zufließen, beeinflussen unser Verhalten. Sie haben sich in uns evolutionär entwickelt, weil sie für unser Überleben notwendig sind.
Leiden, wenn es uns körperlich oder geistig schlecht geht, ist evolutionär vorprogrammiert, damit uns klar wird, was wir vermeiden sollten. Von Jesus oder Gott zu erwarten, dass er uns oder die Natur vom Leid erlöst, würde damit bedeuten, dass die Lebewesen nicht mehr wüssten, was gut oder schlecht für sie wäre. Genau darum geht es aber bei der theologisch geführten Diskussion zur Theodizee, bei der die Theologen nicht verstehen, warum ein Gott oder Jesus Christus das Leiden zulässt, wenn er doch die Allmacht besitzen müsste, das Leiden zu verhindern. Diese Theologen sollten darüber nachdenken, aus welchem Grund ein allmächtiger Gott, der körperliche Schmerzen und vor allem bei uns Menschen auch geistige Schmerzen aus guten Gründen evolutionär bei der Schaffung des Universums vorprogrammiert hat, seinen Willen revidieren sollte? Etwa, damit wir nicht mehr erfahren, was für uns gut oder schlecht ist oder wer uns Gutes oder Böses zufügt? Es ist nicht schwer zu verstehen, dass Schmerzen, Leid und Leiden notwendige Bestandteile einer gut funktionierenden perfekten Natur sind.

Fazit
Es wird immer Menschen geben, die einen Glauben brauchen, der ihnen Trost spendet und ihnen hilft, ihre Probleme zu bewältigen. Es wird auch immer Menschen geben, die gerne an Wunder glauben, auch wenn sie noch nie eines erlebt hatten. Aber es muss kein Glaube sein, der sich an uralten Schriften und fraglichen Offenbarungen orientiert. Wie in diesem Artikel beschrieben, ist es auch heute noch für aufgeklärte Menschen möglich, an einen Schöpfergott zu glauben, ohne in ernsthaften Konflikt mit gesicherten naturwissenschaftlichen Erkenntnissen zu geraten.
Dieser „naturwissenschaftliche Gott“, den wir für die Raum-, Zeit- und Energiesingularität verantwortlich machen können, aus der er mit höchster Perfektion und Intelligenz unser Universum so vorprogrammiert erschaffen hat, dass es sich ohne weitere Eingriffe evolutionär zu dem entwickeln konnte, was wir heute in unserer unbelebten und belebten Natur erkennen können. Da wir die Eigenschaften, die wir ihm zuschreiben ansatzweise in unserer Natur und uns Menschen erkennen können, ist der Gedanke, dass er sich evolutionär im Universum reproduziert, sehr wahrscheinlich. Sein Geist wirkt über die Mechanismen der Naturgesetze in der gesamten unbelebten und belebten Natur von den ersten Sekundenbruchteilen des Universums an und kontrolliert die gesamte materielle Welt sowie alles körperliche Leben in allen Lebewesen und ist damit allgegenwärtig. Mit ihm lebt alles ewig, so wie leicht erkennbar Pflanzen, Tiere und Menschen durch stete Reproduktion solange unsere Erde nicht zerstört wird, ewig leben.
Auch wir haben uns, ohne dass wir uns jemals daran erinnern könnten, mit den speziellen Mechanismen der Informationsverarbeitung evolutionär entwickelt. Niemand kann jemals wissen, wie wir uns zu Beginn der Evolution oder zu Beginn des Universums fühlten, als wir noch keine Menschen waren, wer oder was wir dabei waren oder was wir in ferner Zukunft jemals sein werden usw. Sicher ist, dass wir niemals zuvor ein Gehirn hatten, mit dem wir so gut denken konnten und mit dem wir so viel Wissen ansammeln konnten, was stetig wachsend durch Kommunikation erworben wurde und der gesamten Menschheit zur Verfügung steht.
Unterschiedliche Arten der Information und Kommunikation, wissen wir heute, spielten schon bei den ersten Teilchen, dann bei den Atomen, später bei den ersten Einzellern und schließlich bei uns Menschen eine wichtige Rolle. Heute wissen wir, dass alle Lebensformen durch Information und Kommunikation entstehen. Sie sind ein Wesensmerkmal aller Lebewesen, denn alle uns bekannten organischen Lebensformen zeichnen sich durch körperliche (genetische) Informationsverarbeitung aus. Alle Lebewesen mit Gehirn und vor allem wir Menschen zeichnen uns darüber hinaus noch durch eine zusätzliche völlig andere geistige (neuronale) Informationsverarbeitung aus. Neben dem körperlichen Leben besitzen wir damit neben dem körperlichen Leben zusätzlich noch ein geistiges Leben, dessen Informationen (also alle Erinnerungen und alles Wissen) mit dem körperlichen Tod im Gegensatz zu den genetischen Informationen verloren gehen. Damit ist klar, dass nur das körperliche und nicht etwa das geistige Leben in der Natur reproduziert wird. Im Gegensatz zur körperlichen Identität entsteht die geistige Identität bei jedem Menschen erst nach der Geburt im Laufe der Zeit mit den Informationen der Sinnesorgane von Grund auf neu.

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Hans Sixl
Über Hans Sixl 49 Artikel
Dr. Hans Laurenz Sixl, Jahrgang 1941, arbeitete als Professor für Physik an den Universitäten Stuttgart und Frankfurt und als Visiting Professor in Durham (UK) und Tokyo (J). Von 1986 bis 2001 war er Forschungsdirektor in der Chemischen Industrie und Vorstandsmitglied der deutschen Physikalischen Gesellschaft. Seine Arbeitsgebiete waren Spektroskopie und Materialforschung. Er hat die Molekularen Elektronik in Deutschland begründet und lehrte an der Universität Frankfurt.

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