Zur Etymologie der Impfpflicht – Ein Blick in die Geschichte einer umstrittenen Maßnahme

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Die Impfpflicht, insbesondere der Verlust bürgerlicher Rechte für die Ungeimpften, widerspricht der Deklaration der Menschenrechte auf internationaler Ebene und der Bill of Rights, die Bestandteil der US-amerikanischen Verfassung ist. Dass sie trotzdem in den letzten Wochen von einigen deutschen Politikern zumindest zeitweise in Erwägung gezogen worden zu sein scheint, soll hier einmal Anlass sein, der Bedeutungsgeschichte dieses Begriffs nachzuspüren. Warum das gerade zu Pfingsten sinnvoll sein könnte, wird möglicherweise gegen Ende des Textes klar.

Das Verb „Impfen“ gab es laut Duden schon im Althochdeutschen und es wurde in der Landwirtschaft, genauer der Gärtnerei, verwendet: Es bezeichnete die „Einpflanzung“ oder „Pfropfung“ von edleren Trieben in die wilden Obstbäume, wodurch diese erst in die Lage versetzt wurden, später einmal den erhofften Ertrag abzuwerfen. Erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts kam die heute geläufige Bedeutung als Schutzimpfung gegen die Pocken hinzu, welche die Beobachtung ausnutzte, dass Menschen, die viel mit Kühen zu tun hatten, deren milde Variante der „Kuhpocken“ durchmachten und danach keine Pocken mehr bekamen. Die Pocken waren noch bis ins 20. Jahrhundert als gefürchtete Viruserkrankung bekannt, die weltweit Millionen Menschenleben forderte und die Überlebenden durch Pockennarben zeitlebens entstellte.

Ins Althochdeutsche war das  Verb „Impfen“, wie auch die damit bezeichnete Kulturtechnik der Veredlung von Obstbäumen, von den Römern übernommen worden. Deren Begriff „imputare“ wiederum war als Lehnwort abgeleitet vom Griechischen „emphyteusis“ – wörtlich „Einpflanzung“.

Im Russischen verwendet der Begriff „priwit´“ den Stamm „wit´“ und bedeutet damit in etwa „hineindrehen“, leitet sich also auch von der Tätigkeit der Pfropfung oder Inokulation (was wiederum mit den „Augen“ auf Baumästen zu tun hat) her.

Das englische Pendant zur „Impfung“ verwendet hingegen einen völlig anderen Wortstamm: der Begriff „vaccination“ wurde von Edward Jenner (1749-1823) geprägt, der das lateinische „vacca“ als Ausgangspunkt nahm – zu deutsch, die Kuh.

Was hat die Kuh mit der Veredlung alter Obstbäume durch das Einpflanzen neuer Triebe zu tun? Jenner führte selbst Impfungen mit Kuhpockenmaterial durch und nachdem vor ihm bereits der Verdacht auf eine Unempfindlichkeit gegen die Pocken nach einer solchen Behandlung geäußert worden war, stellte er das Prinzip auf eine systematische Grundlage. Viren sind wirtsspezifisch und brauchen passende Rezeptoren um in die Körperzellen des Wirtsorganismus eindringen zu können. Jede Art hat deshalb ihre spezifischen Viren, die jedoch aufgrund ständiger Mutationen anpassungsfähig sind. Es gibt Überschneidungen bezüglich der Rezeptoren, sodass Viren bei anderen species gelegentlich  – dann meist milder verlaufende – Erkrankungen hervorrufen können. Im günstigsten Fall verläuft die Erkrankung milder, die Immunantwort auf die infizierten körpereigenen Zellen reicht aber trotzdem aus um eine lebenslange Immunität nicht nur gegen das artfremde Virus sondern auch gegen das ähnliche, auf die eigene Art spezialisierte Virus zu induzieren: genau diese Konstellation fand Jenner bezüglich der Kuhpocken und den echten, auf den Menschen spezialisierten Pocken durch die (heute als ausgestorben geltenden) Variola-Viren.

Viren können allerdings ihr genetisches Material auch rekombinieren und in extrem seltenen Fällen kann es bei gleichzeitiger Infektion eines Individuums mit zwei verschiedenen Virusstämmen zur Entstehung eines neuen Virus kommen, das dann auch eine neue species infizieren kann. So sind die Kuhpocken heute in zoologischen Gärten gefürchtet, da sie inzwischen auch bei Katzen auftreten können (wahrscheinlich einmal nach Ansteckung von einem geimpften Menschen rekombiniert), für Elefanten und Nashörner aber tödlich verlaufen.

Die Römer verwendeten „emphyteusis“ , die Einpflanzung, jedoch noch in einer anderen, übertragenen Bedeutung: der Staat beanspruchte mit dieser rechtlichen Institution das Recht für sich, eine Familie oder Sippe auf einem Anwesen oder Bauernhof „einpflanzen“ zu können, den Angehörigen also das Lebensrecht auf diesem Anwesen auf alle Ewigkeit zu garantieren. Mit dem Reichserbhofgesetz von 1934 erweckte das nationalsozialistische Regime die Emphyteusis in Deutschland zu neuem Leben. Im Umkehrschluss würde eine Verabsolutierung dieser  Praxis natürlich bedeuten, dass nur den „Eingepflanzten“ ein vom Staat anerkanntes Existenzrecht in ihrer jeweiligen Heimat zuerkannt wird.

Mit etwas Phantasie könnte man aber auch für Jenners so überaus erfolgreiche Wortneuschöpfung der „vaccination“ eine übertragene Bedeutung auf Grundlage der altägyptischen Hathor-Riten postulieren: die kuhgestaltige Hathor war die Gottheit von Leben, Tod und Wiedergeburt – durch eine „Hathorisierung“ oder „Ver-Kuhung“ konnten Lebende in den Hathor-Festen oder Verstorbene durch bestimmte Riten Teilhabe gewinnen am ewigen Leben, indem sie symbolisch eine Reise ins Totenreich absolvieren, aber von dort  – als Hathorisierte oder „Vaccinierte“ – wieder zurückkehren konnten. Es weist zwar nichts darauf hin, dass Jenner über eine Beschreibung der Impfung mit Kuhpockenmaterial hinaus eine solche übertragene Bedeutung hätte suggerieren wollen. Wenn man jedoch bedenkt, dass die Taufe als Ritus eines symbolischen Todes mit dem Versprechen eines anschließenden ewigen Lebens aller Wahrscheinlichkeit nach auf die Hathor-Riten zurückgeht, so kann man eine gewisse Ähnlichkeit zur „symbolisch“ durchgemachten Pockeninfektion mit anschließender Immunität nicht von der Hand weisen.

Der Kreis zu den universalen Menschenrechten schließt sich wenn wir bedenken, dass die segensreiche Wirkung des engen Umgangs mit Kühen bezüglich der Anfälligkeit für die Pockenviren seit Jenners Zeiten bis heute allen Menschen ungeachtet ihres Standes, ihrer Religionszugehörigkeit oder staatlich verbriefter Existenzberechtigungsnachweise zugute gekommen ist.

Dabei sollten wir es unbedingt belassen und die Zumutung einer „Zwangstaufe“ aus dem Hause Gates, als Bedingung unserer weiteren bürgerlichen Existenzberechtigung, entschieden zurückweisen !

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Hansjörg Rothe
Über Hansjörg Rothe 7 Artikel
"Dr. Hansjörg Rothe, geboren 1966 in Leipzig, niedergelassener Arzt in einer Dialysepraxis mit genetischem Labor in Sachsen, praktizierte als Krankenhausarzt für Innere Medizin und Nephrologie in England, Sachsen-Anhalt und Bayern, arbeitete in New York in der klinischen Forschung und hat einen Lehrauftrag für Bioanalytik an der Hochschule für Angewandte Naturwissenschaften Coburg. Er ist Mitglied der Deutschen und Österreichischen Gesellschaften für Nephrologie, der Hippokratischen Gesellschaft Zürich und des Freien Deutschen Autorenverbandes Thüringen."