Belgische Trappisten- und Abteibiere

Jef van de Steen und Andrew Verschetze. Himmlisch gut, Grenz-Echo-Verlag.

Bild von Andreas H. auf Pixabay

Jef van de Steen/Andrew Verschetze: Belgische Trappisten- & Abteibiere. Himmlisch gut, Grenz-Echo-Verlag, Eupen 2020, ISBN: 978-3-86712-148-4, 49,95 EURO (D)

Dieser Bildband bietet eine Übersicht von 34 bekannten und weniger bekannten belgischen Trappisten- und Abteibieren. Der Bierexperte und Autor Jef van dem Steen stellt dabei die einzelnen Brauereien, Biere, deren Historie und vor allem die Menschen dahinter in eigenen Kapiteln vor. Die Bilder von Andrew Verschetze gewähren einen Blick hinter die Kulissen von den nicht immer zugänglichen Räumen der Produktion. 

Im ersten Teil des Bandes geht es um das Trappistenbier. In einem kleinen Überblick wird ausgeführt, dass die Trappisten eine strengere Observanz des Zisterzienserordens sind und erst nach der Französischen Revolution 1789 nach Belgien kamen. Nach der Unabhängigkeit Belgien 1830 begannen die Trappisten Bier zu brauen. Von dem Erlös konnten sie ihre Lebenshaltungskosten decken und Überschüsse wurden für gute Zwecke verwendet. Sie entwickelten ein eigenes Label, um eine klare Unterscheidung zwischen Trappistenbieren und Abteibieren zu erreichen. Zwischen den einzelnen Sorten gibt es Unterschiede in Bezug auf Farbe, Geruch, Geschmack und Alkoholgehalt. 

Danach werden sechs Trappistenbiere in einzelnen Kapiteln vorgestellt. Zuerst wird das Gründungsjahr, der Name und die Postadresse sowie die Homepage genannt. Es folgt eine genauere Vorstellung in Text und Bild. Der Text informiert über Gründung und Geschichte der jeweiligen Abtei, die Brauereigeschichte, mögliche Besichtigungen, Produktion, die nähere Umgebung und ggf. Verkaufsladen. Außerdem werden verantwortliche Personen berücksichtigt. Neben dem Text gibt es zahlreiche farbige Illustrationen von Personen, der Abtei und dem Produktionsprozess. Am Ende werden Adressen von Tourismusbüros (VVV), Cafés, Sehenswürdigkeiten in der Nähe, Aktivitäten und Unterkünfte abgedruckt.

Der zweite Teil stellt anerkannte belgische Abteibiere vor. Zuerst wird eine kurze Geschichte der Abteien und des frühen Bierbrauens in Belgien erzählt. Nach dem 2. Weltkrieg kamen Mönche auf die Idee, ein Bier mit dem Namen ihrer Abtei von einer Lohnbrauerei brauen zu lassen und für die Verwendung des Namens Lizenzgebühren zu erheben. Um zwischen den modernen Abteibieren mit und ohne Lizenzgebühren zu unterscheiden, wurde das Label der anerkannten belgischen Abteibiere gegründet, das sich auf Kriterien bezieht, die das Bier erfüllen muss. 

Gemäß dem Gründungsjahr werden dann 22 verschiedene Biere in einzelnen Kapiteln präsentiert. Dies passiert im Großen und Ganzen wie bei den Trappistenbieren, nur die Zusammenarbeit mit den einzelnen Lohnbrauereien wird erläutert und deren Adressen angegeben.

Anschließend werden die nicht anerkannten belgischen Abteibiere behandelt. Seit den 1960er Jahren produzierten immer mehr Brauereien Bier im Trappistenstil mit Namen, die den Eindruck erweckten, dass sie aus einer Abtei kommen oder mit Religion zu tun haben. Da aber die Bezeichnung „Abteibier“ nicht geschützt ist, kann sie jeder frei verwenden, wie hier geschehen. Sechs von diesen Bieren werden nach demselben Muster wie im ersten Teil dann vorgestellt. 

Abschließend folgt noch ein Sonderteil mit sechs Bieren aus dem Osten Belgiens. Dies sind Damian, das Eupener Spezialbier, die Brauerei Bellevaux, Craft Bier aus der belgischen Eifel, Cabane Blonde, die Brauerei Gerstenkorn und das Peak Beer in Waines. Dies geschieht in einer kurzen Vorstellung der Brauerei und der Produkte mit Adressenteil.

Im Anhang findet man noch eine Auflistung der verwendeten Magazine, Bücher und Nachschlagewerke. 

Dies ist ein hochwertig gestalteter Band mit großformatigen Illustrationen, manchmal über zwei Seiten, mit geschmackvollen Bildern der Biere. Der Leser bekommt einen Einblick in die historischen Zusammenhänge, Informationen zu den Abteien, den Inhalten der Produkte und dem Produktionsprozess. Erwerbsmöglichkeiten und oft Informationen zu Brauereibesichtigungen und den Besuch des Ortes mit touristischem Hintergrund sind ausreichend vorhanden. Ein gelungener Einblick in ein Teil der Produkte des Bierlandes Belgien. 

Über Michael Lausberg 418 Artikel
Dr. phil. Michael Lausberg, studierte Philosophie, Mittlere und Neuere Geschichte an den Universitäten Köln, Aachen und Amsterdam. Derzeit promoviert er sich mit dem Thema „Rechtsextremismus in Nordrhein-Westfalen 1946-1971“. Er schrieb u. a. Monographien zu Kurt Hahn, zu den Hugenotten, zu Bakunin und zu Kant. Zuletzt erschien „DDR 1946-1961“ im tecum-Verlag.