Claudia Kemfert: Kurzschluss. Wie wir unsere Energiezukunft verspielen

Lausbergs Buchtipp

technik windräder energie windkraft windenergie, Quelle: GuentherDillingen, Pixabay License Freie kommerzielle Nutzung Kein Bildnachweis nötig
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Claudia Kemfert: Kurzschluss. Wie wir unsere Energiezukunft verspielen, Campus, Frankfurt/Main 2026, ISBN: 978-3-593-52185-5, 26 EURO (D)

»Heizungshammer«, »Verbotskultur«, »Dunkelflaute« – die Energiewende zerreißt Familien und Freundeskreise, spaltet Gesellschaft und Wirtschaft. Wie lange bleibt unsere Zukunft noch planbar? Was wird aus meinem Eigenheim, wenn die nächste Krise kommt. Wer wird am Ende wirklich zahlen müssen? Rast Deutschland sehenden Auges in den Abgrund? Die brutale Realität: Das 1,5-Grad-Ziel ist Geschichte, Ressourcenkriege verwüsten bereits ganze Kontinente. In ihrem neuen Buch konfrontiert Claudia Kemfert uns mit den heute neu gestellten klimapolitischen Fragen und deckt auf, wo Mythen gefährliche Realitäten verschleiern. Sie zeigt, welche Technologien noch funktionieren könnten und wie der Gasausstieg Deutschland zum Technologie-Weltmarktführer macht – wenn uns die Zeit bleibt.

Der erste Teil dreht sich um die Fragen, ob sich ein Elektroauto lohnt, wie die Verkehrswende vorankommen kann und warum Klimaschutz nicht gegen soziale Gerechtigkeit ausgespielt werden darf.

In Teil zwei geht es um Halbwahrheiten, Mythen und Kampagnen gegen Wärmepumpen oder erneuerbare Energie sowie Chancen und Wege zu echten Lösungen.

Der dritte Teil wird dargestellt, was die Energiewende für Europa, die wirtschaftliche Zukunft und für de globale Gerechtigkeit bedeutet. Es wird ausgeführt, wie Wohlstand und nachhaltiges Wirtschaften unter einen Hut gebracht werden kann und wie Bürgerbeteiligungen aussehen können.

Es werden zwei Szenarien gegenübergestellt: Die eine ist eine progressive Klimapolitik mit einem modernen, klimaneutralen Energiesystem und damit verbundenem Wohlstand, Stabilität und Zukunftsfähigkeit. Die andere wäre ein Verharren in alten Strukturen abhängig von fossilen Energien und den Machthabern autoritärer Länder.

Die Autorin wirbt für eine neue Energiepolitik, das ist nichts Neues. Die Zuspitzung und der Dualismus sind vielleicht etwas zu extrem, aber: Sie hat in ihren Grundgedanken recht und dass sie von Reiches Energiepolitik desillusioniert ist, liegt auf der Hand. Gerade die jetzige Ölkrise wird nicht die letzte sein, die Klimaziele drohen verfehlt zu werden und bestehende gute Konzepte werden verteufelt oder wider besseren Wissens falsch dargestellt, das stellt Kemfert richtigerweise heraus.

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Über Michael Lausberg 634 Artikel
Dr. phil. Michael Lausberg, studierte Philosophie, Mittlere und Neuere Geschichte an den Universitäten Köln, Aachen und Amsterdam. Derzeit promoviert er sich mit dem Thema „Rechtsextremismus in Nordrhein-Westfalen 1946-1971“. Er schrieb u. a. Monographien zu Kurt Hahn, zu den Hugenotten, zu Bakunin und zu Kant. Zuletzt erschien „DDR 1946-1961“ im tecum-Verlag.