Der Corona-Schock aus Italien

Italiens Pandemie-Gesetz und seine Folgen

corona welt maske virus krankheit quarantäne, Quelle: Alexandra_Koch, Pixabay License Freie kommerzielle Nutzung Kein Bildnachweis nötig

Aber in Italien …, immer wieder Italien. Massenhaft gestapelte Särge, abtransportiert vom Militär. Warum gerade in Italien? Was ist los in Italien? Ein italienischer Abgeordneter schreit seine Kollegen an mit der Behauptung, dass die Sterblichkeit nicht höher liege als normal und der ganze Shutdown Humbug sei. Niemand kann das bei uns in Deutschland – wo das Video auch auftaucht – glauben. Nicht nur einmal sind andere Bilder in den Nachrichten von ARD und ZDF aufgetaucht, Bilder die unsere Welt veränderten. Sie zeigten sichtlich eine Notlage. Bilder lügen nicht. Oder doch?

Viele fragten sich, was steckt dahinter? Der Mutmaßungen waren viele. Allen voran die Großfamilien-freundlichen Verhältnisse der Italiener, wo mehrere Generationen eng zusammenwohnen – also optimale Verhältnisse für die Ausbreitung, für das Eindringen des Virus in die überaus gefährdeten, älteren Jahrgänge. Zweithäufigste Mutmaßung war die verschmutzte, oberitalienische Industrieluft. Früh aufgetaucht und immer wieder zitiert wurde die Verbreitung des neuen Mobilstandards 5G als Verursacher der Schwächung der Bewohner, weil sowohl Wuhan wie auch Oberitalien bei dessen Installation vorne liegen. Und schließlich soll eine voraufgegangene Grippe-Impfung viele Menschen besonders anfällig für den Virus gemacht haben. Und natürlich haben die Italiener ein anderes Gesundheitssystem. Bei dessen Erwähnung: Schulterzucken und auf gut bayrische Art „Nix G’wiess‘ woas ma need!“

Jetzt wurde Gewisseres offenbar. Ein wunderbares Beispiel der Wirkung gesetzlicher Logik. Die zentrale Norm dazu ist das italienische Pandemie-Gesetz, das vorschreibt, dass an einem Pandemie-Virus Verstorbene nicht beerdigt werden dürfen, sondern verbrannt werden müssen. Wer Italien kennt (Wer kennt Italien nicht?), weiß wie gut-katholisch sie sind, unsere verehrten Freunde, und hat ad hoc die richtige Assoziation von den landesweit üblichen, traditionellen Beerdigungszeremonien.

Wer so viel weiß, der weiß genug, um zu ahnen, dass die Zahl der in Italien sehr selten genutzten Krematorien nicht ausreicht, um plötzlich alle Verstorbenen zu verbrennen. Alle? Jawohl alle! Die Runde machte dazu die passende Video-Botschaft aus Italien, in der von Offiziellen gesagt wurde, dass bei der Bestimmung der Verstorbenen keine Unterscheidung zwischen normal-Verstorbenen und Corona-Verstorbenen gemacht wird, egal auch, ob mit Corona verstorben oder daran.

Was also war die Folge der zwingenden, gesetzlichen Angst-Vorschrift: Die Särge durften nicht abgeholt werden, sie stapelten sich vor den Krankenhäusern und wurden nicht wie sonst üblich, Stück für Stück einzeln auf die Dörfer und zu den Kirchen transportiert. Am Ende lagerten so viele übelriechende Särge vor den Krankenhäusern, dass man in dieser Notlage das Militär und seine Lagerkapazitäten einsetzen musste. Was bei diesen Einsätzen produziert wurde, waren wunderbare, bewegte und bewegende TV-Bilder, die die Welt erschreckten.

So weit, so schlecht. Aber das Ganze hatte noch einen gesetzlichen Verstärker, möglicherweise in gleicher Weise Angst-geboren wie das Pandemie-Gesetz. Welche Angst es diesmal war, könnten genauere Recherchen ergeben, jedenfalls ist es – egal aus welchem Grund – nach den in ganz Italien geltenden Vorschriften nur sehr schwer möglich, als Kranker von einem Krankenhaus in ein anderes verlegt zu werden. Diese strenge Regel bewirkte, dass die Krankenhäuser im Süden Italiens leer waren und die Krankenhäuser im verdichteten italienischen Norden teilweise übervoll.

Auch diese gesetzliche Vorschrift verstärkte die Sichtbarkeit der Todesfälle, denn eine bessere Verteilung innerhalb des Landes hätte auch sonst die Berichterstattung entzerrt. Die Bilder von der geballten Ladung überlasteter Krankenhäuser im Norden Italiens hielt über Wochen an und beflügelte die Angstmacherei unserer Mainstream-Medien.

Derweil meldeten in Deutschland mangels Auslastung viele Krankenhäuser Kurzarbeit an. Unser geliebtes Deutschland tickt eben doch nicht so, wie unser geliebtes Italien. Dennoch: Jegliche Angstmache vor der drohenden Überfüllung unserer Intensivstationen lebte von diesen importierten Bildern und Argumenten – und hatte nichts zu tun mit der deutschen Realität. Trotzdem wurde genau mittels dieser Angstmache die deutsche Wirtschaft brutalissimo und unverantwortlich heruntergefahren.

Dass diese Erkenntnisse bislang nicht aufgedeckt wurden, ist deshalb eine der schlimmsten Journalismus-Versagen unserer Zeit. Und die Drohung wirkt immer noch, Tag für Tag: Ja nicht zu schnell öffnen, sonst könnten wir unsere Erfolge wieder aufs Spiel setzen, verlautet es vom Kanzlerinnen-Thron. Von welchen Erfolgen redet sie denn bitte?

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