Der Messias kommt ungelegen!

Kreuz auf dem Vatikan, Foto: Stefan Groß

Shehecheyanu ist ein jüdisches Dankgebet für etwas besonders Gutes, auf das man lange gewartet hat und nun auch erleben darf. Zum Guten gehören wiederkehrende Feiertage und umso mehr die Anerkennung ganz Jerusalems mit Tempelberg als Hauptstadt aller Juden und des Judenstaates Israel.

Es darf angenommen werden, dass außer Trump, der Mehrheit der US-Bürger und den meisten Juden weltweit die Mehrheit der übrigen Menschheit nicht mit der von Gott versprochenen Judenbevorzugung einverstanden ist. Deutsche Humanisten, deren Staatsraison „Israel“ und Frauen steinigende Iraner, der Staatsraison „Israelvernichtung“ heißt, üben den Schulterschluss. Der eben noch als furchtbarer Türkendespot verschriene Erdogan gehört mit dem EU-aufgeklärten Macron und der gesamten EU-Führung zu den Bedenken tragenden Warnern. Trumps mediale Ankündigung werde islamische Terrorfanatiker zu weiteren Terrortaten reizen, was – koste es Israel, was es wolle – alternativlos zu vermeiden ist. Lauscht man den zahlreichen Warnungen der Bedenkenträger, so scheinen bisherige islamistische Anschläge von Paris bis Berlin nur ein Vorspiel zu dem gewesen sein, was den Europäern noch bevorsteht, die unter Muslimen leben. Europäische Biedermänner müssen den Brandstiftern nach dem Mund reden, um von ihnen verschont zu bleiben. Zudem brauchen Juden keine Hauptstadt. Hätten die Siegermächte die Juden nicht vor der Totalvernichtung gerettet, gäbe es heute keine Juden und Jerusalem wäre eine heruntergekommene Brutstätte der Gewalt ohne jeglichen religiösen Wert für Muslime, ähnlich Duisburg und Wuppertal. Doch da Dank der Siegermächte genügend Juden ihrer Auslöschung entkommen, sieht sich die zivilisierte Welt verpflichtet, den Juden eine Heimat anzubieten, wo es ihnen erlaubt ist, sich selbst zu verteidigen, und sie somit niemanden wie im Mittelalter um Schutz anbetteln müssen, nicht verbrannt, vergast oder sonst wie ermordet zu werden.

Doch die fortschrittlichen Kräfte Deutschlands und der Welt verdrängen die Fakten, der zur Gründung des Judenstaates geführt haben. Wie in den letzten beiden Jahrtausenden stürzen sich heute alle selbsternannten Friedensbewahrer auf die wenigen Juden, um kurzzeitig ihre todbringenden Differenzen untereinander zu kaschieren.

Das Traurige am Jammern der deutschen Politiker und weiteren Medienleuten ist der Umstand, dass sie die gute alte Judenbeschimpfung (Judenhetze) verlernt haben. Sie konzentrieren sich nur auf Araber, die laut jammernd vorgeben, von Juden unterdrückt zu werden. Hingegen müssen alle Araber und Muslime, auch diejenigen, die von ihren Herrschern gleichen oder ähnlichen Glaubens, ob Diktatoren oder Islamisten, vergiftet, gesteinigt, erschossen, gefoltert, vergewaltigt oder sonst wie ermordet werden, Rache schwören und gegen Juden praktizieren, weil Trump etwas beschlossen hat, was sie nicht verstehen wollen. Auch die Europäer können nicht verstehen, weshalb die USA aus dem unzerstörbaren Bund der Israelkritik ausscheiden. Die aufgeklärten und besorgten Europäer befürchten als Konsequenz zwar keine Ermordung durch ihre eigene Regierung, sondern durch die nun aufgewühlten gläubigen Massen, die vermehrt übers Mittelmeer zu ihnen flüchten werden.

Jerusalem soll die drittheiligste Stadt der Muslime sein, spricht selbst der Papst, der die Religionen studiert hat! Ungebildete bis gottlose Europäer plappern dieses falsche Wissen verbreitenden Propagandisten nach. Hunderte von Malen wird Jerusalem im Koran erwähnt, öfters noch als Rom, welche Allah – oder war es Mohammed? – ebenfalls den Palästinensern zugesprochen hat. Nein. Das unbewohnbare und verjudete Jerusalem wird im Koran kein einziges Mal erwähnt! Die wunderschöne Omarmoschee auf dem Tempelberg im christlich-byzantinischem Stil, wo eins der Judentempel gestanden hat, ist eine Kirche. Nur das Pferd, auf dem Mohammed zum Mond und anderen Sternen wie später auch Peterchen geritten ist, ist an Hand seines Skelettes nachgewiesen worden. Ganz im Gegensatz zu Mohammed selber, der eine christlich-arianisch-sunnitisch-schiitische Erfindung ist.

Doch das spielt keine Rolle, wenn man nur den Juden, da Juden, eine Hauptstadt versagen will. Selbst der Papst ist besorgt, dass die Muslime nun den Vatikan überfallen werden. Frankreich erwägt seine Teilung in einen laizistischen demokratischen Staat, der durch hohe Stacheldraht bewehrte Mauern von islamischen Enklaven abgesondert ist, wo die Scharia das Gesetz ist. Viele Franzosen befürchten ansonsten, dass die Inhalte von Houellebecqs realistischem Buch „Unterwerfung“ sich bewahrheiten werden.

Doch warum sind progressive Juden, meist in den USA lebend, gegen die Anerkennung der 3.000 Jahre alten Judenstadt als Judenstaat-Hauptstadt? De facto ist ja ganz Jerusalem seit Jahrzehnten die Hauptstadt Israels!

Die Antwort ist kompliziert. Jeder leicht antisemitisch angehauchte Nichtjude weiß instinktiv, dass Trump nur deshalb Israel einen Gefallen erweist, weil die Juden ihn finanziell unterstützen. Dazu gehören auch diese unfrommen progressiven Juden, denen im Nachhinein die finanzielle Unterstützung Trumps weh und leid tut. Denn sie müssen ihre vorgeschossenen Gelder wieder auffüllen. Doch das können sie nur erfolgreich tun, wenn nicht der jüdische Messias dazwischenkommt, da dieser – obwohl Jude – sogar nach antisemitischer Sichtweise unbestechlich sein soll. Nun glaubt jeder amerikanische Jude zu wissen, dass wenn die Juden Jerusalem beherrschen, der Messias vor den Toren Washingtons wartet. Somit kommt der Messias ungelegen, wie es auch der Vorsitzende des Zentralrates der Juden in Deutschland medienwirksam sagt. Soll der Messias weggehen und später oder am besten gar nicht kommen! Doch das ist falsch; der Papst glaubt es besser zu wissen: Der Juden-Messias wartet vor den Toren Roms. Aus Rache wird er orientalische Horden nach Rom schicken, um die Stadt des Antichristen dem Boden gleich zu machen.

Zur Beruhigung: Der Messias hält sich trotz den von aller Welt erhofften palästinensischen Aufständen ab sofort in Jerusalem auf. Er wird den Dritten Tempel errichten.

Shehecheyanu!

PS: Neben den USA erkennen Vanuatu, Tschechien und Russland zumindest den Westteil Jerusalems als Hauptstadt Israels an. Der Tempelberg liegt weder im Westen, noch im Osten der Stadt. Der Tempelberg liegt im Zentrum, im Herzen von Jerusalem.

Nathan Warszawski
Über Nathan Warszawski 317 Artikel
Dr. Nathan Warszawski (geboren 1953) studierte Humanmedizin, Mathematik und Philosophie in Würzburg. Er arbeitet als Onkologe (Strahlentherapeut), gelegentlicher Schriftsteller und ehrenamtlicher jüdischer Vorsitzender der Christlich-Jüdischen Gesellschaft zu Aachen.

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