Er hat einen gewissen Status und man könnte ihn durchaus schon als Kult-Kolumnist des ZEIT-Magazins bezeichnen. Egal, ob er Altersvorsorge-Tipps für Jugendliche erteilt, die wahren Schrecken des Älterwerdens beschreibt, ob er den Zusammenhang zwischen halbleeren und halbvollen Colaflaschen oder diversen Zwangsneurosen offenbart oder das neu entdeckte Phänomen des „vertuschten Orgasmus“, ob er sich selbst einem Stresstest für Manager unterzieht, die Schattenseiten seines neuen Smartphones darlegt oder sich als Wut-Tanker outet – stets nimmt er in seinen Glossen unsere täglichen Probleme unter das Vergrößerungsglas des scharfzüngigen Zeitkritikers. Mal mit Augenzwinkern und der Unschuldsmine des naiven Zeitgenossen, mal bissig-humorvoll mit der spitzen Feder eines Satirikers enttarnt er abgedroschene Phrasen, gängige Vorurteile, hochgejubelte Medienevents und eingeübte Alltagsbanalitäten. Die Rede ist von Harald Martenstein.
Ernst Molden: Wien Mitte. Ein Wochenbuch
Finanzen
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