Frank Stöpel/Andrea Lange/Jürgen Voß (Hrsg.): Betriebliches Eingliederungsmanagement in der Praxis

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Frank Stöpel/Andrea Lange/Jürgen Voß (Hrsg.): Betriebliches Eingliederungsmanagement in der Praxis. Arbeitsfähigkeit sichern, rechtssicher agieren, Potentiale nutzen, Haufe Verlag, Freiburg im Breisgau 2018, ISBN: 978-3-648-10029-5, 49,99 EURO (D)

Das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) ist eine Aufgabe des Arbeitgebers mit dem Ziel, Arbeitsunfähigkeit der Beschäftigten eines Betriebes oder einer Dienststelle möglichst zu überwinden, erneuter Arbeitsunfähigkeit vorzubeugen und den Arbeitsplatz des betroffenen Beschäftigten im Einzelfall zu erhalten. Im weiteren Sinne geht es um ein betriebliches Gesundheitsmanagement zum Schutz der Gesundheit der Belegschaft. Die Rechtsgrundlage dafür ist § 167 Abs. 2 Neuntes Buch Sozialgesetzbuch (SGB IX).

Dieses Buch beschäftigt sich mit dem betrieblichen Eingliederungsmanagement in der praktischen Arbeit auf sicherer Rechtsgrundlage. Arbeitshilfen dazu können online abgerufen und heruntergeladen werden.

Das Buch beginnt mit einer Begriffsbestimmung des BEM, die Abgrenzung zu Krankenrückkehrgesprächen und die möglichen Quellen für Arbeitsunfähigkeit. Dann geht es um den rechtlichen Rahmen, den Anwendungsbereich und die Rechten und Pflichten für Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Dann werden die Prozesse des BEM mitsamt einer Verlaufsdokumentation einzeln dargestellt und das Projektmanagement für diese Prozesse präsentiert. Die Arbeitsgestaltung steht danach im Mittelpunkt: Dabei werden Belastungsursachen und Gestaltungsfelder im Arbeitssystem und exemplarische Maßnahmen beschrieben. Die Netzwerkarbeit der einzelnen Akteure, die an diesem Prozess beteiligt sind, wird danach analysiert. Die Aspekte der betriebsärztlichen Tätigkeit im Rahmen der BEM-Prozesse wird auch anhand von vier Praxisbeispielen vorgestellt. Wie man eine erfolgreiche Gesprächsführung im Rahmen des BEM leistet, ist Gegenstand des nächsten Kapitels. Das Qualitätsmanagement im BEM (Bedarf, Evaluation, Konzept, Quellen für Qualitätsverbesserungen) wird danach präsentiert. Die sieben Leitgedanken des BEM (Rechtskonformität, Beteiligungsorientierung, Lösungsorientierung, Vertrauen, Teilhabeorientierung, Nachhaltigkeit, Integration, Kooperation und Teamwork) bilden den Abschluss des Textes. Im Anhang findet man noch ein Literatur-, Abbildungs- und Stichwortverzeichnis sowie die Autorenprofile.

Das Buch schafft es, durch verständliche Erklärungen und vielen Praxisbeispielen die Merkmale und den Rahmen des BEM zu erläutern. Juristische, medizinische und soziale Punkte kommen ebenso wie die organisatorischen Aspekte zur Sprache. Die Mustervorlagen online helfen in praktischer Hinsicht. Das Buch, das sich vor allem an Mitarbeiter bei der Personalabteilung richtet, sagt aber nichts über die notwendigen Qualifizierung und/oder Weiterbildung von Verantwortlichen des BEM.

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Michael Lausberg
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Dr. phil. Michael Lausberg, studierte Philosophie, Mittlere und Neuere Geschichte an den Universitäten Köln, Aachen und Amsterdam. Derzeit promoviert er sich mit dem Thema „Rechtsextremismus in Nordrhein-Westfalen 1946-1971“. Er schrieb u. a. Monographien zu Kurt Hahn, zu den Hugenotten, zu Bakunin und zu Kant. Zuletzt erschien „DDR 1946-1961“ im tecum-Verlag.