Deutschland braucht wieder Sieger statt Ausreden

Elite fördern, Neid besiegen: So retten wir Deutschlands Wohlstand

Reichstag Parlament, Deutschland, Quelle: karlherl, Pixabay License, Freie kommerzielle Nutzung, Kein Bildnachweis nötig

Deutschland steht vor einer historischen Bewährungsprobe. Gegen die wirtschaftliche Macht Chinas helfen keine Bequemlichkeit, kein Neid und keine Orientierung nach unten. Gefragt sind Leistungswille, Eliteförderung, Unternehmermut und Vorbilder, an denen sich junge Menschen wieder aufrichten können.

„China“ heißt ist die gigantische wirtschaftliche Herausforderung der heutigen Zeit. Wenn wir auf diese Herausforderung nicht mit aller Macht und großer Klugheit reagieren, ist unser Wohlstand in Deutschland und Europa im Kern gefährdet. Natürlich betrifft dies zunächst und zuallererst die Politik – die in dieser Situation alle Weichen in Richtung Wettbewerbsfähigkeit stellen muss – aber eben nicht nur. Nein, in unserer jetzigen Situation ist auch die gesamte Gesellschaft gefordert! Unser ganzer „Mindset“ stimmt nicht mehr! Wir sind zu bequem geworden. 70 Jahre Wohlstand haben unsere innovativen Fähigkeiten „eingeschläfert“. Wir packen unsere Klnder „in Watte“, um ihnen Enttäuschungen – die später dann doch kommen – zu ersparen. Keine Siegerehrungen bei den sportlichen Jugendspielen damit die leistungsschwächeren nicht enttäuscht werden. Welch eine Fehleinschätzung! Mit einem solchen Grundverständnis fahren wir unsere Wirtschaft gezielt an die Wand.

Ganz im Gegenteil brauchen wir heute nicht mehr die Orientierung nach unten, sondern eine Zielsetzung nach oben. Wir brauchen Unternehmer und strahlende Vorbilder, denen die jungen Leute nacheifern können. Im Fußball funktioniert es doch auch! Unsere jungen Leute sollen nach den Sternen greifen – „Think big“ – und nicht vor allem danach fragen, ob die Rente gesichert ist. Wo ist der Pioniergeist früherer Jahre? Wo sind die großen Ziele. Stattdessen gehen die Angst und der Neid um. Verteilen, statt selber Neues und Großes leisten ist die vorherrschende Haltung. Wie falsch und wie gefährlich. Muss uns erst wieder echter Hunger und echtes Leiden daran erinnern, was die alte Volksweisheit schon immer wusste: Ohne Fleiß kein Preis! In Griechenland wurde die Sechstagewoche (!) eingeführt und jetzt geht es aufwärts mit den Finanzen und der Wirtschaft!

Ja, in der heutigen Situation brauchen wir die Förderung der Begabten, um in deren Kielwasser wieder für alle voran zu kommen. Eliteförderung und Zielstrebigkeit nutzt allen gerade auch den weniger Begabten, weil auf diese Weise Neues und Starkes entsteht. Überdurchschnittliche Leistungen sind jetzt gefragt, ja notwendig und verdienen überdurchschnittliche Anerkennung. Freuen wir uns doch über den Erfolg toller Menschen und großartiger Unternehmer und sehen wir darin Vorbilder für alle. Angst und Neid waren noch nie gute Ratgeber.

Noch ist Deutschland nicht verloren und hat noch alle Chancen aber die Zeitspanne der möglichen und notwendigen Neuausrichtung unseres Denkens ist nicht unbegrenzt.

Über Ingo Friedrich 75 Artikel
Dr. Ingo Friedrich war von 1979-2009 Abgeordneter des Europäischen Parlaments, von 1992 bis 1999 Vorsitzender der CSU-Europagruppe im Europäischen Parlament. Er war Schatzmeister der Europäischen Volkspartei (EVP) und Präsident der Europäischen Bewegung Bayern. Seit 2009 ist er Präsident des Europäischen Wirtschaftssenats. Von 1999-2007 war Friedrich einer der 14 gewählten Vizepräsidenten des Europäischen Parlaments. 2004 erhielt er das Große Bundesverdienstkreuz. Friedrich ist Ehrenmitglied des Europäischen Parlaments und war Präsident der Wilhelm Löhe Hochschule.