Faul statt fleißig? Wie Rot-Grün Deutschland aus der Leistungsgesellschaft drängt

Faul oder fleißig? Soziale Debatte in Deutschland, KI generiert

Es beginnt ganz harmlos, ja sympathisch, wenn es heißt: Man müsse sich mehr um Menschen mit Problemen kümmern. Das fühlte sich eine Zeitlang auch ganz gut an und hatte schöne Erfolge: Barrierefreiheit für Menschen mit Behinderung, Ampeln für Menschen mit Sehproblemen, Wohngeld für ärmere Mieter, Kindergeld für Eltern, Bürgergeld für Einkommensschwache usw. usw. Nur, im Laufe der Zeit wuchs die Gruppe der Menschen mit Schwierigkeiten, also der verletzlichen, „vulnerablen“ Menschen immer mehr an. Der rot-grüne Zeitgeist vermittelte mehr oder weniger die Meinung, dass eigentlich die meisten Menschen, die nicht wirklich reich sind, vulnerable Menschen sind.

Dementsprechend fühlten sich auch völlig beschwerdefreie gesellschaftliche Gruppen berechtigt, staatlich gefördert zu werden. Wo früher die Eigenleistung im Vordergrund stand, ist heute häufig der Ruf nach staatlicher Förderung wichtiger geworden. Die vielleicht einzige Gruppe, die sich – gezwungenermaßen – noch völlig an das „veraltete“ Leistungsprinzip halten muss, sind die mittelständischen Unternehmer. Aber wie lange noch…..?

Damit kein Missverständnis entsteht: Natürlich gibt es – Gott sei Dank – noch viel Leistungsbereitschaft in allen Berufen und allen Bereichen, sonst könnten wir den Laden ja „zusperren“, aber: Der Anteil derjenigen, die sich nicht mehr an dieses „alte“ Leistungsprinzip gebunden fühlen, ist deutlich gestiegen und wächst immer noch.

Die Auswirkungen dieser Entwicklung sind bereits deutlich spürbar: Wenn insgesamt nur fünf Prozent weniger Leistung abgeliefert werden, heißt das eben auch fünf Prozent weniger Output, fünf Prozent weniger Wachstum und parallel dazu fünf Prozent mehr Sozialleistungen für die Vulnerablen. Anders ausgedrückt: Die leise Verabschiedung vom allgemeinen Leistungsprinzip und die durch den rot-grünen Mindset besonders geförderte Hinwendung zu staatlichen Leistungen ist lebensgefährlich für unseren Wohlstand.

Sie legt nämlich angesichts der brutalen Wettbewerbslage insbesondere seitens China die Axt an unsere Zukunftsfähigkeit. „Ohne Fleiß kein Preis“, sagt ein deutsches Sprichwort, aber rot-grün wollen den Deutschen vorgaukeln, mit immer mehr staatlichen Hilfen könne Deutschland aus der Krise kommen. Welch ein Irrtum! Ein Blick in die Geschichte zeigt doch: Nur wer sich anstrengt, wer „hinlangt“ und arbeitet, bringt etwas vorwärts.

Ein ständiges Abfedern, Erleichtern und Fördern läuft dann in die falsche Richtung, wenn nicht gleichzeitig auch die Forderung nach Eigenleistung erhoben wird. Wir Menschen neigen von Natur aus dazu, den „leichten Weg“ zu wählen, der uns aber ins Verderben führt. Der von rot-grün eingeleitete Abschied von der Leistungsgesellschaft ist ein gefährlicher Irrweg und muss unverzüglich beendet werden.

Über Ingo Friedrich 73 Artikel
Dr. Ingo Friedrich war von 1979-2009 Abgeordneter des Europäischen Parlaments, von 1992 bis 1999 Vorsitzender der CSU-Europagruppe im Europäischen Parlament. Er war Schatzmeister der Europäischen Volkspartei (EVP) und Präsident der Europäischen Bewegung Bayern. Seit 2009 ist er Präsident des Europäischen Wirtschaftssenats. Von 1999-2007 war Friedrich einer der 14 gewählten Vizepräsidenten des Europäischen Parlaments. 2004 erhielt er das Große Bundesverdienstkreuz. Friedrich ist Ehrenmitglied des Europäischen Parlaments und war Präsident der Wilhelm Löhe Hochschule.