Podiumsdiskussion am 16. Juli 2026 in München über Sozialstaat, wirtschaftliche Freiheit und die Frage, wie Arbeit wieder stärker belohnt werden kann
Das Sozialstaatsprinzip entwickelte sich aus dem gesellschafts- und wirtschaftspolitischen Leitbild der sozialen Marktwirtschaft. Die Idee, die Freiheit des Marktes mit dem Prinzip des sozialen Ausgleichs zu verbinden, hat Deutschland nicht nur jahrzehntelang geprägt, sondern auch prosperieren lassen. Das Erfolgsrezept lag im geschickten Austarieren beider Maximen. Doch genau dieser Ausgleich wird in letzter Zeit intensiv diskutiert: Haben wir aktuell zu viel Sozialstaat und zu wenig wirtschaftliche Freiheit?
Diese Frage steht im Zentrum der aktuellen Reformdebatte. Denn die sozialen Sicherungssysteme haben sich in den vergangenen Jahrzehnten stark gewandelt. Im Jahr 2024 lag das Sozialbudget bei 1.345 Milliarden Euro. Die Kosten für den Vollzug sind hier noch nicht eingerechnet. Das ist knapp ein Drittel der gesamten Wertschöpfung in Form des Bruttoinlandsprodukts. Gleichzeitig sind die Arbeitskosten so hoch wie nie. Der Gesamtsozialversicherungsbeitrag hat bereits 2023 die wichtige Marke von 40 Prozent überschritten und liegt mittlerweile bei 42,3 Prozent. Und das in einer wirtschaftlich herausfordernden Lage: drei Jahre in Folge Rezession.
Die Hanns-Seidel-Stiftung widmet diesem Thema am 16. Juli 2026 eine Podiumsdiskussion mit dem Titel „Arbeit und Leistung müssen sich lohnen! Das Leitbild unserer sozialen Marktwirtschaft“.
Gemeinsam mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Forschung sollen zentrale Schlüsselfragen erörtert werden: Wie steht es um die Grundidee der sozialen Marktwirtschaft? Wo liegt der richtige Ausgleich zwischen Wirtschaft und Sozialstaat, festgemacht an den Themen Kosten der Arbeit, Anreize für Mehrarbeit und Fachkräftemangel? Können wir uns die Sozialsysteme in der bisherigen Form noch leisten? Belasten diese unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit?
Auf dem Podium diskutieren die Bayerische Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales, Ulrike Scharf, MdL, der Vorsitzende der Hanns-Seidel-Stiftung, Markus Ferber, MdEP, Dr. Florian Dorn, MdB, IAB-Direktor Prof. Bernd Fitzenberger, PhD, und Sebastian Brehm, MdB a. D., Landesvorsitzender der Mittelstands-Union Bayern.
Die Podiumsdiskussion findet am 16. Juli 2026 von 16.00 bis 17.30 Uhr im Konferenzzentrum München der Hanns-Seidel-Stiftung statt. Das Veranstaltungsprogramm liegt bei.
Die Veranstaltung dient zugleich als Projektauftakt für ab Herbst 2026 geplante Expertenrunden, in denen der Themenbereich „Arbeit und Sozialstaat“ vertieft erörtert werden soll.
Die Hanns-Seidel-Stiftung lädt herzlich zur Podiumsdiskussion ein. Eine verbindliche Anmeldung ist bis spätestens 9. Juli 2026 per E-Mail an ref0207@hss.de möglich.
Quelle: Hanns-Seidel-Stiftung, redaktionell verändert
