Lausbergs Buchtipp: Barbara Schock-Werner – „Mein Melaten“

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Barbara Schock-Werner: Mein Melaten, Greven Verlag, Köln 2022, ISBN: 978-3-7743-0943-2, 32 EURO (D)

Barbara Schock-Werner kennt Kölns berühmten Friedhof so gut wie kaum jemand sonst. Bei ihren unzähligen Spaziergängen ist die ehemalige Dombaumeisterin auf viele Kleinode gestoßen, die man leicht übersieht, und auf viele Personen, die mehr Beachtung verdienen. Dieses Buch stellt 170 besonders eindrucksvolle Gräber vor und erzählt spannende Geschichten von außergewöhnlichen Frauen und Männern, die hier begraben sind. Außerdem verrät Barbara Schock-Werner, wie es dazu kam, dass sie selbst auch schon ein Grab auf Kölns legendärem Friedhof hat. Die Fotografien stammen von Nina Gschlößl.

In der vorderen Innenseite befindet sich ein Umschlag mit einem detaillierten Lageplan der beschriebenen Gräber.

Zu Beginn gibt es eine kurze Geschichte des Melatenfriedhofs. Danach werden die Gräber gemäß den Sektoren, wo sie vorkommen, vorgestellt. In der Regel gibt es eine Seite mit einem Farbbild. Auf der anderen Seite einen Text mit Biografie, Hintergrund, künstlerischer Gestaltung des Grabes oder Inschriften. Manchmal gibt es auch längere Beiträge.

Es werden Gräber bekannterer Personen wie das Grabmal für L. Fritz Gruber und Alfred Biolek, für die Künstler und Kulturschaffenden Josef Haubrich, Alice Haubrich und Lucy Millowitsch, für den Karnevalisten Hans-Gert Kierdorf oder das Grabmal der Familie Rautenstrauch.

Aber auch ein springender Wal als Grabschmuck für Rene Röntgen, das Grabmal der Aidshilfe, das Ehrenmal für die Soldaten des Preußisch-Österreichischen Krieges oder das Porträt des Schulrats G. Schönen.

Im Anhang findet man ein inhaltliches Verzeichnis der Gräber und Ehrenmale, ein alphabetisches Verzeichnis der Gräber, Ehrenmale und Gebäude, ein Verzeichnis der auf Melaten tätigen Künstler, Architekten und Steinmetze und ein Literaturverzeichnis.

 

Die vorgestellten Gräber sind natürlich ein subjektive Auswahl der Autorin und sind alle in irgendeiner Weise individuell oder spannend gestaltet. Sie legt Geschichten zu den Gräbern und Ehrenmalen frei, es gibt auch Hinweise zur künstlerischen Ausgestaltung der Objekte. Von dem enormen Wissensschatz der Autorin kann man nur profitieren.

Über Michael Lausberg 469 Artikel
Dr. phil. Michael Lausberg, studierte Philosophie, Mittlere und Neuere Geschichte an den Universitäten Köln, Aachen und Amsterdam. Derzeit promoviert er sich mit dem Thema „Rechtsextremismus in Nordrhein-Westfalen 1946-1971“. Er schrieb u. a. Monographien zu Kurt Hahn, zu den Hugenotten, zu Bakunin und zu Kant. Zuletzt erschien „DDR 1946-1961“ im tecum-Verlag.