„Urban Landscapes in High-Density Cities. Parks, Streetcapes, Ecosystems.“

von Bianca Maria Rinaldi / Puk Yok Tan

Landeshauptstadt Schwerin, Foto: Stefan Groß

Bianca Maria Rinaldi/Puk Yok Tan (Hrsg.): Urban Landscapes in High-Density Cities. Parks, Streetcapes, Ecosystems. Birkhäuser, Basel 2019, ISBN: 978-3-0356-1713-9, EURO (D) ?

Urbane Landschaften wie Parks, grüne Lungen oder Forste werden in der Zeit des Klimawandels wiederentdeckt. Sie erfüllen dabei verschiedene Funktionen: Sie können positive gesundheitliche oder ökologische Effekte bewirken, aber auch zur ökonomischen Lebensmittelproduktion oder als kultureller Ort genutzt werden. Da die weltweite urbane Bevölkerung in den nächsten Jahren ansteigen wird, beschäftigen sich in diesem Buch internationale Landschaftsplaner, Architekten, Ökologen und Geografen von verschiedenen renommierten Universitäten mit den verschiedenen Aspekten der grünen Oasen in Großstädten und entwickeln Zukunftsvisionen für folgende Generationen. Das Buch ist in englischer Sprache erschienen. 

Das Buch besteht aus fünf Teilbereichen. Im ersten wird die Rolle von urbanen Landschaften als Repräsentant der sozialen, kulturellen und ökonomischen Dynamik von Urbanität veranschaulicht. Dabei geht Marco Santangelo zunächst auf die urbanen Landschaften in Singapur ein. Alison Hirsch behandelt die Rolle von urbanen Landschaften als offene Flächen für die interkulturellen Diversitäten von Lebensbiografien in Zeiten der Migration. Annalisa Metta stellt die Landschaftsarchitektur der illegal errichteten Häuser in einer Gegend in Rom vor. 

Die Möglichkeiten von Landschaften als infrastrukturelle Systeme werden dann ausgebreitet. Antje Stokman beschreibt die Beziehung zwischen Design, Architekturplanung, Landschaftsplanung und ökologischer Pflege bei der Wasserversorgung für urbane Landschaften. Kelly Shannon und Bruno De Meulder stellen Aufforstungsmöglichkeiten und deren ökologischen und soziale Vorteile vor. 

Der dritte Teilbereich beschäftigt sich mit Strategien, Experimenten und Annäherungen an das Design von verschiedenen Typologien von urbanen Landschaften. Lilla Licka und Jürgen Feuchtlehner gehen dabei auf Straßen ein, die von zivilgesellschaftlichen Personen als auch von behördlicher Seite verändert werden. Bianca Maria Rinaldi zeigt die verschiedenen Rollen von neuen öffentlichen Parks in asiatischen Städten, bevor Cecil C Konijnendijk öffentliche Forste und deren Bedeutung für die Stadt analysiert. 

Im vierten Teilbereich geht es um die Rolle von quantitativen, integrierten Analysen im Entscheidungsprozess für urbane Landschaften. Wolfgang Wende unterstreicht die Wichtigkeit von Ökosystemberatung in der Planung. Marta Bottero zeigt die Rolle von quantitativen, integrierten Analysen im Entscheidungsprozess an einem Beispiel aus Singapur, Jun Yang und Chonghong Huang analysieren dies anhand großer Städte Chinas. 

Zum Schluss stehen bestimmte Schwerpunktthemen im Mittelpunkt: Martin Prominski und Puay Yok Tan beschreiben in eigenen Essays die Wichtigkeit der Erhaltung von Biodiversität in den urbanen Landschaften. Ein Autorenkollektiv präsentiert danach den Wohlfühlfaktor und die gesundheitlichen Aspekte von urbanen Landschaften für die Stadtbewohner. In zwei getrennten Essays gehen Jessica Diehl/ Kate Oviatt sowie Laura Lawson/Meredith Taylor auf die Lebensmittelproduktion in Städten an verschiedenen Beispielen wie New Jersey ein. 

Im Anhang findet man noch ein Namensregister und ein Platzregister, eine Literaturliste, die Biografien der Autoren, Bildnachweise und die Fußnoten.

Das Buch präsentiert einen Dialog von Wissenschaftlern über urbane Landschaften aus verschiedenen Blickwinkeln und Perspektiven. Dabei werden bekannte Beispiele wie Singapur, New York oder Rom geschildert, die als Vorbilder für andere Städte dienen können und den multifunktionalen Charakter der urbanen Landschaften anschaulich widerspiegeln. Die deutsche Diskussion um Smart City, Green City oder nachhaltige Stadt kann davon sicher profitieren. 

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Michael Lausberg
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Dr. phil. Michael Lausberg, studierte Philosophie, Mittlere und Neuere Geschichte an den Universitäten Köln, Aachen und Amsterdam. Derzeit promoviert er sich mit dem Thema „Rechtsextremismus in Nordrhein-Westfalen 1946-1971“. Er schrieb u. a. Monographien zu Kurt Hahn, zu den Hugenotten, zu Bakunin und zu Kant. Zuletzt erschien „DDR 1946-1961“ im tecum-Verlag.