Wie wichtig ist ein Lattenrost?

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Ohne Lattenrost-Unterstützung benutzt man eigentlich nur Isomatten und dünne Rollfutons. Diese werden auf dem Teppichboden oder einem Tatami platziert. Bei allen anderen Futon- und Matratzen-Typen ist ein Lattenrost nötig. Oft wird aber nicht auf dessen Qualität geachtet, weil die Relevanz dieser stabilen Matratzenunterlage unterschätzt wird.

Viele Menschen meinen, der Lattenrost solle das Liegen bequemer machen. Das ist zwar in der Sache richtig. Aber es ist nicht die einzige Aufgabe von Holz-Lattenrosten. Eine weitere Aufgabe ist es, der Matratze eine Belüftungsmöglichkeit zu verleihen. Immerhin verliert ein Schläfer anderthalb Liter Schweiß je Nacht.

Zudem kann ein falsch gewählter Lattenrost die Bequemlichkeit – und damit auch die Schlafqualität und die Schlaftiefe – einschränken. Hüft- oder Rückenschmerzen zeigen an, dass die Wahl möglicherweise suboptimal war. Jeder Lattenrost-Typus eignet sich zudem für bestimmte Matratzenarten.

Beachtenswerte Kriterien für den Kauf eines Lattenrostes

Die Palette reicht heute vom einfachen Rollrost über den flexiblen Tellerrost bis zum verstellbaren Lattenrost mit Fernbedienung. Wer sich eine neue Matratze gönnt, sollte auch den dazu passenden Lattenrost-Typ erwerben. Häufig wird das unterlassen, frei nach dem Motto „Der alte Lattenrost ist doch noch gut.“.

Vielfach wissen Matratzenkäufer nicht, dass die Wahl der Matratzenunterlage erheblichen Einfluss auf deren Bequemlichkeit oder Festigkeit hat. Am Ende wird oft irgendein Lattenrost gekauft. Der Lattenrost-Typ bestimmt aber zu 30 oder 40 Prozent mit darüber, welchen Härtegrad die Matratze hat. So kann beispielsweise die Festigkeit einer weichen Matratze durch einen starren Lattenrost erhöht werden.

Daraus folgt, dass jeder Matratzenkäufer wissen sollte, wie fest oder weich er liegen möchte. Das entscheidet mit darüber, welchem Matratzen- und welchen Lattenrost-Typ er benötigt. Beide sollten möglichst zusammengekauft werden, damit das gewünschte Liegegefühl entsteht. Wer je auf einer am Boden liegenden Schlafunterlage schlafen musste, erinnert sich bestimmt daran, wie gerädert er sich am Morgen fühlte. Damit ist die Frage nach der Relevanz von Lattenrosten eigentlich schon beantwortet.

Selbst die beste Matratze ist unbequem, wenn es ihr an Unterfederung fehlt. Manche Menschen kaufen sich zur ausgewählten Kombination Matratze/Lattenrost sogar einen dazu passenden Bettrahmen. Der Komplettkauf macht durchaus Sinn, denn die Höhe der Matratze beeinflusst die Einstiegshöhe des Bettes.

Welche Funktionen hat ein Lattenrost?

Die Funktionen verschiedener Lattenrost-Typen sind für einen Laien nicht auf Anhieb erkennbar. Lattenroste beeinflussen die Festigkeit und Härte einer Matratze zu 30 bis 40 Prozent. Damit werden auch das Liegegefühl und die Schlafqualität beeinflusst.

Der zweite Vorteil ist, dass die Luft zwischen den einzelnen Latten zirkulieren kann. Bei eingeschränkter Unterlüftung bilden sich Stockflecken und Schimmel in der Matratze. Die Funktionalität der Matratzenunterfederung kann noch erhöht werden, indem man einen manuell verstellbaren oder einen elektrisch verstellbaren Lattenrost kauft.

Zu unterscheiden sind die nachfolgende aufgeführten Lattenrost-Qualitäten:

  1. Rollroste und starre Lattenroste

Der einfachste Lattenrost ist ein Rollrost. Seine Latten werden durch ein breites Gewebeband verbunden. Der Liegekomfort dieser rahmenlosen Matratzenunterlagen ist nicht besonders hoch, da Rollroste keine Verstellmöglichkeiten bieten. Sie federn Stöße nicht ab.

Ähnliches ist von starren Lattenrost-Versionen zu sagen. Diese Matratzenunterlagen sind jedoch sehr stabil. Solche Matratzenunterlagen sind in zwei Varianten zu kaufen: Die starren Latten sind für Schläfer geeignet, die wegen Rückenbeschwerden gerne auf festen Untergründen liegen. Alternativ können die Latten etwas flexibler ausfallen. Dadurch wird das Liegegefühl etwas bequemer.

Mittig eingeflochtene Gewebebänder dienen als Festigkeitsregler. Diese können individuelle Feineinstellungen ermöglichen. Starre Lattenroste sind ideal, wenn eine schwere Latexmatratze angeschafft wird. Feste Latten sind für ein festes Liegegefühl gedacht, flexibler ausfallende bieten weichere Unterlagen.

  1. Der Federholzrahmen

Federholzrahmen sind hierzulande die Standard-Wahl. In einem festen Holzrahmen lagern nach oben gebogene Latten. Diese können sich bei Belastung punktuell absenken. Sie besitzen mehr Flexibilität als starre Holzlatten.

Die Anzahl der Latten in einem Federholzrahmen ist unterschiedlich. Je mehr Latten ein Federholzrahmen aufweist, desto mehr Liegekomfort bietet er. Federholzrahmen gelten als ideal für Latexmatratzen.

Manuell verstellbare Lattenroste

Bei den verstellbaren Federholzrahmen können Kopf- und Fußteile manuell verstellt werden. Sie können also bedarfsgerecht eingestellt werden. Damit sind orthopädisch sinnvolle Anpassungen möglich. Diese können allerdings nicht stufenlos ausgeführt werden. Man muss jeweils aufstehen, um eine Veränderung vorzunehmen. Latexmatratzen sind dafür die optimale Wahl.

Elektrisch verstellbare Lattenroste

Eine stufenlose Anpassung der Kopf- und Fußteile per Fernbedienung ermöglichen die elektronisch verstellbaren Lattenroste. Hier kann man die individuellen Anpassungen in liegender Position vornehmen und sie jederzeit wieder verändern. Auch hier sind Latexmatratzen eine gute Wahl.

Tellerlattenroste

Statt hölzerner Latten finden sich an Tellerlattenrosten bewegliche Kunststoff-Finnen in Tellerform. Damit ist bei Lageveränderungen mehr Flexibilität und Beweglichkeit für den Schläfer gegeben. Die Teller sind nicht nur in zwei Richtungen beweglich, sondern rundum flexibel. Sie passen sich jeder Liegeposition an. Das Liegegefühl ist komfortabel und weich.

Bevorzugt werden Tellerlattenroste von Menschen, die Rücken- und Hüftprobleme haben. Zudem profitieren auch stark schwitzende Menschen von dieser Konstruktionsweise. Die Unterlüftung der Matratze ist bei Tellerlattenrosten sehr gut. Bei diesen Lattenrosten sind Memory Foam-Matratzen ebenso verwendbar wie Kaltschaum- oder Latexmatratzen.

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