Alan Hollinghurst: Die Sparsholt-Affäre

Englandfahne Foto: Stefan Groß

Alan Hollinghurst: Die Sparsholt-Affäre, Blessing Verlag, München 2019, ISBN: 978-3-89667-626-9, 24 EURO (D)

Hollinghursts ist Autor einer Reihe von gefeierten und populären Romanen des modernen England, einschließlich des Man Booker Prize, der The Line of Beauty (2004) gewann. Während seines gesamten Schreibens befasst er sich mit den komplexen und oft schwierigen Schnittpunkten des schwulen Lebens und des Familienlebens und die schönen Künste.

Im Oktober 1940 kommt der junge David Sparsholt nach Oxford. Der gut aussehende Athlet und Ruderer ist sich anfangs nicht der einnehmenden Wirkung bewusst, die er auf andere hat. Er ist gutaussehend, sportlich und selbstbewusst, er hat eine wunderschöne Verlobte, und er ist auch nur freundschaftlich und schwer fassbar und neugierig genug, um alle in seiner näheren Umgebung zu verführen. Dies sind Freddie Green und seine Freunde: alles literarische und kunstvolle junge Männer, die eine große Karriere vor sich haben. Es gibt Intrigen, die Sex, Geld und ungleichmäßig geteilte Geheimnisse betreffen. Der 2. Weltkrieg Krieg lässt alles auseinanderbrechen. es gibt Intrigen, die Sex, Geld und ungleichmäßig geteilte Geheimnisse betreffen. 

Das Buch besteht aus fünf eigenständigen Segmenten mit den gleichen Charakteren, die aus verschiedenen Perspektiven und zu verschiedenen Zeitpunkten ihres Lebens betrachtet werden. Nach Freddies Memoiren aus Oxford der späten 1930er Jahre ziehen wir in das England der 1960er Jahre: David Sparsholt, RAF-Held der Kriegszeit, ist jetzt ein erfolgreicher Geschäftsmann, Inhaber einer Ingenieursfirma, die seinen Namen trägt, im Urlaub mit seiner Frau Connie und ihrem jugendlichen Sohn Johnny, der gerade realisiert, dass er schwul ist. Begleitet werden sie von Bastien, einem dreisten französischen bisexuellen Teenager, mit dem sich Johnny während einer Studentenreise in Frankreich getroffen und getobt hat, sowie von einem anderen Paar, Clifford und Norma Hardy. Cliff und David Sparsholt sind alte Freunde und auf seltsame Art und Weise miteinander befreundet. Sie neigen dazu, für längere Fahrten zusammen zu verschwinden und alle anderen zu Hause zu lassen. Der Rest soll noch ein Lesegeheimnis bleiben.

Nachdem man sich erstmal reingefunden hat, lassen sich die Chroniken und Lebensbeschreibungen gut einordnen. Dieses Buch ist über mehrere Jahrzehnte hinweg generierte Chronik des englischen Schwulenlebens der Elite, mit einer entsprechenden Intensivierung der Begleitdetails, insbesondere hinsichtlich des Sexuallebens, die sehr gut zu den breiteren Veränderungen der sexuellen Sitten passt. Dies wird für Hollinghursts Fans kein Problem sein, neue Leser kann es abschrecken.

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Michael Lausberg
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Dr. phil. Michael Lausberg, studierte Philosophie, Mittlere und Neuere Geschichte an den Universitäten Köln, Aachen und Amsterdam. Derzeit promoviert er sich mit dem Thema „Rechtsextremismus in Nordrhein-Westfalen 1946-1971“. Er schrieb u. a. Monographien zu Kurt Hahn, zu den Hugenotten, zu Bakunin und zu Kant. Zuletzt erschien „DDR 1946-1961“ im tecum-Verlag.