Donald Trumps Nahost-Plan: Palästinenser haben Angst

gaza streifen palästina, Quelle: hosny_salah, Pixabay License Freie kommerzielle Nutzung Kein Bildnachweis nötig

Trumps Jahrhundert-Deal für einen ewigen Frieden zwischen Juden und Arabern westlich des Flusses Jordan hat mehr Feinde als Freunde. Wer im Nahen Osten Frieden schließen will, muss mit Feinden rechnen. Probleme gibt es soweit das Auge reicht: Jedes Wort wird so lange gedreht und gewendet bis es so verzerrt wird, dass es niemand mehr erkennt.

Zumindest ein Punkt des Jahrhundert-Deals sollte bei allen Teilnehmern Freude bereiten, doch zumindest die arabische (palästinensische) Seite ist damit nicht einverstanden. Nachvollziehbare Gründe hierfür werden nicht angegeben, was auch nicht erwartet wird.

In Umm al Fahm (übersetzt: Mutter der Kohle; ehemals Zentrum für Holzkohleproduktion) wohnen 55.000 Menschen. Die Stadt liegt in Israel unweit der Hafenstadt Haifa und des ehemals christlichen Nazareth. Umm al Fahm liegt im „Landesinneren“, also wenige Kilometer von der Mittelmeerküste entfernt. Das Besondere an Umm al Fahm ist zum einen die Bevölkerung, die fast ausschließlich aus Arabern (Palästinensern) besteht, die israelische Staatsbürger sind. Zum anderen liegt die Stadt an der Grenze zum (ehemaligen) Westjordanland. Trump schlägt genialerweise vor, die Stadt einem zukünftigen palästinensischen Staat Palästina zu übergeben. Israel erhält dafür anderswo ein entsprechendes Stück Land und ist auf einmal 55.000 potentielle Feinde los. Die Bewohner der Stadt Umm al Fahm würden die palästinensische Staatsangehörigkeit erhalten, dafür die israelische abgeben.

Israelische Araber, aka „Palästinenser“, protestieren gegen den Plan des US-Präsidenten. Sie wohnen in der so gut wie rein arabischen Stadt Umm al Fahm in Israel und ziehen aus eigener Anschauung die Behandelung (politisch und menschlich) durch Juden und Israelis einer Behandlung durch palästinensische Araber vor. Sie sind strikt dagegen, dass die „palästinensische“ Stadt Umm al Fahm Teil Palästinas wird. Der Vorschlag Trumps ist nicht neu und wird von den arabischen Palästinensern als ethnische Säuberung bezeichnet. (War die Übernahme der DDR in die BRD auch eine ethnische Säuberung?

Zu Trumps Vorschlag demonstrieren nur wenige Umm al Fahmer öffentlich oder lassen sich gar fotografieren, obwohl so gut wie kein Einwohner dieser palästinensischer Stadt Palästinensischer Bürger werden möchte. Sie würden es vorziehen, wenn irgendwo anders Palästina entstehen würde und sie als bevorzugte israelische Palästinenser im zukünftigen Palästina hofiert (bevorzugt behandelt) werden.

Doch viele zukünftige Palästinenser aus Umm al Fahm überdenken bereits jetzt die Zeit, an der die wenig demokratischen arabischen Palästinenser die Herrschaft übernehmen werden. Deshalb ist es besser, schon jetzt nicht mehr öffentlich zu demonstrieren. Schließlich gilt auch im Nahen Osten und nicht nur in der EU:

Eigennutz geht vor Gemeinnutz!

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Nathan Warszawski
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Dr. Nathan Warszawski (geboren 1953) studierte Humanmedizin, Mathematik und Philosophie in Würzburg. Er arbeitet als Onkologe (Strahlentherapeut), gelegentlicher Schriftsteller und ehrenamtlicher jüdischer Vorsitzender der Christlich-Jüdischen Gesellschaft zu Aachen.