Erinnerungszeichen für Hans Beimler

Presseinformation – Am 2. Juli, wurde ein Erinnerungszeichen für Hans Beimler an die Öffentlichkeit übergeben. Die Gedenkveranstaltung zu Ehren des bekannten kommunistischen Widerstandskämpfers war schon im vergangenen Dezember geplant gewesen, musste aber wegen der Pandemie verschoben werden. Nun wird sie an Hans Beimlers Geburtstag nachgeholt. Die Gedenkveranstaltung findet in der Abtei Venio OSB statt, direkt neben Beimlers ehemaligem Wohnort in der Döllinger Straße 30. Dort wird Stadtrat Stefan Jagel in Vertretung des Oberbürgermeisters der Landeshauptstadt München im Anschluss an die Veranstaltung das Erinnerungszeichen anbringen.

Hans Beimler war am 2. Juli 1895 in München zur Welt gekommen. Der gelernte Schlosser trat früh in die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) ein, beteiligte sich an der Novemberrevolution 1918 und kämpfte 1919 für die Räterepublik in München. In den 1920er Jahren stieg er zu einem der führenden KPD-Politiker in Bayern auf. 1932 wurde Hans Beimler in den Bayerischen Landtag und in den Reichstag gewählt. Am 11. April 1933 verhaftete ihn die SA und verschleppte ihn in das Konzentrationslager Dachau. Dort misshandelte die SS den bekannten Kommunisten schwer. In der Nacht vom 8. auf den 9. Mai 1933 gelang Hans Beimler die Flucht. In seinem Moskauer Exil schrieb er die Broschüre „Im Mörderlager Dachau“. 1936 schloss er sich dem Kampf der Internationalen Brigaden im Spanischen Bürgerkrieg gegen Diktator Francisco Franco an. Am 1. Dezember 1936 wurde er bei Madrid erschossen.

Zu den Erinnerungszeichen:

Erinnerungszeichen werden seit 2018 an Orten angebracht, an denen Menschen lebten, die von den Nationalsozialisten verfolgt und ermordet wurden. Die Erinnerungszeichen bestehen aus gebürstetem Edelstahl und sind vergoldet. Es gibt sie in zwei Ausführungen – als Wandtafeln an der Fassade und als Stelen auf öffentlichem Grund. Sie enthalten die wichtigsten Lebensdaten, Angaben zum Schicksal und – falls vorhanden – ein Bild. Durch die gelochte Oberfläche können die Informationen auch ertastet werden.

Hans Beimler 1933 (c) Kulturreferat der Landeshauptstadt München