Die „heute“-Sendung um 19 Uhr vom 11. Juli 2026 eröffnet mit einem rund dreiminütigen Beitrag über den Landesparteitag der AfD Sachsen-Anhalt in Magdeburg. Die eigentliche Berichterstattung über den Parteitag und das dort vorgestellte 100-Tage-Programm bleibt knapp. Ausführliche Wortmeldungen von Delegierten oder eine eingehende Auseinandersetzung mit den Debatten auf dem Parteitag fehlen.
Stattdessen kommen vor allem Menschen mit Migrationsgeschichte sowie ein aus Syrien stammender Oberarzt zu Wort, die sich vor den Folgen eines möglichen AfD-Wahlsiegs fürchten. Begleitet werden ihre Aussagen von den Warnungen des Präsidenten des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle vor möglichen wirtschaftlichen und demografischen Folgen der AfD-Politik. Ähnlich war die Gewichtung im „heute journal“ vom 11. Juli 2026.
Die Sorgen der Migrantinnen und Migranten sind verständlich, von öffentlichem Interesse und gehören deshalb selbstverständlich in eine Nachrichtensendung. In dem Beitrag werden sie jedoch vor allem dazu verwendet, die möglichen Gefahren eines AfD-Wahlsiegs hervorzuheben und der Berichterstattung über den Parteitag von Beginn an einen kritischen Grundton zu geben.
Der Spiegel-Journalist René Pfister, der sechs Jahre lang als Korrespondent aus den USA berichtete und sich intensiv mit Donald Trump und dessen politischem Erfolg beschäftigte, nahm erstmals an einem AfD-Parteitag teil. Dabei handelte es sich allerdings nicht um den Landesparteitag in Magdeburg, sondern um den AfD-Bundesparteitag am 4. und 5. Juli 2026 in Erfurt.
Pfister bestreitet die Gefährlichkeit bestimmter Entwicklungen innerhalb der Partei keineswegs. In seinem Spiegel-Beitrag „Warum kritische Berichte die Partei nicht schwächen“ sucht er jedoch zugleich nach den gesellschaftlichen Gründen für ihren Erfolg.
Quelle: Facebook
