Die Frankfurter Buchmesse 2026 bot zahlreiche Neuerscheinungen, die sich mit jüdischer Geschichte und Gegenwart, dem Holocaust, dem Staat Israel und dem wiedererstarkenden Antisemitismus beschäftigen. Gabriella Meros stellt Bücher vor, die an die Verbrechen des Nationalsozialismus erinnern, persönliche Schicksale erzählen und die politischen wie gesellschaftlichen Konflikte unserer Zeit beleuchten. Ihre Auswahl reicht von historischen Romanen und Biografien über Zeitzeugenberichte bis zu politischen Analysen. Gerade angesichts der aktuellen Auseinandersetzungen um Israel und der wachsenden Judenfeindlichkeit gewinnen diese Veröffentlichungen besondere Bedeutung.
Die Empfehlungen:
Freiheit! Die Weisse Rose – Andrea Grosso Ciponte
Eine besonders eindrückliche Graphic Novel stammt von dem kalabrischen Maler und Kunstprofessor Andrea Grosso Ciponte. Freiheit! Die Weisse Rose handelt von der Studentengruppe, die sich dem Nazi Regime widersetzte und dafür mit dem Leben bezahlte. Ihr Mut ist ein wichtiges Beispiel für Zivilcourage, die heute wieder nötig wird in einer Zeit, in der der Judenhass wieder salonfähig wird. Ein wunderbares Geschenk besonders für Jugendliche und für alle Menschen, die etwas über mutige Menschen erfahren wollen. Edition Faust 24 €.
Von der Liebe zu toten Juden – Ansichten einer gestörten Gegenwart – Dora Horn
Von der Liebe zu toten Juden – Ansichten einer gestörten Gegenwart von Dora Horn. Eindringlich arbeitet Horn die Lebendigkeit, Komplexität und Tiefe jüdischen Lebens heraus – gegen einen Antisemitismus, der – trotz allem „nie wieder“ – erneut stark auflebt. „Manche Menschen gehen vielleicht in Holocaustmuseen, um traurig zu sein – und sind anschließend stolz darauf, traurig gewesen zu sein. Sie haben dann ganz offiziell etwas Wichtiges gelernt und eine elegante Metapher für die Grenzen der westlichen Zivilisation entdeckt. Das Problem ist nur: Für uns sind tote Juden keine Metapher, sondern echte Menschen und wir wollen nicht, dass unsere Kinder einmal zu ihnen werden.“ Dora Horn. Die New York Times schreibt, “Ein herausragendes Buch mit einer mutigen Mission. Es kritisiert Menschen, Kunstwerke und öffentliche Institutionen, wie es nur wenige andere zu hinterfragen wagen“. Ein mutiges, wichtiges Buch, genau richtig dieser Tage. Hentrich & Hentrich Verlag, 28 €
Schwarze Samstage: Roman eines Jahres – Maxim Biller
Gleich Spiegel Bestseller – der neue Roman Schwarze Samstage: Roman eines Jahres von Maxim Biller. Es prasselt positive Rezensionen, „ein heller strahlender Stern“ und „erzählerische Meisterschaft“ wird über ihn geschrieben. In diesem Roman nach dem 7. Oktober 2023 steht die Frage, was es mit einem macht, wenn man über 5000 Jahre Verfolgung und Hass erlebt und warum gibt es Antisemitismus? Biller ist ein scharfsinniger Beobachter und in seinem Buch erfährt man, wie man sich als Jude nach dem 7. Oktober 2023 fühlt. Die Geschichte über den alten Ego Ari, eine Familiengeschichte von Tschechien nach Hamburg ins Grindel Viertel. Ein Must to Read. Verlag Kiepenheuer und Witsch, 24 €
Haltung ohne Hass – Eine Aufforderung – Ahmad Mansour
Ahmad Mansours neues Buch und Spiegel Bestseller, Haltung ohne Hass – Eine Aufforderung. Der renommierte Psychologe und Extremismusexperte, der arabische Israeli und Deutsche Mansour beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Radikalisierungsprozessen. Er gründete mind prevention für Demokratieförderung und Extremismusprävention. Sein Buch ist in vier Kapitel unterteilt: Wie Radikalisierung entsteht, Die Brandbeschleuniger, Die Radikalisierung der Mitte, Was jetzt zu tun ist. Mansour meint, wir müssen wieder zuhören und miteinander reden. Hier liest man eine handlungsorientierte Analyse, die Muster identifiziert und Widersprüche sichtbar macht. Dieses Buch ist gesellschaftlich ein Must. Piper Verlag, 22 €
Stunden wie Tage – Shelly Kupferberg
Nach ihrem Bestseller „Isidor“ erschien jetzt Shelly Kupferbergs neuer Roman Stunden wie Tage. Sie erzählt die Geschichte der jungen Widerstandskämpferin Liane Berkowitz und verbindet sie mit dem Leben von Martha, die ab 1925 als Hausbesorgerin in einem Berlin-Schöneberger Mietshaus arbeitet. Die Bewohner des Hauses und ihre Alltagswelt werden genau von Kupferberg beschrieben. Die zurückhaltende, sparsame, pflichtbewusste Martha kassiert die Mieten und hält den Betrieb des Hauses aufrecht für den jüdischen Hausbesitzer Henry Berkowitz, dem Vater von Liane. Liane wächst wohlbehütet auf, ein lebensfrohes Mädchen, das mit dem Erwachsenwerden und der ersten Liebe beschäftigt ist und sich schließlich dem Widerstand gegen das Nazi Regime anschließt. Kupferberg beschreibt Marthas Lebensweg über Jahrzehnte parallel. Lianes Figur basiert auf einer realen Widerstandskämpferin. In diesem Roman wird feinsinnig und langsam an die zunehmende Verfolgung von Jüdinnen und Juden herangeführt in der Zeitspanne vor der Shoah bis heute, denn Jahrzehnte später läuft Martha zerlumpt und abgerissen die Straßen Schönebergs entlang. Diogenes Verlag, 25 €
Verbrannte Orte – Jan Schenck
Verbrannte Orte, herausgegeben von Jan Schenck. Ein sehr interessantes Buch, das 160 Bücherverbrennungen des Nazi-Deutschlands von 1933 dokumentiert und Fotos der Orte, wie sie heute aussehen, zeigt. Ergänzt wird mit Texten, die über die Hintergründe der Bücherverbrennungen informieren, mit Biografien über betroffene Autor:innen. Und die Frage wird gestellt, was das mit der Demokratie und Meinungsfreiheit von heute zu tun hat. Mandelbaum Verlag, 25 €
Trotzdem weiter – Charlotte Knobloch
Trotzdem weiter von Charlotte Knobloch, Holocaust-Überlebende, Mutter, Großmutter, Urgroßmutter, Präsidentin der Jüdischen Gemeinde München und Oberbayern. Sie sagt über ihren Vater Fritz Neuland “den Nationalsozialisten ist es nicht gelungen ihn zu brechen…trotzdem immer weiter, immer weiter, niemals aufgeben“. Diese Kraft treibt die Autorin heute ebenso täglich an. Sie muss von Bodyguards beschützt werden, denn sie meldet sich zu Wort gegen Antisemitismus, Judenhass, den Strömungen der AfD. Sie schreibt über die letzten 20 Jahr in Deutschland. „Ich breche nicht, was auch geschieht – ich lebe, ich kämpfe, ich mache immer weiter“. Eine Zeitzeugin von damals und heute, lesenswert. C.H. Beck, 26 €
Wie nennt ihr dieses Land hier? – Tuvia Tenenbom
Tuvia Tenenbom schreibt für zahlreiche Zeitungen in den USA, Europa und Israel. Sein neues Buch mit dem Titel Wie nennt ihr dieses Land hier? Das Westjordanland, die besetzten Gebiete, Judäa und Samaria – darüber wird weltweit geschrieben, gehetzt und spekuliert. Tenenbom reist während des Gaza Kriegs dorthin und streift durch Siedlungen, Flüchtlingslager, redet mit Rabbinern, Aktivisten, Journalisten, Radikalen, Palästinensern, Politikern, messianischen Juden, arabischen Dorfbewohnern, amerikanischen Demonstranten. Diese literarische Reportage legt Mythen, Propaganda, Schicht für Schicht frei und enthüllt. Seine Beobachtungen und Begegnungen zu diesem Konflikt beleuchten, eben über diese derart verschiedenen Menschengeschichten. Wer das Westjordanland besser kennenlernen möchte bekommt hier eine gute Chance. Suhrkamp Verlag, 24 €.
491 Tage – Eli Sharabi
Eli Sharabi wurde als Geisel bekannt. Er verbrachte 491 Tage in den Tunneln der Hamas, so heißt auch sein Buch. Sharabi wurde im Kibbuz Be\`eri am 7.Oktober vor den Augen seiner Frau und seiner beiden Töchter von der Hamas nach Gaza verschleppt. An dem Tag sah er seine Familie zum letzten Mal. Die Hamas ermordete seine Frau Lianne und seine beiden Töchter Noiya und Yahel. Sein Bruder Yossi wurde nach 100 Tagen als Geisel in Gaza von der Hamas getötet. Eli Sharabi hat während seiner Gefangenschaft andere Geiseln wie Ori Danino, Alon Ohel und Omer Shem Tov mit seinem starken Überlebenswillen unterstützt. Hunger, Schmerz, Einsamkeit, Sehnsucht und Hilflosigkeit begleiteten ihn in dieser Hölle der Tunnels. Er lernte auch Hersh Goldberg-Polin kennen, der von der Hamas erschossen wurde. Sharabi spricht arabisch deswegen konnte er mit seinen Peinigern kommunizieren. Sein Weg zu überleben ohne Hass ist bewundernswert. Dieses Buch ist ein berührendes Zeugnis. Das Time Magazine hat dieses Buch in die „100 Must-Read Books of 2025“aufgenommen. Suhrkamp Verlag, 24 €.
Nelka – Svenja Leiber
Nelka – ein Roman von Svenja Leiber. Die sechzehnjährige Nelka wird 1941 von Nazi-Soldaten aufgegriffen und aus Lemberg zur Zwangsarbeit an einen Gutshof in Norddeutschland verschleppt. 200.000 Zwangsarbeiterinnen haben damals in Schleswig-Holstein geschuftet. Ihr Vater, ein Apfelforscher, hat Nelka als Kind über den Obstanbau und das Veredeln von Apfelbäumen unterrichtet. Dies war ihre Rettung, denn sie plante bald den Apfelanbau auf den Plantagen des Gutsverwalters Marten. Diese Plantagen bescherten ihm nach dem Krieg ein Vermögen. Mit über 60 Jahren kehrt Nelka an den Ort des Leidens zurück, um sich von dem Erlebten zu befreien. Marten, der sie damals zu seiner Zwangsgeliebten gemacht hat, lebt noch. Dieser Roman erzählt über Verschleppung, Krieg, Ausbeutung, Missbrauch, aber auch über Freundschaft und Aufbegehren gegen diese Gewalt. Der NDR zeichnete dieses Buch „als Buch des Monats“ aus. Suhrkamp Verlag, 24 €
Nach so viel Schmerz und Pein – Erste Briefe nach dem Holocaust – Robert Rozett und Iael Nidam-Orviet
Nach so viel Schmerz und Pein – Erste Briefe nach dem Holocaust herausgegeben von dem Haupt-Archivar und Historiker von Yad Vashem Dr. Robert Rozett und der Historikerin Prof. Dr. Iael Nidam-Orviet. Dieses einzigartige Buch befasst sich mit Briefen von Holocaust-Überlebenden, die sie nach ihrer Befreiung schrieben. Das sind die wohl persönlichsten Zeugnisse, gleich nach diesem unendlichen Leid der Shoah und vor einer ungewissen Zukunft. Eine Schwester schreibt ihrem Bruder, dass die Mutter nicht mehr lebt. Ein Ehemann sucht verzweifelt nach Frau und Kind und bittet alte Freunde um warme Kleidung. Ein Freund schreibt von den schmerzlichen Erlebnissen im KZ. Diese und viele weiteren Briefe zeigen die Realität der Shoah und die der Befreiung. Sie sind der Beginn einer Konfrontation mit Verlust und Schmerz. Jeder Brief wird durch eine historische Einordnung und vielen Bildern ergänzt. So entsteht ein umfassendes Bild individueller Schicksale, das sehr berührend und eindrucksvoll ist. Herder Verlag, 30 €
Deutscher und Jude – Leben und Sterben des Hermann Reis – John K. Dickinson
Deutscher und Jude – Leben und Sterben des Hermann Reis von dem amerikanischen Soziologen John K. Dickinson. Hermann Reis wurde 1896 als Sohn eines Viehhändlers im hessischen Hinterland geboren, später lebte er in Marburg als Anwalt, 1944 wurde er in Auschwitz ermordet. Dickinson recherchierte Reis Lebensgeschichte und sprach mit fast 200 Menschen, die Reis, seine Ehefrau und Tochter noch kannten. Er lebte 1953/54 mit seiner Familie in Marburg und führte damals die Interviews. Die Geschichte von Juden und Deutschen – deutschen Juden – durchleuchtet Dickinson psychologisch, soziologisch, ökonomisch. Zuerst erschien dieses Buch 1967 mit verschlüsselten Namen der Interviewten. Dieser Blick auf die damalige Gesellschaft, die in dem Menschheitsverbrechen des Holocaust endete, ist ein besonders aufschlussreiches Zeitdokument, welches heute mehr als wichtig erscheint. Büchner Verlag, 30 €.
Yaron Lischinsky – Augenblicke aus dem Leben eines Friedensstifters
Yaron Lischinsky – Augenblicke aus dem Leben eines Friedensstifters. Im Mai 2025 wurde Yaron Lischinsky, ein junger israelischer Diplomat mit deutschen Wurzeln – und seine Freundin Sarah Milgrim vor dem Capital Jewish Museum in Washington D. C. von einem antisemitischen Terroristen erschossen. Beide waren Mitarbeiter der israelischen Botschaft in den USA. Der Mord an dem jungen Paar löste weltweit Entsetzen aus. Lischinsky fotografierte und unternahm Fotospaziergänge. Seine Fotos waren oftmals mit biblischen Versen oder Zitaten versehen, als würde er Botschaften damit mitteilen. Über Wochen haben sich die beiden Herausgeber Lina Eisenberg-Dvir und Hanan Lischinsky -Yarons Bruder- durch hunderte Fotos gearbeitet. Sie sahen, dass Yaron sich neben Politik, Geschichte und Literatur ebenso für Ästhetik, Kunst und Architektur interessierte. Der Fotoband zeigt im Gedenken an Yaron seine schönsten Fotos verbunden mit persönlichen Essays von seinem Bruder, Freunden, Kollegen, Mentoren. Dieses besondere Buch zeigt nochmal Yarons Welt. Hentrich & Hentrich Verlag, 27 €
Jüdische Identitäten und Antisemitismus im Punk – Tobias Johann und Andreas Borsch
Jüdische Identitäten und Antisemitismus im Punk von Tobias Johann und Andreas Borsch In allen Gesellschaftsbereichen erleben wir rasant wachsenden Antisemitismus und Judenhass – auch und gerade in den alternativen und progressiven Milieus, die öfters vorgeben, immun gegen diese Tendenzen zu sein und sich irrtierend darstellen. Gerade die Punkbewegung ist auch von jüdischen Protagonisten geprägt. In diesem Sammelband erfährt man auch von jüdischen Punks. Verschiedene Autoren beschäftigen sich mit antisemitischen, radikalisierten Dynamiken und setzen sich mit der Punkszene auseinander. Nach dem Massaker am 7.Oktober gab es 0 Solidarität aus der Punk-Szene. Verbrecher Verlag, 24 €.
Warum man Israel nicht hassen muss, um zu den Guten zu gehören – Lisa Geffken und Nikolaus Lelle
Warum man Israel nicht hassen muss, um zu den Guten zu gehören von Lisa Geffken und Nikolaus Lelle. Dieses Buch ist für alle geschrieben, die sich in den letzten Jahren schrecklich einsam gefühlt haben, liest man in einer Rezension. Ein Buch über Klarheit, Verbindung und dem Mut, aus der Einsamkeit herauszutreten. Es ist eine Reaktion darauf, dass Antisemitismus im Gewand des Antizionismus in vielen Spektren der Linken zu einem subkulturellen Code geworden ist, ein Zeichen für Coolness und Rebellion. Dazu gehört israelbezogener Antisemitismus, Terrorverherrlichung, Doppelmoral und selektive Empörung. Mit Texten von Sasha Kirsten Achtelik, Ulrike Becker, Julia Bernstein, Mehmet Can, Ninve Ermagan, Henning Vlad, Lisa Geffken, Roglit Ishay, Anetta Kahane, Ilja Logan, Nikolas Lelle, Jule Nagel, Nicholas Potter und Marek Sierka. Verbrecher Verlag, 18 €.
Glück musste man haben – Vom Leben, Überleben und Weiterleben nach der Shoah – Zwi Nigel
Glück musste man haben – Vom Leben, Überleben und Weiterleben nach der Shoah. Der Autor Zwi Nigel schrieb zehn Jahre bis kurz vor seinem Tod 2023 an diesem Buch gemeinsam mit der Herausgeberin Dr. Laila Scharfenberg. Zvi wurde 1923 in Wien geboren. In der Geschichte seiner Familie findet sich das breite Spektrum von antisemitischer Verfolgung, Deportation, Ghetto, Lager und Internierung, bis er 1939 in Palästina ankam und von arabischem Terror bedroht wurde. Dort ging der Überlebenskampf auch nach der Staatsgründung Israels weiter. Zwi half dabei, den Staat aufzubauen und verteidigte ihn in zahlreichen Kriegen. Anhand dieses persönlichen Schicksals spiegelt sich 100 Jahre Zeitgeschichte vom ständigen Existenzkampf um Israel, von Resilienz und der Hoffnung von Jüdinnen und Juden. Ein wichtiges Buch, mit dem man Israel und den Nahost Konflikt verstehen lernen kann. Hentrich & Hentrich Verlag, 32 €.
Regina Jonas – Die erste Rabbinerin – Ulrike Offenberg und Martin Heimbucher
Regina Jonas – Die erste Rabbinerin von Ulrike Offenberg und Martin Heimbucher Regina Jonas wuchs in Berlin in einfachen Verhältnissen auf, konnte aber an der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums studieren. Die Frage, ob eine Frau Rabbinerin werden könne, wurde sehr lange diskutiert, bis sie endlich nach einer langen Wartezeit 1935 ihr Diplom erhielt. Es blieben ihr nur wenige Jahre, in denen sie den von Verfolgung und Deportation bedrohten Berliner Juden beistehen konnte. 1942 wurde sie gemeinsam mit ihrer Mutter nach Theresienstadt deportiert, wo sie auch wieder als Rabbinerin tätig war. 1944 wurde sie in Auschwitz ermordet. Regina Jonas bereitete den Weg zur Gleichberechtigung der Frauen im Judentum; heute gibt es mehr als 1.000 Rabbinerinnen weltweit. Suhrkamp Verlag, 28 €.
Akademischer Antisemitismus – Andreas Jakobs, Herausgeber Richard Ottinger
Akademischer Antisemitismus von Andreas Jakobs, Herausgeber Richard Ottinger. Der „akademische“ Antisemitismus zeichnet sich besonders durch Judenhass und antisemitische Israelkritik unter verschiedenen Deckmänteln aus. Er bildet den theoretischen Begründungsrahmen für antisemitischen Aktivismus und Israelfeindschaft. Dieser Sammelband beleuchtet die aktuellen Debatten u. a. über Postkolonialismus, in den Genderstudien, den Orientwissenschaften, den Genozidwissenschaften und dem Völkerrecht. Beiträge von Ingo Elbe, Dani Kranz, Stephan Grigat, Günther Jikeli und vielen mehr. Erschreckend ist der blühende vielfältige Judenhass in Deutschland. Dieses Buch ist empfehlenswert, weil es Antisemitismus von verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Hentrich & Hentrich Verlag, 23 €.
Lily Brett, Lachen durchdringt den Schmerz
Lily Brett, Lachen durchdringt den Schmerz Lily Brett ist Kind von Eltern, die den Holocaust und Auschwitz überlebten. Ihre restliche Familie ist von den Nazis umgebracht worden. Sie ist im DP- Camp Feldafing geboren, lebt heute in New York und verfasste über 20 Bücher, die teilweise verfilmt wurden und des Weiteren viele Kolumnen und Essays. Ein sehr persönliches Buch über das ererbte Trauma. Das Schreiben und Sprechen darüber sind ihr zur Lebensaufgabe geworden und eines hat ihr immer dabei geholfen: Die unbändige Lebensfreude ihres Vaters und sein einzigartiger Humor, der ihr Leben und Schreiben geprägt hat. Mal augenzwinkernd-humorvoll, mal ernsthaft und von tiefem Schmerz geprägt: Lily Bretts Texte berühren – und sind dabei eine Feier des Über-Lebens. Suhrkamp Verlag 18 €
Überlebenskampf – Kriegstagebuch Nahost – Arye Sharuz Shalicar
Arye Sharuz Shalicar Überlebenskampf – Kriegstagebuch Nahost. Shalicar, ist in Berlin aufgewachsen, erfuhr erst als Jugendlicher, daß er Jude ist. Seine Eltern, persische Juden, wollten ihn schützen. Bei vielen seiner arabischen Freunde kam sein Judentum nicht gut an, er wurde bedroht. Er verließ Deutschland nach dem Abitur. Nach dem Armeedienst in Israel studierte er und arbeitete Pressesprecher der IDF. Nach dem Massaker am 7. Oktober 2023 wurde er als Reservist wieder als Sprecher der IDF eingesetzt. Er erklärte deutschen Spitzenpolitikern und Medienvertretern die neue Realität Israels und führte sie an die Orte, wo das Massaker stattfand. Seine Eindrücke, seine Traumatisierung schrieb er in ein Tagebuch und reflektierte ganz persönlich das deutsch-israelische Verhältnis inmitten dieser nicht enden wollenden Krise, in der nur Hoffnung, Gebet und der Überlebenskampf bleiben. Das ist Shalicars viertes Buch neben zahlreichen Artikeln. Eine gute Möglichkeit sich über das Massaker vom 7.Oktober zu informieren. Hentrich & Hentrich Verlag, 25,90 €
