Häufung schwererer Erkrankungen am Coronavirus (COVID-19) offenbar nur in Gebieten, die durch starken Smog belastet sind

Smog Karte Europa Januar 2020

Der nachfolgende Text vom 23./24. März 2020 ist eine von Berkant Haydin (Fachübersetzer für Medizin und Recht) zusammengestellte Faktensammlung, die sich mit der Frage beschäftigt, warum die im europäischen Vergleich mit Abstand meisten und schwerwiegendsten Krankheitsverläufe ausgerechnet in Norditalien zu finden sind und wie die Bedrohungslage in Deutschland insoweit einzuschätzen wäre.


Artikel vom 10. Januar 2020:


https://de.euronews.com/2020/01/10/dicke-smogwolke-uber-ganz-norditalien

Wortlaut diese Artikels:

Dicke Smogwolke über ganz Norditalien

Norditalien liegt unter einer riesigen grauen Schmutzwolke. Zuerst die vielen Feuerwerke an Silvester, dann das schöne Wetter, all das treibt die Feinstaubwerte in die Höhe. Smogalarm im Piemont, der Lombardei, im Veneto und in Emilia Romagna. Anti-Smogmaßnahmen werden von den Behörden angeordnet. So dürfen Dieselautos nur begrenzt oder gar nicht fahren. In großen Städten wie Turin und Mailand wird das Fahrtempo heruntergesetzt.

Die Po-Ebene ist ein Kessel, in dem die Luft oft je nach Wetter mehrere Wochen gleich bleibt. Hier gibt es sehr viel Industrie. Hinzu kommen veraltete Heizungen, alte Autos, wenig öffentlicher Verkehr.

Der italienische Umweltminister Sergio Costa schrieb, 80.000 Menschen pro Jahr sterben pro Jahr durch den Smog, ein zivilisiertes Land könne 80.000 Tote pro Jahr nicht hinnehmen. 850 Millionen Euro stellt die Regierung zur Smog-Bekämpfung zur Verfügung.

Allerdings wären Milliardeninvestitionen nötig, um wirklich langfristig etwas gegen den Smog zu tun. Geht er wieder weg, ist das Problem vergessen, bis zum nächsten Smog-Alarm.

Italiens Umweltminister Sergio Costa will 80.000 Tote durch Smog pro Jahr nicht mehr hinnehmen.

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Artikel vom 10. Januar 2020:

https://www.srf.ch/news/international/massive-schadstoffbelastung-nirgendwo-erkranken-so-viele-wegen-smog-wie-in-norditalien

Auszug aus diesem Artikel:

Nirgendwo erkranken so viele wegen Smog wie in Norditalien

[…]

Was sind die Folgen für die Bevölkerung?

Dazu gibt es diverse Studien, die alle äusserst alarmierend sind. Nirgendwo in der EU werden so viele Leute wegen Smog krank oder sterben gar frühzeitig wie in Norditalien. Die Beweisführung, dass jemand tatsächlich an Smog erkrankt oder gar gestorben ist, ist aber schwierig und es fehlen konkrete Zahlen. Experten gehen trotzdem davon aus, dass die regelmässige, hohe Schadstoffbelastung in der Po-Ebene die Lebenserwartung vieler Personen verkürzt.

[…]


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Aktueller Wikipedia-Artikel zur Coronavirus-Ausbruch in Norditalien:

https://de.wikipedia.org/wiki/COVID-19-Pandemie_in_Italien

Auszug aus diesem Artikel:

[…]


Die Infektionswelle nahm in der Lombardei und Venetien ihren Ausgang. Ungefähr die Hälfte der bisher diagnostizierten Fälle trat in der Lombardei auf, knapp fünfzehn Prozent in der Emilia Romagna und knapp zehn Prozent in Venetien.

[…]

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Dazu folgende Anmerkungen von Berkant Haydin:

Auffällig ist hier, dass der europäische Coronavirus-Ausbruch genau dort seinen Anfang nahm, wo zuvor im Januar 2020 die (traditionell) schlimmste Smog-Belastung in ganz Europa vorherrschte, nämlich in den norditalienischen Provinzen Lombardei, Emilia Romagna und Venetien. Die obige Aussage des italienischen Umwelt­ministers Sergio Costa zeigt zudem, dass die italienischen (Lungen­entzündungs-)Todeszahlen, vermutlich auch ohne das Coronavirus, in den Vorjahren stets im Bereich von 80.000 Toten pro Jahr lagen – hiervon ein Großteil in Norditalien. Das Coronavirus ist also möglicherweise nicht der kausale Auslöser der norditalienischen Gesundheitskrise, sondern nur ein zusätzlicher Faktor, der zur norditalienischen Smog-Krise erschwerend hinzukam und dann quasi das Fass zum Überlaufen brachte.

Es folgt nun die offizielle Smog-Karte für Mittel- und Südeuropa von Mitte Januar 2020 (beruhend auf Satellitenbildern der ESA). Man beachte die extreme Smogbelastung über Norditalien. Das Bild stammt aus der Zeit kurz vor dem europäischen Coronavirus-Ausbruch in Norditalien.

https://www.scinexx.de/news/geowissen/coronavirus-norditaliens-emissionen-gesunken/


© ESA/CC-by-sa 3.0 IGO

Wie man sieht, ist (oder war) Norditalien im europäischen Vergleich tatsächlich am stärksten von Smog betroffen.

An dem folgenden Artikel und den beiden Übersichtsgrafiken über die stark betroffenen Landkreise in Deutschland sieht man bei einem Vergleich mit der obigen Smog-Karte Mittel- und Südeuropas vom Januar 2020, dass die für Norditalien feststellbare auffällige Korrelation zwischen Smogbelastung und hohen Coronavirus-Fallzahlen/schwereren Krankheitsverläufen offenbar auch für Deutschland gilt.

So haben genau jene deutschen Regionen, die in der jüngsten Vergangenheit am stärksten von Smog betroffen waren, die höchsten Coronavirus-Infektionszahlen gemeldet. Es ist somit davon auszugehen, dass die regionalen Coronavirus-Fallzahlen und die regionale Belastung durch starken Smog direkt miteinander korrelieren, sofern es in der betreffenden Region auch genügend Infizierte gibt.

Artikel vom 23. März 2020:


https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/id_87574148/coronavirus-in-deutschland-diese-regionen-sind-am-staerksten-betroffen.html

Coronavirus: Diese Regionen sind am stärksten betroffen




Es folgt nun ein direkter graphischer Vergleich zwischen der Smog-Verteilung vom Januar 2020 (Bildausschnitt Deutschland) und der aktuellen Coronavirus-Verteilung in Deutschland. Auch hier zeigt sich eindrucksvoll, dass es einen signifikanten Zusammenhang zwischen der Smogbelastung und der Erkrankungshäufigkeit zu geben scheint:

Schauen wir uns nun noch eine am 5. März 2020 in der internationalen Biomedizin-Datenbank PubMed veröffentlichte chinesische Studie an, die
darauf hinweist, dass ungefähr 50 Prozent der mit dem weltweit angewendeten „Coronatest“
(bei dem es sich um einen sogenannten PCR-Test (Polymerase-Kettenreaktion) handelt; synonym: nucleic acid test/Nukleinsäure-Test) ermittelten Corona-Positiven vermutlich falsch positiv sind:

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32133832/

Auszug aus diesem Artikel:
Conclusions: In the close contacts of COVID-19 patients, nearly half or even more of the ‚asymptomatic infected individuals‘ reported in the active nucleic acid test screening might be false positives.

zu Deutsch: Rund die Hälfte aller positiv Getesteten (oder sogar mehr), die keine Symptome haben, obwohl sie engen Kontakt zu symptomatischen COVID-19-Patienten  (= Lungenerkrankten) hatten, sind vermutlich falsch positiv getestet.

Dies würde bedeuten, dass etwa die Hälfte der weltweit getesteten Corona-Infizierten falsch positiv sein können und die tatsächlichen Infiziertenzahlen somit – selbst unter Berücksichtigung einer Dunkelziffer – ganz weit unter den offiziellen Zahlen lägen. Die chinesische Studie wäre zudem ein mögliches Indiz dafür, dass das Virus bei weitem nicht so ansteckend ist, wie man annimmt.

SCHLUSSFOLGERUNGEN:

Aus den vorstehenden Erkenntnissen lässt sich ableiten, dass ein frappierender unmittelbarer Zusammenhang zwischen regionaler Umweltbelastung durch Smog und erhöhten Coronavirus-Fallzahlen (oder schwereren Erkrankungen) nicht von der Hand zu weisen ist.

Daher ist auch anzunehmen, dass Deutschland zu keinem Zeitpunkt ein Zusammenbruch des Gesundheitswesens durch Hunderttausende von schwerkranken Corona-Infizierten drohte. Dieses Horrorszenario wird sich vielmehr nur in solchen Regionen und Staaten abspielen, wo die Einwohner durch intensiven jahrelangen Smog bereits gesundheitlich stark vorbelastet sind; nur dort sind die mit dem Coronavirus in Verbindung gebrachten Lungen­entzündungen mit schwereren Verläufen und erhöhten Sterberaten zu erwarten. (Hier wären allerdings – neben dem Faktor des hohen Alters in Verbindung mit einer individuellen Grund­erkrankung von Herz/Lunge – noch weitere Faktoren wie Nationen mit höherem Raucheranteil, von Land zu Land unterschiedliche Therapieregimes wie Cortison-Hochdosisbehandlung und Einsatz besonders aggressiver Antibiotika oder das Bestehen von Antibiotika­resistenzen in Kliniken bestimmter Länder zu berücksichtigen, da diese Faktoren ebenfalls zu einer höheren Sterblichkeitsrate führen). In allen anderen, weniger Smog-belasteten Teilen der Welt, so auch in weiten Teilen Deutschlands, haben wir es bei dem aktuellen Coronavirus hingegen bei ca. 90 Prozent der Betroffenen nur mit den üblichen Symptomen eines grippalen Infekts (Erkältung) oder einer Influenza (Grippe) zu tun.

Eine sich an der obigen Faktenlage orientierende Vorgehensweise wäre daher:
– Erhöhte Schutz- und Isolierungsmaßnahmen für gefährdete Personenkreise (Umkehrisolation) statt nationaler Quarantäne
– Regionale Fahrverbote und weitere der Entlastung dienende lokale Schutzmaßnahmen in Gebieten, die traditionell stark durch Smog belastet sind
– Ausgangsbeschränkungen nur dort, wo zuletzt (vor dem Shutdown) eine besonders starke Smogbelastung vorherrschte und hohe Lungenerkrankungs­raten bekannt sind

Aus medizinischen Erwägungen erscheinen die derzeitigen landesweiten Ausgangs­beschränkungen und die Einstellung des öffentlichen Lebens im gesamten Land jedenfalls wenig sinnvoll; der dadurch zwangsläufig entstehende volkswirtschaftliche und psychologische Schaden an der Gesamtbevölkerung steht in keinem Verhältnis zum tatsächlichen Ausmaß der Bedrohung durch das aktuelle Coronavirus.

Zu der Frage, warum in Norditalien sogar mehr alte Menschen an den Folgen des Coronavirus als in China sterben, könnte man die Vermutung aufstellen, dass dies daran liegt, dass in China die Menschen bei Smog-Alarm seit jeher massenweise Atemschutz tragen.

Ich verweise in diesem Zusammenhang auch auf die folgenden, sehr ähnlichen Erkenntnisse von Dr. Dr. Stefan Groß-Lobkowicz, die mir aber erst nach dem Verfassen des obigen Artikels bekannt wurden:




Zusammengestellt von:
Berkant Haydin, Fachübersetzer für Medizin und Recht
(Verfasst am: 23./24.03.2020)

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