„Sankt Rupert springt ins Festgescheh`n, / Lasst euch den Kirtag nicht entgeh`n! / Kunst, Kultur und Lebensfreud`- / So klingt`s im schönen Salzburg heut`“! Der stadteigenen Dichterin Edith Sulzenbachers Spruch wurde unter eine Grafik, betitelt mit „Salzburger Dreiklang“, am Residenzplatz vor aller Augen per Hand gedruckt. Darauf sitzt Bischof Rupertus in der Mitte, links von ihm der Brezenschlangen mittragende junge Wolfgang Amadeus rittlings auf einer nach ihm benannten Kugel.
Am vergangenen Sonntag: Hier, am Stand des Salzburg-Hellbrunner Lions-Clubs geht`s hoch her: „Schaut`s her!“, lädt Alexander Strobl, im Hauptberuf Elektriker, die staunenden Vorbeiziehenden ein, „wir haben euch was Seltenes zu bieten“. Hans Frank und Thomas Liedner schöpfen vor den einheimischen (und auch ausländischen) Festgästen in Tracht – so viele sah Salzburg schon lange nicht mehr – zwei Blatt Büttenpapier. Alexander Strobl druckt sie dann auf einem rund 160 Jahre alten Boston-Handtiegel der ehemaligen Salzburger Druckerei Hutegger, die es von 1893 bis 20145 gab, aus und wartet auf Kundschaft. Die Blätter mit dem schönen Motiv werden traditionell für einen guten Zweck verkauft. Wieder aufgenommenes Projekt der Kunst- und Kultur-Stadt Salzburg, das es schon lange gibt. „Und das es noch lange geben soll“, wünscht sich Alexander Strobl.
Beim Festzug geht es besonders am Residenzplatz hoch her – mit Riesenrad und Kinderkarussell. Schön, laut und altehrwürdig. Und fast so ehrfürchtig wie die Münchner „Oide Wiesn“. Durch die festlich gekleidete Menschenmenge zieht der Heilige in Gestalt eines riesenhaften Mitra-Trägers und segnend erhobener starker Rechten. Der Adlatus, der um Durchlass bittet und dem Heiligen den Weg bahnt, reicht Kindern und Alten ein Packerl Traubenzucker. Damit sie den Festtag noch lange durchhalten. Darauf ist der Stadtpatron mit seinen Lebensdaten 650 bis 718 zu sehen. Fehlen noch Glockengeläut und Orgelklang. Und der echte Erzbischof, der hier seinem Ur-Ur…-Ahn hätte begegnen können.
