Interview mit Claus Hipp: Wir können alle etwas für die Schöpfung tun

Prof. Dr. Claus Hipp

Der Unternehmer Claus Hipp wurde als Geschäftsführer eines Babykostherstellers bekannt. Jahrzehntelang leitete er die Firma und hat stets Wert auf das Thema Nachhaltigkeit gelegt. Hipp ist gläubiger Christ – und setzt sich für die Bewahrung der Schöpfung ein. Wir sprachen mit ihm über sein Herzensthema.

Herr Hipp, was bedeutet ökonomisch-ökologische Nachhaltigkeit für Sie?

Ökonomische Nachhaltigkeit heißt, dass es wirtschaftlich vernünftig ist, was wir tun. Ökologisch bedeutet, dass all unser Tun für die Natur, für die Schöpfung, gut sein sollte. Und sozialverträglich meint, dass es für alle Menschen gleich gelten muss.

Nachhaltigkeit war in Ihrem Leben nie eine Modeerscheinung. Sie sind einer der ersten gewesen, der auf diese Thematik gesetzt hat. Woher kam dieser Gedanke?

Mein Mentor war Dr. Hans Müller aus der Schweiz, der dort den organisch biologischen Landbau gegründet hat. Der hat mich als Schüler schon geprägt. Dann wurde die eigene Landwirtschaft biologisch umgestellt und nachher haben wir es auch für die Firma gemacht, weil es sicher ist, wenn wir im Anbau keine schädlichen Mittel einsetzen.

Sie ziehen immer wieder eine Beziehung zwischen der göttlichen Schöpfung und dem biologischen Anbau, worin besteht diese?

Die Brücke besteht darin, dass wir nichts Schädliches tun wollen. Weder Ausbeutung noch Zerstörung.

Was kann eigentlich ich als einzelner Mensch oder wir als Christen für den Klimaschutz tun?

Jeder kann kleine Schritte machen. Wir können uns anders bewegen, wir können überlegen, ob wir uns überhaupt bewegen müssen. So zum Beispiel beim Fliegen. Wir haben in der Corona-Pandemie gelernt, dass es überhaupt nicht notwendig ist durch die Welt zu jetten, denn vieles können wir am Telefon oder in Videokonferenzen besprechen. Durch diese neue Einsicht und durch die Möglichkeiten der modernen Kommunikationsmittel können wir viel wirtschaftlichen Schaden verhindern und durch die Reduktion der CO-2-Emissionen unsere Umwelt schonen.

Wenn man den Klimawandel der nächsten Jahre in den Blick nimmt, sind sie positiv auf die Zukunft eingestimmt?

Auf jeden Fall bin ich positiv eingestellt. Den Erfolg hat nur der positiv Denkende.

Ich danke Ihnen, Herr Prof. Hipp.

Das Interview führte Stefan Groß.

Über Stefan Groß-Lobkowicz 2084 Artikel
Dr. Dr. Stefan Groß-Lobkowicz, Magister und DEA-Master (* 5. Februar 1972 in Jena) ist ein deutscher Philosoph, Journalist, Publizist und Herausgeber. Er war von 2017 bis 2022 Chefredakteur des Debattenmagazins The European. Davor war er stellvertretender Chefredakteur und bis 2022 Chefredakteur des Kulturmagazins „Die Gazette“. Davor arbeitete er als Chef vom Dienst für die WEIMER MEDIA GROUP. Groß studierte Philosophie, Theologie und Kunstgeschichte in Jena und München. Seit 1992 ist er Chefredakteur, Herausgeber und Publizist der von ihm mitbegründeten TABVLA RASA, Jenenser Zeitschrift für kritisches Denken. An der Friedrich-Schiller-Universität Jena arbeitete und dozierte er ab 1993 zunächst in Praktischer und ab 2002 in Antiker Philosophie. Dort promovierte er 2002 mit einer Arbeit zu Karl Christian Friedrich Krause (erschienen 2002 und 2007), in der Groß das Verhältnis von Metaphysik und Transzendentalphilosophie kritisch konstruiert. Eine zweite Promotion folgte an der "Universidad Pontificia Comillas" in Madrid. Groß ist Stiftungsrat und Pressesprecher der Joseph Ratzinger Papst Benedikt XVI.-Stiftung. Er ist Mitglied der Europäischen Bewegung Deutschland Bayerns, Geschäftsführer und Pressesprecher. Er war Pressesprecher des Zentrums für Arbeitnehmerfragen in Bayern (EZAB Bayern). Seit November 2021 ist er Mitglied der Päpstlichen Stiftung Centesimus Annus Pro Pontifice. Ein Teil seiner Aufsätze beschäftigt sich mit kunstästhetischen Reflexionen und einer epistemologischen Bezugnahme auf Wolfgang Cramers rationalistische Metaphysik. Von August 2005 bis September 2006 war er Ressortleiter für Cicero. Groß-Lobkowicz ist Autor mehrerer Bücher und schreibt u.a. für den "Focus", die "Tagespost".