ETILAAT ROZ eröffnet das DOK.fest München 2023

Eröffnungsfilm über afghanische Zeitung nach der Rückkehr der Taliban 2021

Redakteure der Zeitung "Etilaat Roz" im gleichnamigen Film © DOK.fest München

Pressemitteilung – Das DOK.fest München feiert am 3. Mai im Deutschen Theater Eröffnung mit dem afghanischen Film ETILAAT ROZ. Er erzählt hautnah von der auflagenstärksten Tageszeitung Kabuls in den Tagen vor, während und nach dem überstürzten Abzug der alliierten Streitkräfte im Sommer 2021: In den Redaktionsräumen der von Transparency International ausgezeichneten Tageszeitung „Etilaat Roz“ erleben die Zuschauer*innen den Fall Kabuls als dramatisches Kammerspiel. Draußen übernehmen die Taliban die Macht, drinnen liegen die Nerven von Herausgeber Zaki Daryabi und seinem 50-köpfigen Team zunehmend blank. Sie müssen eine Entscheidung treffen: weitermachen oder fliehen? Regisseur des Films ist der „Etilaat Roz“-Redakteur Abbas Rezaie, der während der dramatischen Wochen in den Redaktionsräumen drehte.


Der Protagonist in JUAN CARLOS – LIEBE, GELD, VERRAT © gebrueder beetz filmproduktion/picture alliance/Associated Press/Daniel Ochoa de Olza

Serien beim DOK.fest München   

Das DOK.fest München öffnet sich einem Format, das immer bedeutender wird: dokumentarischen Serien. „Auch für das dokumentarische Erzählen wird das Format Serie zunehmend interessant und relevant“, sagen Daniel Sponsel und Adele Kohout (Festivalleitung). „Die Zuschauer*innen erhalten ein immer größeres Angebot, die Welt über das umfassendere Format Serie zu sehen. Das DOK.fest München ist ein Festival, das sich für neue Entwicklungen interessiert, und wir wollen unserem Publikum die Gelegenheit geben, neue hochkarätige Produktionen auf der Kinoleinwand zu erleben.“ Beim Festival im Mai sind drei Serien in jeweils mehreren Episoden zu sehen.

Die Sky-Serie JUAN CARLOS – LIEBE, GELD, VERRAT porträtiert den ehemaligen König Juan Carlos I. Er war lange Zeit ein spanischer Held, der auf der ganzen Welt dafür gefeiert wurde, dass er sein Heimatland mit seinen progressiven und demokratischen Werten reformierte. Er führte Spanien aus der Franco-Diktatur in die parlamentarische Monarchie und trug entscheidend zum Wandel in einen modernen Staat bei. Wie nur konnte dieser allseits verehrte Monarch so dramatisch in Ungnade fallen, dass er 2014 abdanken und 2020 ins Exil fliehen musste? Produzent der vierteiligen Serie ist der mehrfache Grimme-Preisträger Christian Beetz, Regie führten Anne von Petersdorff und Georg Tschurtschenthaler, die Autoren sind Christian Beetz, Pedro Barbadillo und Anne von Petersdorff.

KICKEN WIE EIN MÄDCHEN von Karin de Miguel Wessendorf begleitet vier Mädchen aus dem Ruhrgebiet, die den Traum teilen, Profifußballerin zu werden. Die sechsteilige Serie begleitet eine Saison lang die U15 Mannschaft der SGS Essen – einen von sehr wenigen traditionellen Frauenvereinen in Deutschland, die sich ohne Anschluss an einen Männerverein in der Bundesliga halten und auf die Ausbildung junger Talente setzen. Für die Protagonistinnen ist es ein Entscheidungsjahr – schaffen sie den Sprung in die U16, der für die Profikarriere ausschlaggebend ist?

Die Arte-Serie CAPITAL B. WEM GEHÖRT BERLIN? von Florian Opitz erzählt, wie Berlin seit dem Mauerfall von einer eher provinziellen Großstadt zur Weltmetropole geworden ist, die heute zugleich Boomtown und unregierbar zu sein scheint. Zu Wort kommen Akteur*innen vom Bürgermeister zum Clan-Mitglied, vom Immobilienhai zum Hausbesetzer, von der Schriftstellerin zur Clubbetreiberin. Die Serie zieht die Zuschauer*innen in die Kämpfe und Konflikte, die seit dreißig Jahren mit harten Bandagen um die eine Frage ausgetragen werden: Wem gehört die Stadt?