Achim Budde: Vertrauen in die Kraft der Argumente – Amtseinführung des neuen Direktors am 8. Februar 2019

Achim Budde Foto: Robert Kiderle.

Vor mehr als 600 Gästen aus Kirche, Politik, Wissenschaft, Kunst und Gesellschaft führte Reinhard Kardinal Marx den neuen Direktor der Katholischen Akademie in Bayern, PD Dr. Achim Budde, offiziell ins Amt ein. Der Kardinal, als Erzbischof von München und Freising und Vorsitzender der Freisinger Bischofskonferenz oberster kirchlicher Verantwortlicher für die Akademie, sagte am Abend des 8. Februars 2019, dass die Kirche vor großen Herausforderungen steht. Das Zweite Vatikanische Konzil habe ihr aber aufgetragen, als lernende Kirche durch die Welt zu gehen. „Die Kirche kann gar nicht Kirche sein, ohne von der Welt zu lernen“, so Marx.

 

Prof. Dr. Gabriele Gien, die Präsidentin der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, forderte in ihrem Vortrag eine neue „gemeinsame Denkkultur“, die dazu beitragen könne, der Fragmentierung der Gesellschaft entgegen zu wirken. Wolle die Kirche gerade junge Menschen erreichen, die sich verstärkt von ihr abwenden, wie die neue Sinus-Studie ja sehr deutlich gemacht habe, dann müsse man ihnen das Gefühl geben, ernst genommen zu werden. Es brauche dabei neue, kreative Ideen, um die Jugend wieder für die Kirche zu gewinnen, so Gabriele Gien.

In seinen ersten Gedanken zur künftigen Arbeit der Akademie schlug Achim Budde, der seit Jahresbeginn in München tätig ist, zunächst einen Bogen in die Geschichte und betonte, wie wichtig es ist, den Glauben mit Verstand zu überliefern. In den Jahren des Konzils und der Gründung der Akademie habe die Kirche ihre Beziehungen zur Welt völlig neu aufgestellt, um intellektuell auf der Höhe der Zeit zu sein und auch von der Welt zu lernen. Der Auftrag der Akademie, diese Beziehungen zu klären, stehe heute vor neuen Herausforderungen: Angesichts der gesellschaftlichen Veränderungen gehe die Grenze zwischen Kirche und Welt heute oft mitten durch jeden Einzelnen hindurch. Budde warnte vor einem „Rückzug in die Blase“ einer nur noch von Likes getragenen Kommunikation. Dies sei ein „Rückfall ins 19. Jahrhundert mit den Mitteln des 21.“.

Als Kernaufgabe des Hauses nannte er, Debatten und Austausch zu ermöglichen und Menschen, die gerne nachdenken, jene Informationen und Interpretationen auf dem Silbertablett zu servieren, die sie brauchen, um sich selbst zu positionieren.

Es sei ein souveränes Zeichen innerer Stärke der Kirche, dass sie eine Einrichtung betreibe, in der der Dialog in allen Richtungen unabhängig und ergebnisoffen geführt werden kann. Sich auch kritischen Anfragen zu stellen, das könne sich nur leisten, wer innerlich gefestigt ist und keine Angst vor guten Argumenten hat.

Um aber auch künftig für alle eine gute Adresse und ein ernstzunehmender Gesprächspartner zu sein, sei es nötig, stärker mit der jüngeren Generation und mit allen bildungsaffinen Milieus in Kontakt zu treten.

Dabei gelte es, die Chancen zu nutzen, die darin liegen, dass Menschen sich „physisch versammeln“. Das Alleinstellungsmerkmal analoger Bildungsarbeit gegenüber den vielfältigen virtuellen Angeboten sei das direkte menschliche Miteinander.

 

Umrahmt wurde die abendliche Festveranstaltung, bei der The Red Socks Brass Quintett musikalische Highlights setzte, durch zwei Liturgien. Die musikalische Gestaltung sowohl des Abendlobs zu Beginn, wie auch des Komplet als Schlusspunkt übernahm mit Professor Matthias Kreuels einer der bekanntesten Organisten des Landes.

 

Einen detaillierten Lebenslauf von Achim Budde finden Sie auf der Homepage der Akademie, www.kath-akademie-bayern.de

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