Beim Open Air heißt es MINGA, Baby!

"Zur Sache, Schätzchen" mit Uschi Glas und Werner Enke / © FILMFEST MÜNCHEN
"Zur Sache, Schätzchen" mit Uschi Glas und Werner Enke / © FILMFEST MÜNCHEN
Open Air: MINGA, Baby!

Das 37. FILMFEST MÜNCHEN (27. Juni bis 6. Juli 2019) zeigt in der Open-Air-Reihe auf dem Gasteig Forum unter dem Titel „MINGA, Baby!“ kostenlos ein Stück Münchner Filmgeschichte. In diesem Jahr gibt es acht eigensinnige Blicke auf die bayerische Landeshauptstadt von einigen der wichtigsten Münchner Filmemacher/innen. Mal ulkig, mal ernst, mal betörend, mal gesellschaftskritisch – aber stets typisch München.
 
In acht Filmen zeichnen Münchner Filmschaffende ein Bild ihrer Stadt, machen München zur Kulisse und Protagonistin zugleich. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Filme in den 1960ern spielen oder heute – seit eh und je scheute München die Gegensätze nicht: Großstadtflair und Dorfgeflüster, Konservativismus und Weltoffenheit, Klischees und Subkultur.

Gezeigt werden Filme von Rainer Werner Fassbinder und Helmut Dietl, von wichtigen Filmemacherinnen wie etwa May Spils, Ula Stöckl und Gabriela Zerhau. Letztere ist auch mit ihrem neuen Fernsehfilm „Ein Dorf wehrt sich“ in der Reihe Neues Deutsches Fernsehen vertreten. Das FILMFEST MÜNCHEN freut sich besonders, mit „Schmucklos“ von Thomas Schwendemann eine Weltpremiere in der Open-Air-Reihe feiern zu dürfen. Die Komödie zeichnet ein geselliges Bild von München, um genauer zu sein einem ganz besonderen Stadtteil: In Giesing wird eine alte Kneipe wiedereröffnet und soll zur Kult-Boazn werden. Mit dabei sind altbekannte Münchner Gesichter: u.a. Marianne Sägebrecht, Eisi Gulp, Günther Maria Halmer, Uschi Glas.

In „Zur Sache, Schätzchen“ (1968) von May Spils, einer der ersten deutschen Regisseurinnen, gibt es ein München zu sehen, das nie lässiger war. Der Tunichtgut Martin und die fesche Barbara verkörperten eine ganz neue Generation: Anpassen ist vorbei, lieber einen flotten Spruch auf den Lippen haben und sich gesellschaftlichen Regeln versperren. Explizit nicht politisch entspinnt sich eine Komödie, die einfach so in den Sommer hineinlebt. Ein wenig kritischer ist da Ula Stöckls feministischer Film „9 Leben hat die Katze“ aus dem gleichen Produktionsjahr: In essayistisch angeordneten Episoden treffen zwei junge Frauen auf ihren Streifzügen durch München, tags wie nachts, weitere Frauen, die allesamt ganz eigenen Lebensentwürfen folgen. Dabei lernen die beiden nicht nur München und sein Umland kennen, sondern auch sich selbst.

Um Selbstbestimmung geht es auch in der erfolgreichen BR-Serie „Die Hausmeisterin“, die nur wenige Schritte vom Gasteig entfernt in der Balanstraße in Haidhausen spielt. In den Achtzigerjahren avancierte sie schnell zum Publikumsliebling: Die Kombination aus der selbstständigen Martha und dem sowohl von seiner Ex-Frau, als auch Neugeliebten abhängigen Josef sprach mit ihrem Humor und sympathischen Charme eine breite Fernsehgemeinde an. Das war natürlich auch der prominenten Besetzung zu verdanken, wie etwa Veronika Fitz, dem späteren „Monaco-Franze“ Helmut Fischer, Ottfried Fischer und Hans Brenner. Das FILMFEST MÜNCHEN zeigt jeweils die erste Folge der ersten beiden Staffeln.

Eine weitere ganz besondere Lokalprominenz wird in restaurierter Fassung auf die große Open-Air-Leinwand projiziert: Der vielleicht berühmteste Kobold Deutschlands! Das Filmfest präsentiert die ersten fünf Folgen der legendären Kinderserie „Meister Eder und sein Pumuckl“, eine Erinnerungsreise in die Kindheit vieler Erwachsener.

In der Filmreihe „MINGA, Baby!“ dürfen natürlich zwei Filmgrößen nicht fehlen: Rainer Werner Fassbinder und Helmut Dietl. Während sich Fassbinders Milieudrama „Katzelmacher“ (1969) in der Tradition des kritischen Volkstheaters mit Themen wie Ausgrenzung und Borniertheit der von Langeweile angetriebenen Sehnsüchten der spießigen Vorstadtgesellschaften beschäftigt, hat die Münchner Filmlegende Helmut Dietl mit „Rossini – oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief“ (1997) eine bissige Satire übers Filmemachen und zugleich eine Hommage an die lebensfrohe Schwabinger High-Society geschaffen.

Typisch für München sind natürlich auch die Eisbachsurfer. Diesen widmet sich „Keep Surfing“ von Björn Richie Lob, der 2009 seine Weltpremiere auf dem FILMFEST MÜNCHEN feierte. In diesem Dokumentarfilm kommt eine ungewohnt anarchistische Seite der bayerischen Metropole ans Licht, in der Freigeister und Individualisten eine eigene kleine Welt aufgebaut haben.
 
Alle Filme der „MINGA, Baby!” Open-Air-Reihe im Überblick: „Schmucklos“ (Thomas Schwendemann, 2019) „Rossini – Oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief“ (Helmut Dietl, 1997) „Katzelmacher“ (Rainer Werner Fassbinder, 1969) „Zur Sache, Schätzchen“ (May Spils, 1968) „9 Leben hat die Katze“ (Ula Stöckl, 1968) „Keep Surfing“ (Björn Richie Lob, 2009) „Die Hausmeisterin (Folge 1 & 7)” (Gabriela Zerhau, 1987) „Meister Eder und sein Pumuckl (Folge 1 – 5)“ (Ulrich König, 1982) Die Vorführungen in der Open-Air-Reihe sind wie immer kostenlos und beginnen jeweils um 22 Uhr.

Das 37. FILMFEST MÜNCHEN findet von 27. Juni bis 6. Juli 2019 statt. Aktuelle Informationen unter filmfest-muenchen.de. Das komplette Programm gibt es ab dem 13. Juni. Tickets sind erhältlich im Filmfest WebShop und bei München Ticket.

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