Wie der europäische Judenhass untermauert wird

Die Pläne zur Annexion der Westbank beflügeln den europäischen Judenhass

gaza streifen palästina, Quelle: hosny_salah, Pixabay License Freie kommerzielle Nutzung Kein Bildnachweis nötig

Der Judenstaat Israel ist seiner jüdischen Bevölkerung verpflichtet, Gebiete westlich des Jordans zu übernehmen. Judäa und Samaria, heute „Westbank“ oder „Palästinensergebiete“ genannt, bilden das Zentrum früherer jüdischen Staaten. Die Westbank gehört genauso wenig zu Palästina wie Ostpreußen zu Deutschland. Russland hat den Zweiten Weltkrieg, Israel den 6-Tage-Krieg gewonnen. Das politisch-religiöse Desinteresse Israels am Gazastreifen liegt darin, dass dieses Gebiet am Mittelmeer niemals Teil eines Jüdischen Staates gewesen ist.

Das Argument des jordanischen Königs Abdullah II, dass eine Annexion die Stabilität der Region gefährdet, ist aus der Luft geholt. Denn jede Politik, ja jede noch so unbedeutende politische oder religiöse Äußerung, kann den gesamten Nahen Osten destabilisieren. Und das bereits seit Jahrtausenden.

Die Tatsache, dass die Juden in ihr Land nach 2.000 Jahren zurückkehren und dort erneut einen jüdischen Staat ausrufen würden, haben die feindlichen arabischen Nachbarn bis zum 14. Mai 1948 für unmöglich gehalten. Trotzdem existiert der Judenstaat Israel, während ein arabischer Palästinenserstaat nicht in die Puschen kommt.

Da die Mehrheit der Bevölkerung Jordaniens – Jordanien liegt östlich des Flusses Jordan – Palästinenser sind, befürchtet der jordanische König zu Recht, dass ein wie auch immer gearteter Palästinenserstaat das Königreich Jordanien übernehmen wird wie einst die BRD die DDR, was Abdullah II wie der SED den Kopf kosten könnte, zumindest die Herrschaft und den Reichtum. Das ist nur einer der vielen Gründe, warum es bis heute keinen Palästinenserstaat gibt. Seit über sieben Jahrzehnten trügt der Eindruck nicht, dass niemand im gesamten Nahen Osten, in der gesamten arabischen und islamischen Welt einen Palästinenserstaat will – mit Ausnahme von Juden, Arabern und Muslimen, die es vorziehen, weit weg in den USA oder einem anderen reichen westlichen Land zu leben und dort zu protestieren.

Den palästinensischen Leidtragenden wird erklärt, dass erst die Juden aus dem Nahen Osten verschwinden müssen, bevor Palästina entstehen darf. Nur Politiker und Bürger der EU sehnen einen Palästinenserstaat im Nahen Osten herbei: Das hängt mit ihrer unbewältigten Vergangenheit, die sie unfähig macht, zwischen Rassismus und Judenhass zu unterscheiden.

Die Gewaltherrscher aller arabischen und islamischen Staaten wissen, dass ein freier Palästinenserstaat das Ende ihrer Herrschaft bedeutet. Die freien Palästinenser werden sich gegen ihre wahren Unterdrücker in den arabischen und islamischen Staaten auflehnen und nicht gegen die Juden! Sie werden frei entscheiden, wer ihre wahren Freunde und wer ihre wahren Feinde sind. Alle arabischen und islamischen Herrscher unterdrücken bis heute die Palästinenser, um den Hass gegen Juden zu ihrem Vorteil auszunutzen, was sie in Europa, vor allem bei Luxemburger Politikern beliebt macht. Ein freier Staat Palästina für Palästinenser an Stelle eines korrupten Jordanien ist für die meisten Arabern, Muslimen und Europäern ein Alptraum. Das Leid der Palästinenser ist für Araber, Muslime und viele Europäer eine Möglichkeit, ihren Hass gegen Juden zu bündeln. Sehr viele Organisationen der EU beteiligen sich daran.

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Nathan Warszawski
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Dr. Nathan Warszawski (geboren 1953) studierte Humanmedizin, Mathematik und Philosophie in Würzburg. Er arbeitet als Onkologe (Strahlentherapeut), gelegentlicher Schriftsteller und ehrenamtlicher jüdischer Vorsitzender der Christlich-Jüdischen Gesellschaft zu Aachen.