Ertrinkende nahe der libyschen Küste sind Flüchtlinge, die niemand aufnehmen will

Sonnenuntergang am Mittelmeer, Foto: Stefan Groß

Die Rettung Ertrinkender auf offener See ist ein uralter Brauch, welcher heute ein internationales Gesetz ist. Die Seenotrettung wird in keiner Bibel oder heiligen Schrift erwähnt; wahrscheinlich handelt es sich um das älteste, noch heute gültiges Gesetz ohne kirchlichen und göttlichen Einfluss. Selbst bewaffnete Feinde müssen bei Seenot gerettet werden.

Ob sich alle Schiffe an der Seenotrettung beteiligen, ist nicht bekannt.

Die Aufnahme von Flüchtlingen, die ihr Land aus welchen Gründen auch immer verlassen, ist hingegen ein Gebot, welches Bibeln und anderen heiligen Schriften entstammt. Statistisch (gefühlt) wird die Aufnahme von Flüchtlingen öfters unterlassen als die Rettung von Ertrinkenden, was wohl mit dem schwindenden Glauben an Gott und mit dem schwindenden Vertrauen zu den Kirchen zusammenhängt.

Jeder Seemann ist sich bewusst, dass sein Schiff in Seenot geraten, untergehen und er ertrinken kann. Deshalb fällt es ihm leicht, anderen zu helfen, die in dieser Lage geraten, da er erwartet, dass in der Not auch ihm geholfen wird. Dementsprechend könnten ehemalige Flüchtlinge den ethischen (?) Drang verspüren, jetzigen Flüchtlingen zu helfen, weil ihnen oder ihren Vorfahren auch geholfen worden ist. Nach dem verlorenen Zweiten Weltkrieg strömen viele Deutsche aus dem Osten nach Restdeutschland. Nicht alle werden von ihren Landsleuten mit offenen Armen aufgenommen, oft werden sie von ihren Landsleuten verjagt.

Es gibt eine weitere Gruppe von Menschen, die Flüchtlingen gezwungenermaßen helfen: Es sind Nachkommen von Menschen, die Flüchtlinge generiert haben. Bei der Hilfe handelt es sich psychologisch um eine Verschiebung oder um ein schlechtes Gewissen, hier: gewöhnlich um eine vererbte, unverarbeitete Schuld. Dies erklärt, warum die meisten Flüchtlinge muslimischen Glaubens es vorziehen, in Deutschland aufgenommen zu werden.

Menschen mit einem schlechtem Gewissen oder einer unverarbeiteten Schuld sind bereit, viel Geld auszugeben, um dem psychischen Konflikt aus dem Weg zu gehen. Allein mit Geld können psychische Konflikte jedoch nicht gelöst werden, wobei unabhängig davon ausreichende Mittel vorhanden sein müssen. Ab einem gewissen Punkt, der starken Schwankungen unterliegt, ist der psychisch Angeschlagene nicht mehr gewillt oder eher finanziell nicht mehr in der Lage, seine Psychosen oder Ticks zu finanzieren. Die harte Realität holt ihn ein. Das gilt sowohl für den Einzelnen, als auch für die Gesamtgesellschaft.

Es wird nun einsichtig, dass zwischen Seenotrettung und Flüchtlingshilfe keine zwingende Korrelation, also kein zwingender Zusammenhang besteht. Ein Mensch kann voll hinter der Seenotrettung von Flüchtlingen stehen und trotzdem die weitere Versorgung der Flüchtlinge ablehnen.

Als letzter Staat der EU ist nun auch Deutschland zu dieser Einsicht gelangt. Da Deutschland kein Mittelmeeranrainer ist, ist diese Problematik bisher verdrängt worden. Die Regierenden Deutschlands müssen den Wünschen der Bevölkerung nachkommen: Flüchtlinge aus Seenot retten und ihnen die Aufnahme in Deutschland verwehren, zumindest erschweren. Welche Auswege gäbe es?

Letztendlich sind die Möglichkeiten einschränkt, da kein EU-Staat freiwillig afrikanische oder orientalische Flüchtlinge aufnimmt, ob aus Seenot unweit der libyschen Küste oder anderswo. Die EU-Staaten haben sich an die deutschen Macken (Ticks) gewöhnt, sodass sie nicht bereit sind, die Flüchtlinge und die Macken zu akzeptieren. Deshalb bleibt nur ein Weg übrig, der Kaiserweg:

Bis zum Ende des Ersten Weltkrieges ist Triest, heute Italien, ein Kriegshafen des Kaiserreiches Österreich. Italien sollte den Hafen von Triest der Republik Österreich überlassen. Dann könnten die aus Mittelmeer-Seenot unweit der libyschen Küste geretteten Flüchtlinge in Triest an Land gehen und anschließend legal in verplombten Zügen wie einst Lenin ins nahe Österreich reisen. Sollten die Österreicher die geretteten Flüchtlinge nicht behalten wollen, so werden sie Wege finden, diese nach Deutschland zu geleiten.

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Dieser Beitrag wurde unter Ethik abgelegt und mit Afrika

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Nathan Warszawski
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Dr. Nathan Warszawski (geboren 1953) studierte Humanmedizin, Mathematik und Philosophie in Würzburg. Er arbeitet als Onkologe (Strahlentherapeut), gelegentlicher Schriftsteller und ehrenamtlicher jüdischer Vorsitzender der Christlich-Jüdischen Gesellschaft zu Aachen.