Die Ablehnung zur Lieferung von Kampfflugzeugen ist deutlich größer als bei der Lieferung von Kampfpanzern

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Nach der Entscheidung des Bundeskanzlers, nicht nur anderen Staaten die Lieferung des Kampfpanzers Leopard in die Ukraine zu gestatten, sondern auch selbst welche zu liefern, ist die Debatte weitergegangen: Die Ukraine bittet eindringlich um Kampfflugzeuge und in der deutschen Politik melden sich Politiker aus unterschiedlichen Parteien, die sich dafür aussprechen – von der SPD-Vorsitzenden Saskia Esken bis zum CDU-Vorsitzenden Friedrich Merz.

Gegen die Lieferung von Kampfflugzeugen sprechen sich nicht nur die Oppositionsparteien AfD und Linke aus, sondern auch Politiker der Ampel-Koalition, nicht zuletzt Bundeskanzler Olaf Scholz.

Wie lange es beim Nein zur Lieferung von Kampfflugzeugen bleiben wird, weiß niemand. Wenn wir im Auftrag der Bild am Sonntag-Zeitung fragen, ob Deutschland Kampfflugzeuge an die Ukraine liefern soll, stimmt dem nicht einmal jeder vierte Befragte (22 Prozent) zu. 66 Prozent lehnen eine Lieferung von Kampfpanzern ab. Frauen (70 Prozent), über 40-Jährige (zwischen 70 und 71 Prozent) und Ostdeutsche (73 Prozent) lehnen die Lieferung von Kampfflugzeugen noch häufiger ab als Männer (63 Prozent), unter 40-Jährige (53 bzw. 64 Prozent) und Westdeutsche (65 Prozent). Außer die FDP-Wähler, welche sich nur relativ-mehrheitlich ablehnend äußern (42 Prozent ja zu 49 Prozent nein), sind die Wähler aller anderen Parteien absolut-mehrheitlich dagegen, dass Deutschland Kampfflugzeuge an die Ukraine liefert. Die Wähler von AfD (11 Prozent ja zu 87 Prozent nein) und Linke (17 Prozent ja zu 73 Prozent nein) noch deutlicher als die Wähler von SPD (21 Prozent ja zu 63 Prozent nein), CDU/CSU (23 Prozent ja zu 68 Prozent nein) und Grünen (32 Prozent ja zu 60 Prozent nein).

Die Ablehnung zur Lieferung von Kampfflugzeugen ist deutlich größer als bei der Lieferung von Kampfpanzern. Selbst bei den Wählern der Grünen gibt es in diesem Fall eine absolute Mehrheit dagegen. Die öffentliche Meinung in Deutschland und anderen westlichen Staaten wird ein wichtiger Faktor für das Ausmaß der weiteren Unterstützung der Ukraine sein.

 

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Hermann Binkert ist 57 Jahre alt, verheiratet und Vater von vier Kindern. Der Jurist ist Gründer und geschäftsführender Gesellschafter des Markt- und Meinungsforschungsinstituts INSA-CONSULERE. Bevor er INSA im November 2009 in Erfurt gründete, war Binkert 18 Jahre im öffentlichen Dienst, zuletzt als Staatssekretär in der Thüringer Staatskanzlei und Bevollmächtigter des Freistaats Thüringen beim Bund, tätig. Heute gehört er zu den renommiertesten Meinungsforschern Deutschlands und erhebt Umfragen für Ministerien im Bund und in den Ländern, für alle Parteien und Fraktionen, die im Bundestag und in den Landtagen vertreten sind. Wöchentlich stellt INSA die Sonntagsfrage für die Bild am Sonntag und die BILD. Das Meinungsforschungsinstitut arbeitet für viele großen Verlage, z. B. Springer, Burda, Funke, Madsack. Es führt aber auch Fokusgruppengespräche und Testkäufe durch.