Kindertod am Frankfurter Hauptbahnhof Gleis 7 – Ein Beispiel für Integration?

Polizeiauto, Foto: Stefan Groß

Pourqoui mon Dieu?

Korrektes Deutsch:

Ein mutmaßlicher Eritreer, der in der Schweiz mit seiner Familie lebt und der bis zuletzt in der Schweiz als vorbildliches Beispiel für Integration gilt, also dort mutmaßlich gut integriert ist, hat mutmaßlich am Frankfurter Hauptbahnhof Gleis 7 ein Kind vom Leben in den Tod befördert.

Ich möchte nicht wissen, was der Eritreer stattdessen getan hätte, wenn er nicht so gut integriert gewesen wäre.

Da mutmaßlich kein normaler Leser die ruchlose Tat versteht, sehe ich es als meine Pflicht an, diese ruchlose Tat religiös einzuordnen.

Aus heiterem Himmel – also grundlos – hat der Mutmaßliche, dessen Namen auf ewig unausgesprochen und vergessen sein soll, ein ihm unbekanntes Kind umgebracht. Man könnte sich vorstellen, dass den Mutmaßlichen der Wahn gepackt hat, dass er also verrückt ist. Im Unterschied zum Mutmaßlichen opfert der rechte Terrorist Breivik aus Norwegen 77 Jugendliche. Beide, der Terrorist und der Mutmaßliche begehen ruchlose Taten. Breivik wird vom Osloer Bezirksgericht als zurechnungsfähig angesehen.

Jerusalem Talmud, Sanhedrin 4:1 (22a):

Wer einen Menschen rettet, rettet die ganze Welt. Und wer einen Menschen tötet, vernichtet die ganze Welt. Dies gilt für jeden Menschen. Nicht allein für Juden.

Somit liegen der Mutmaßliche und der Norweger auf einer Linie. Beide haben die ganze Welt vernichtet. Ob der Mutmaßliche eine Gefängnisstrafe erhält oder in die Psychiatrie überwiesen wird, ist gleichgültig.

Während des Zweiten Weltkrieges und die sechs Jahre zuvor ermorden Deutsche (Wehrmacht, SA, SS) und ihre Verbündeten auf Befehl wahllos Juden und Zigeuner. Auch diese Täter haben die ganze Welt vernichtet. Die Allermeisten kommen nicht ins Gefängnis und erhalten auch keine Therapie.

Für die beinahe-Opfer, die dem Morden beiwohnen oder Familie und Freunde verlieren, ob im Holocaust (Shoa, Porajmos), durch norwegischen Rechtsextremismus oder durch Gleisschubsen, wird die Welt vernichtet, bricht eine Welt zusammen. Die Mehrheit von ihnen verliert den Glauben an Gott. Warum hat Gott dies zugelassen? Es gibt keinen Gott! Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges breitet sich der Atheismus weltweit unter Juden aus.

Jedes Mal, wenn ein Mensch getötet wird, stirbt Gott – solange bis er verschwindet. Es ist irrelevant, ob der Menschentöter zurechnungsfähig ist oder bestraft wird. Es betrifft Gott, der das Unrecht, die Vernichtung seiner Schöpfung, nicht verhindern kann und somit nicht verhindert hat.

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Nathan Warszawski
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Dr. Nathan Warszawski (geboren 1953) studierte Humanmedizin, Mathematik und Philosophie in Würzburg. Er arbeitet als Onkologe (Strahlentherapeut), gelegentlicher Schriftsteller und ehrenamtlicher jüdischer Vorsitzender der Christlich-Jüdischen Gesellschaft zu Aachen.