Lausbergs Buchtipp: „Der Dom. Die Kölner Kathedrale in der Fotografie“

Buchvorstellung Der Dom. Die Kölner Kathedrale in der Fotografie von Peter Füssenich und Barbara Schock-Werner

Bild von Shary Reeves auf Pixabay

Peter Füssenich/Barbara Schock-Werner: Der Dom. Die Kölner Kathedrale in der Fotografie, Greven Verlag, Köln 2022, ISBN: 978-3–7743-0950-0, 38 EURO (D)

Die Kölner Kathedrale zählt zu den am häufigsten fotografierten Gebäuden der Welt. Diese ausgewählte Fotografiesammlung – zusammengetragen von der früheren Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner und Dombaumeister Peter Füssenich – spiegelt die Baugeschichte des Domes ebenso wider wie die internationale und die Kölner Fotografiegeschichte.

Die erste bekannte Fotografie des Domes stammt von dem Fotografen Johann Franz Michiels aus dem Jahre 1853. Seit den 1880er Jahren avancierte der vollendete Dom zum beliebtesten Fotomotiv in Köln. Einerseits als Souvenir für Touristen, andererseits die fotografierende Dokumentation des Bauwerkes und seiner Ausstattung. Heute ist die Fotografie für die Kölner Dombauhütte eines der wichtigsten Instrumente für die Dokumentation des baulichen Bestandes und der laufenden Arbeiten.

Dieser Bildband widmet sich der fotografischen Dokumentation ebenso wie der künstlerischen Fotografie, die den Dom seit Mitte des 19. Jahrhunderts in den Fokus gestellt hat. Beginnend von den ältesten Aufnahmen von Michiels und seinem Zeitgenossen Charles Marville, der im Spätsommer 1853 den Bauzustand des Domes fotografisch festhielt. Weitere Bilder, die den Dom während und nach seiner Vollendung zeigen, stammen von Theodor Creifelds, Anselm Schmitz, August Sander und Hugo Schmölz. Es werden auch Zeugnisse des im Zweiten Weltkrieges schwer beschädigten Baudenkmals gezeigt. Frühe Nachkriegsaufnahmen stammen von Hugo Schmölz, der amerikanischen Kriegsberichterstatterin und Fotografin Lee Miller und von der deutschen Fotografin Ruth Hallensleben.

Den Dom inmitten einer lebendigen Stadt hat Chargesheimer eingefangen. Zeitgenössische Ansichten stammen von den Kölner Fotografen Reinhard Matz und Axel Schenk und dem Architekturfotografen Florian Monheim.

Die Fotografien werden in Themenblöcke sortiert, die Bauzustände, Sichtachsen und Raumansichten zeigen. Auf eine streng chronologische Reihung der Fotografien wird verzichtet.

Der erste Themenblock zeigt das Wachsen des Gebäudes vom zweiten Baubeginn 1842 bis zur Domvollendung 1880. Der zweite Themenkomplex konzentriert sich auf die Bilder von der Westfassade. Die Kriegszerstörungen und die Jahrzehnte des Wiederaufbaus des Doms werden dann illustriert. Anschließend werden die Südseite des Domes und die Ostseite mit der Hohenzollernbrücke und dem Rhein beleuchtet. Aufnahmen von der Nordseite des Domes folgen danach. Danach wird der Innenraum und die Veränderungen mit seiner wechselnden Ausstattung durch die Jahrzehnte.

Es werden viele beeindruckende Aufnahmen gezeigt. Wie zum Beispiel das Festhalten der ersten katholischen Messe nach Kriegsende 1945 in der Marienkapelle von einem Feldgeistlichen mit Soldaten der US-Army. Oder die Aufnahme von Schmölz aus dem Jahre 1946, wo er vom Domdach am Südturm vorbei auf den von Ruinen umstandenen Wallrafplatz fotografierte.

Der Vorteil ist, dass einige dieser Aufnahmen werden zum ersten Mal veröffentlicht.

Eine Zeittafel der (Bau-)Geschichte des Doms hätte aber als Orientierung hinzugefügt werden können.

Über Michael Lausberg 469 Artikel
Dr. phil. Michael Lausberg, studierte Philosophie, Mittlere und Neuere Geschichte an den Universitäten Köln, Aachen und Amsterdam. Derzeit promoviert er sich mit dem Thema „Rechtsextremismus in Nordrhein-Westfalen 1946-1971“. Er schrieb u. a. Monographien zu Kurt Hahn, zu den Hugenotten, zu Bakunin und zu Kant. Zuletzt erschien „DDR 1946-1961“ im tecum-Verlag.