Only Black Lives Matter!

In der heutigen Hype-Zeit bewegt sich einiges, was bis vor Kurzem als unbeweglich in Stein gemeißelt gegolten hat

Bild von Bruce Emmerling auf Pixabay

Der US-amerikanische Streaminganbieter HBO Max entfernt den Filmklassiker „Vom Winde verweht“ aus seinem Angebot. Der Film aus dem Jahr 1939 würde ethnische und rassistische Vorurteile zeigen. Mit knapp vier Stunden Laufzeit ist „Vom Winde verweht“ damals der Film mit der längsten Spieldauer und mit den höchsten Herstellungskosten von vier Millionen $. Das American Film Institute platziert „Vom Winde verweht“ auf Platz 4 der 100 größten US-Filme aller Zeiten. Das inflationsbereinigten Einspielergebnis beträgt 7,2 Milliarden $ (2019). Somit ist dieser Film das kommerziell erfolgreichste Werk der Filmgeschichte. Die jetzt 103-jährige Schauspielerin Olivia de Havilland, die wohl letzte lebende Schauspielerin, die im „Vom Winde verweht“ mitgespielt hat, ist vor zwei Jahren von Königin Elisabeth II zur „Dame“ geadelt worden – trotz (oder wegen?) Rassismus.

Seit dem verhängnisvollen Tod von George Floyd stehen wichtige und unwichtige Bürger der USA Kopf. Nicht nur in den USA, sondern auch weltweit und in Deutschland. Beispiel: Artikel 3-3 des Grundgesetzes lautet: Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden …

Nicht nur die Grünen bestehen auf eine Veränderung des Grundgesetz-Artikels 3-3. „Es gibt keine Rassen, es gibt Menschen.“ Rassismus ist der Grund für die Herausbildung des Konzeptes menschlicher Rassen – nicht umgekehrt. Während die Grünen den Begriff ersatzlos aus dem Grundgesetz streichen wollen, schlagen andere vor, ihn durch „ethnische Herkunft“ zu ersetzen. Ich empfehle, die „Rasse“ durch „Hautfarbe“ einzutauschen. Unterschiedliche menschliche Hautfarben sind nachweislich vorhanden, auch wenn der Übergang fließend ist.

Nun könnte man (ich nicht) argumentieren, dass im Grundgesetz viel Unsinniges drinsteht, sodass man das Wort „Rasse“ darin belassen darf. Doch die Grünen (und manch andere) sind fest davon überzeugt, dass das Grundgesetz in seiner Bedeutung und Wortgewalt gleich nach (oder noch vor?) den 10 Geboten der Bibel steht. Die Christen haben bereits vor knapp 2.000 Jahren die 10 Geboten der originalen Bibel erfolgreich umgeschrieben.

In der heutigen Hype-Zeit bewegt sich einiges, was bis vor Kurzem als unbeweglich in Stein gemeißelt gegolten hat. Wenn sich die Übertreibung (englisch: Hype) nicht bald legt, werden wie in den USA und auch in Deutschland mehr als nur einige Denkmäler zerstört werden. Die Denkmäler, die den Kriegstreiber und deutschen Kaiser Wilhelm II. verherrlichen, gehören wie die (einstigen) Denkmäler von Stalin, Lenin und Marx geschreddert! Hitler-Statuen soll es in Deutschland ja nicht mehr geben, zumindest offiziell.
Die Gartenlaube des wohl nicht-rassistischen Kinderschänders von Münster ist bereits vernichtet worden, umso mehr müssen steinerne Relikte des Rassismus entfernt werden: Das Standbild von Kaiser Karl dem Großen in Aachen trägt die Gesichtszüge Kaiser Wilhelms II. Weg damit! „Ich übergebe alles Undeutsche der Zerstörung …“ soll bald wieder erklingen.
Auch Kant soll ein Rassist gewesen sein. Das behauptet zumindest einer, der all dessen Werke gelesen und gelernt hat.

Während man in Deutschland noch nachdenkt und grübelt, werden in den USA kräftig und tatsächlich die Denkmäler vernichtet. Die Erinnerungen an und die Denkmäler der Generäle der Südstaaten verschwinden, die im Sezessionskrieg vor über 150 Jahren für den Erhalt der Sklaverei gekämpft haben. Manche Denkmäler werden sicherheitshalber abgebaut und für spätere Zeiten verwahrt: Ein Denkmal von Columbus wird vom aufgebrachte Mob geköpft.

Warum Columbus? Durch seine erfolgreiche Expedition hat er den Völkermord an den indigenen Indianer erst ermöglicht! Columbia, benannt nach Columbus, ist die Hauptstadt des US-Bundesstaates South Carolina. Die Stadt muss unbenannt werden, wenn den Ideen der Straße Taten der gewählten Politiker folgen sollen! Ist Columbus alleine gereist? Nein, Amerigo Vespucci ist ebenfalls dabei! Nach ihm ist der gesamte Kontinent „Amerika“ benannt! In seinem Fall sind bedeutend mehr Arbeiten erforderlich. Die Zerstörung einiger Hakenkreuze wie nach der Niederlage Deutschlands reichen bei weitem nicht aus!

Auch auf Churchills Denkmal vor dem Parlament in London wird ein Anschlag verübt. Auch Churchill soll Rassist gewesen sein. Dass es nebenbei den europäischen Faschismus besiegt und so die Demokratie zumindest bis heute überlebt, zählt nicht.

Der Kampf der Minderheiten um Rechte, über die nach Ansicht der Minderheit (bisher?) die Mehrheit verfügt, wird in die Belanglosigkeit abebben oder in Anarchie mit der dazu gehörigen sozialistischen, anschließend kommunistischen Diktatur münden. Nach einem ¾ Jahrhundert der Demokratie ohne Kriege langweilen sich die Westeuropäer zu Tode. In Osteuropa, Griechenland, Spanien und Portugal ist die Diktatur noch sichtbar. Doch diese schwachen europäischen Staaten werden das Ruder nicht herumwerfen können. In seinem Wahn zwingt Trump die Staaten der EU sich zur Freiheit à la USA zu bekennen. Derzeit nimmt jedoch das Bekenntnis zur Demokratie in der EU stetig ab. Die Herrschenden in der EU ziehen eigennützig und nicht allein aus wirtschaftlichen Vorteilen einen Pakt mit der chinesischen Diktatoren einer Bürgerdemokratie à la USA vor. Die Europäer erwarten von den USA wortgewaltig angebettelt zu werden. Doch Trump will und wird nicht den Europäern entgegenkommen. Auch US-Präsidenten nach Trump werden ohne Europa auskommen können.

Sollten im inneramerikanischen Machtkampf Bewegungen wie „Black Lives Matter“ an Einfluss zunehmen, so ist das Ende der amerikanischen Demokratie zu erwarten. In Europa werden dann Wandalen, Klimaschützer und Faschisten herrschen.

Rette sich, wer kann!

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Nathan Warszawski
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Dr. Nathan Warszawski (geboren 1953) studierte Humanmedizin, Mathematik und Philosophie in Würzburg. Er arbeitet als Onkologe (Strahlentherapeut), gelegentlicher Schriftsteller und ehrenamtlicher jüdischer Vorsitzender der Christlich-Jüdischen Gesellschaft zu Aachen.