Rentenkommission: Mittelstand sieht Entlastung für Arbeitgeber, warnt aber vor neuen Beiträgen

Rente, Quelle: ChatGPT

Der Deutsche Mittelstands-Bund (DMB) bewertet die heute vorgestellten Empfehlungen der Rentenkommission grundsätzlich positiv. Das vorgeschlagene Zurückfahren der Frühverrentung kommt kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) zugute, betont Marc S. Tenbieg, geschäftsführender Vorstand des DMB. Kritisch sieht der DMB hingegen die geplanten Zusatzbeiträge für eine gesetzliche Kapitalrente sowie die vorgesehene Versicherungspflicht für künftige Selbstständige.

Marc S. Tenbieg, geschäftsführender Vorstand des DMB, führt aus:

„Die Kommission erkennt die demografischen Herausforderungen des Rentensystems an und schlägt ein Reformpaket vor, das zu mehr Generationengerechtigkeit und einer langfristig tragfähigen gesetzlichen Rente führen würde.

Positiv bewerten wir die vorgeschlagene Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung sowie den Abbau von Frühverrentungsanreizen. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels wäre die weitgehende Abschaffung der abschlagsfreien Rente mit 63, außer im Falle einer erheblichen gesundheitlichen Einschränkung, ein weitsichtiger und notwendiger Schritt.

Wer die gesetzliche Rente langfristig sichern und den Arbeitsmarkt wieder stärken will, muss den Mut haben, eine solch umfassende Reform umzusetzen, zu der bisherige Regierungen nicht bereit waren. Die finanzielle Stabilisierung der gesetzlichen Rente ist eine wichtige Voraussetzung, um KMU zu entlasten und um Wachstum sowie Wettbewerbsfähigkeit zu fördern.

An einigen Stellen wirft das Reformpaket noch Fragen auf

Der Handlungsdruck ist immens: Unser Risiko-Report Mittelstand 2026 zeigt, dass der Fachkräftemangel zu den höchsten Belastungen für KMU zählt. Für die Betriebe ist zudem entscheidend, dass die Bundesregierung den unverhältnismäßigen Anstieg der Sozialabgaben so schnell wie möglich stoppt. Die Lohnnebenkosten sind allein seit 2020 um rund 26 Prozent angestiegen.

An einigen Stellen wirft das Reformpaket jedoch noch Fragen auf. So kann die vorgeschlagene Pflichtversicherung für künftige Selbstständige grundsätzlich sinnvoll sein. Dabei muss jedoch die Wahlfreiheit zwischen gesetzlicher und privater Vorsorge erhalten bleiben. Auch die vorgeschlagene gesetzliche Kapitalrente würde zudem die Beitragslast für Unternehmen und Beschäftigte weiter erhöhen.

Die Rentenkommission hat einen pragmatischen Reformvorschlag geliefert. Nun steht die Bundesregierung in der Verantwortung, die richtigen Schlüsse daraus abzuleiten. Sie ist aufgefordert, die notwendigen Strukturreformen umzusetzen und gleichzeitig die Belastungsgrenzen der Unternehmen im Blick zu behalten.“

Über den DMB

Der Deutsche Mittelstands-Bund (DMB) e.V. ist der Bundesverband für kleine und mittelständische Unternehmen in Deutschland. Der DMB wurde 1982 gegründet und sitzt in Düsseldorf. Unter dem Leitspruch „Wir machen uns für kleine und mittelständische Unternehmen stark!“ vertritt der DMB die Interessen seiner rund 34.000 Mitgliedsunternehmen mit über 800.000 Beschäftigten. Damit gehört der DMB mit seinem exzellenten Netzwerk in Wirtschaft und Politik zu den größten unabhängigen Interessen- und Wirtschaftsverbänden in Deutschland. Der Verband ist politisches Sprachrohr und Dienstleister zugleich, unabhängig und leistungsstark. Spezielle Themenkompetenz zeichnet den DMB in den Bereichen Digitalisierung, Nachfolge, Finanzen, Internationalisierung, Energiewende und Arbeit & Bildung aus. Als dienstleistungsstarker Verband bietet der DMB seinen Mitgliedsunternehmen zudem eine Vielzahl an Mehrwertleistungen. Weitere Informationen finden Sie unter www.mittelstandsbund.de.

 

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