Der berühmte Nürnberger Maler Albrecht Dürer

7. Dezember 2020 Nathan Warszawski 0

Die Leibrente wird von der Stadt Nürnberg gewährt. Diese wird dem amtierenden Kaiser von den Zuwendungen abgezogen, die die Stadt – wofür auch immer – dem Kaiser schuldet. So spart man sich den Geldtransfer, der schon damals im 16. Jahrhundert kostspielig und unsicher ist. Die ersten Zuwendungen erhält Dürer vom Habsburger Kaiser Maximilian, der 1519 verstirbt. Dessen Enkel Kaiser Karl V. wird 1520 in Aachen gekrönt, weil die Tradition es vorschreibt. Deshalb reist Dürer nach Aachen, um den Kaiser Karl V. anzusprechen. Die Zusage des neuen Kaisers, Dürer die Leibrente zu gewähren, erfolgt erst in Köln. Dürer muss dem Kaiser nachreiten, wobei er eine Nacht in Düren verbringt. Die Familie Düren stammt nicht aus Düren, sondern aus Ungarn. Der korrekte Nachname lautet „Türer“, doch die Franken, wozu die Nürnberger zählen, können zwischen einem harten t und einem einem weichen d nicht unterscheiden. […]

Kunstfund Gurlitt. Wege der Forschung.

8. November 2020 Michael Lausberg 0

Die Bearbeitung des Kunstfundes Gurlitt hat eine Reihe von Erkenntnissen zum Umgang mit Kunst in der NS-Zeit zutage gefördert. Das gewonnene Wissen zu Sammlern, Händlernetzwerken und den Kunstwerken und auch das Wissen über die Fallstricke und Lücken transparent zu machen, ist ein Anliegen des Buches. Es hat den Anspruch, den gegenwärtigen Stand der Forschung zu reflektieren und darüber hinaus in einzelnen Untersuchungen Aspekte zu beleuchten, die bisher nicht im Mittelpunkt standen. Außerdem will das Buch zu weiteren Forschungen anregen und helfen, offene Provenienzfragen zu einzelnen Werken zu klären. […]

Soviet Design. From Constructivism to Modernism 1920-1980

26. August 2020 Michael Lausberg 0

Das englischsprachige Buch „Soviet Design. From Constructivism to Modernism 1920-1980“ bietet erstmals einen umfassenden Überblick über die sowjetische Innenarchitektur mit mehr als dreihundert Farbabbildungen. Kristina Krasnyanskaya und Alexander Semenov dokumentieren sieben Jahrzehnte Innenarchitektur in der Sowjetunion, basierend auf umfangreichen Recherchen und Zeichnungen, die bis vor kurzem nicht zugänglich waren: „The aim of this publication ist to acquaint readers with the different schools and trends of Soviet furniture design and to present a complete picture of ist developements, from which they can draw their own conclusions.“ (S. 401) Sie zeigen eine Vielfalt an Originalstilen vom Konstruktivismus über die revolutionäre Avantgarde bis zur Spätmoderne. Die Publikation entstand in Zusammenarbeit mit der Heritage Art Gallery in Moskau und anderen russischen und internationalen Museen. […]

Hans Scharoun und die Entwicklung der Kleinwohnungsgrundrisse

9. Juli 2020 Michael Lausberg 0

Mit dem Buch wird der Grundrissforschung des 20. Jahrhunderts eine bislang weitgehend unbekannte Größe neu hinzugefügt. Die Arbeitsweise von Scharoun wird hier detailliert nachgezeichnet. Es wird klar: Die intellektuelle Auseinandersetzung Scharouns mit Konzepten der Kleinwohnung, Protagonisten der Grundrissgestaltung und die Fähigkeit zur interdisziplinären Adaption sind höher zu bewerten als die eigentlichen Prozesse der Planung und die Phasen der Realisierung. […]

Staatliche Kunstsammlungen Dresden: Glanzstücke – von Stephan Koja

4. Mai 2020 Michael Lausberg 0

Das von Gottfried Semper erbaute Dresdner Galeriegebäude beherbergt die Gemäldegalerie Alte Meister und die Skulpturensammlung bis 1800. Von 2013 bis 2019 wurde das Gebäude grundlegend saniert und den neuen Anforderungen angepasst. In Zukunft werden die Gemäldegalerie Alte Meister und die Skulpturensammlung bis 1800 mit Werken vom Altertum bis zum Klassizismus gemeinsam zur Ausstellung kommen. Herausragende Objekte aus der Dresdner Antikensammlung wie die Große Herkulanerin, Kleinbronzen und Marmorwerke aus Renaissance und Barock wie den Mars von Giambologna, Spitzenwerke der Malerei von der Sixtinischen Madonna bis zu Rembrandts Doppelbildnis sind seit der Wiedereröffnung 2020 dort neu inszeniert. […]

„Ich als Mensch“ von Miriam Cahn

30. August 2019 Michael Lausberg 0

Dies ist eine gelungene Gesamtschau des vielgestaltigen Werkes von Miriam Cahn aus fünf Jahrzehnten, das sowohl von Brüchen als auch von Kontinuitäten gekennzeichnet ist. Gleichzeitig ist es eine Würdigung ihrer Lebensleistung, die noch lange nicht abgeschlossen ist. Ihre Arbeiten sind Exponate einer politischen Kunst, die dem Kunstbetrieb aber auch der Gesellschaft kritisch den Spiegel vorhält. Sie sind nicht moralisierend, aber immer emotional, besonders in ihrer Farbwahl der späteren Werke. […]

Nicole Hess – Domizile auf Zeit Oder: Welche Räume braucht der künstlerische Prozess?

18. August 2019 Michael Lausberg 0

Diese Domizile der Ruhe und inneren Einkehr für Kunst- und Kulturschaffende jenseits der großen Zentren werden, wie Nicole Hess richtig feststellt, in der fortschreitenden Schnelllebigkeit und Hektik unserer Zeit an Bedeutung gewinnen, wenn die Künstler kein eigenes Haus oder Anwesen auf dem Land besitzen. Die hier vorgestellten Refugien sind eine Auswahl vieler Rückzugsorte in der Schweiz, die in Text und Bild ausführlich beschrieben und deren Bedeutung durch die Essays vertieft werden. Spannend wäre zu wissen, ob es auch für Künstler in der Schweiz möglich ist, in einem Kloster oder anderen spirituellen Orten für einige Zeit zu wohnen und zu arbeiten. […]

Susanne Jalka: Denken. Kunst. Frieden, De Gruyter

29. Juli 2019 Michael Lausberg 0

In diesem Buch werden die Rolle und die Möglichkeiten der Kunst, den Prozess der Entwicklung eines aktiven Friedens zu unterstützen, vorgestellt. Dieses Buch basiert auf Diskussionen an der Universität für angewandte Kunst in Wien zum europäischen Friedensprojekt „Discover Peace in Europe“, wo in sieben verschiedenen Städten in Europa Friedenswege als Themenspaziergänge entworfen wurden. […]

Das Expressive in der Kunst 1500-1550

20. Juli 2019 Michael Lausberg 0

Wissenschaft muss nicht immer pointierte und populistische Aussagen machen. Auch die einzelnen vorgestellten Künstler waren kein homogenes Gebilde oder gar in einer Künstlergruppe zusammengefasst. Das macht gerade den Reiz des Buches aus, sich selbst anhand der Beiträge und auch der zahlreichen Abbildungen eine eigene Meinung zu erschließen. […]