All zu vieler politische Erfolge kann sich Christian von Stetten, CDU MdB und Vorsitzender Parlamentskreises Mittelstand der Unionsfraktion, nun nicht erfreuen. Deshalb wird er den Rücktritt von Bärbel Bas angemessen feiern, nachdem er vor gerade einem Monat ihre Entlassung durch Bundeskanzler Friedrich Merz gefordert hatte, ein unter Koalitionspartnern äussert ungewöhnlicher Vorgang.
Dass Bärbel Bas allerdings neben ihrem Ministerinnen-Amt auch das der SPD-Parteivorsitzenden aufgibt, überrascht dann doch, denn Rücktritte aus der Parteiführung sollten sich eigentlich dem Einfluss einer konkurrierenden Partei wie der CDU entziehen.
Aber gleichwohl verdient eine solche Entscheidung immer Respekt. Auch der von Willy Brandt als Grund für seinen Rücktritt als SPD-Parteivorsitzender im Jahre 1987 genannte Vorgang erschien vielen Zeitgenossen als unangemessen und war es auch; doch verbarg sich dahinter eine grundlegende Entfremdung zwischen Partei und Vorsitzendem.
Bärbel Bas blieb von Beginn dieser Koalition an eine Fremde im Betrieb. Mit der Hauptschülerin und Betriebswirtin tritt eine Vertreterin aus der alten Arbeiterschaft zurück, deren Zeit gerade zu Ende geht, eine Ausnahme auch im Führungspersonal der Sozialdemokraten. Das Dienstleistungsproletariat der Gegenwart, die Amazon-Boten und Uber-Fahrer, ist anders als die Betriebsrätin und Gewerkschafterin nicht mehr organisiert.
Das bekam sie auch im Parlament zu spüren, weniger in ihrer Zeit als Parlamentspräsidentin, aber als Ministerin und Parteivorsitzende. Nur sieben weitere Abgeordnete haben einen vergleichbaren Bildungsweg wie Bärbel Bas. Robert Pausch hat vor einigen Monaten in der „Zeit“ anschaulich und bedrückend über die Häme und Herablassung geschrieben, die sie erfuhr: https://www.zeit.de/…/baerbel-bas-spd-arbeit-sozial….
Ob die CDU nun mit Manuela Schlesig, ihrer möglichen Nachfolgerin als SPD-Parteivorsitzende, glücklicher wird, darf aus guten Gründen bezweifelt werden.
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