Bayerische Staatsgemäldesammlungen | Meisterwerke aus der Neuen Pinakothek in der Alten Pinakothek und der Sammlung Schack

Friedrich Overbeck, Vittoria Caldoni, 1821 Öl auf Leinwand, 89,5 x 65,8 cm © Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Neue Pinakothek, München/ Wittelsbacher Ausgleichsfonds (WAF) Quelle: Pinakothek

PRÄSENTATION AB 25. JULI 2019

Von Goya bis Manet – Das 19. Jahrhundert in der Alten Pinakothek

Eine gute Nachricht für alle, die die Neue Pinakothek vermissen: Ab dem 25. Juli werden die Hauptwerke des 19. Jahrhunderts in der Alten Pinakothek wieder zu sehen sein. Unter dem Titel „Von Goya bis Manet. Das 19. Jahrhundert“ umreißen rund 90 Gemälde und Skulpturen das Spektrum vom ausgehenden 18. bis zum beginnenden 20. Jahrhundert. Die begrenzten Räumlichkeiten im Erdgeschoss Ost, in denen zuletzt die großen Altäre u. a. Michael Pachers zu sehen waren, fokussieren dabei auf einige wenige Themen und Situationen des an Umbrüchen so reichen Jahrhunderts, ermöglichen zugleich aber auch neue Konstellationen und unerwartete Begegnungen.

So treffen im großen Mittelsaal am ehemaligen Klenze-Portal Porträts aus der Zeit des Klassizismus bis zur anbrechenden Moderne aufeinander. Den scharf beobachteten Bildnissen Goyas und der naturnahen Inszenierung der englischen Upper Class in den Porträts von Thomas Gainsborough und Thomas Lawrence steht Édouard Manets kühl distanzierender Realismus und die Darstellung einfacher Menschen bei Edgar Degas gegenüber. Der monumentale Klassizismus Antonio Canovas kommuniziert mit dem verträumten Symbolismus Georges Minnes im angrenzenden Kabinett, während im anschließenden Saal die Werke van Goghs, Klimts, Segantinis u. a. den radikalen Bruch mit tradierten Sehgewohnheiten markieren.

Im Saal der deutschen Romantiker tritt die retrospektive Malerei der Nazarener in Rom zusammen mit der Innenschau Caspar David Friedrichs in Dresden und dem mit malerischer Bravour vorgetragenen Realismus Carl Blechens in Berlin auf. Im Kabinett der französischen und englischen Romantiker und frühen Realisten begegnen sich die literarische Romantik Eugène Delacroix‘ und die empirische Naturerkundung bei William Turner und John Constable. Wilhelm Leibl und sein Kreis folgen den Spuren Gustave Courbets und der Schule von Barbizon, während Max Liebermann, Lovis Corinth und Max Slevogt die Aufbruchstimmung der Moderne in Berlin um 1900 repräsentieren.

Sehnsucht nach dem Süden – Das 19. Jahrhundert in der Sammlung Schack

Der zweite Schauplatz für die Neupräsentation des 19. Jahrhunderts ist die Sammlung Schack. Insgesamt 35 Gemälde aus der Neuen Pinakothek sind nun im Haus an der Prinzregentenstraße zu sehen. Sie bereichern die dort vorhandenen Schwerpunkte in der Malerei der Romantik und der Deutsch-Römer. Zu den wichtigsten jetzt in der Sammlung Schack ausgestellten Werken gehören Franz Ludwig Catels „Kronprinz Ludwig in der Spanischen Weinschänke zu Rom“, Joseph Stielers Goethe-Bildnis, Moritz von Schwinds „Eine Symphonie“, Arnold Böcklins „Pan im Schilf“, Anselm Feuerbachs „Abschied der Medea“ und nicht zuletzt Carl Spitzwegs „Armer Poet“.

Die Neue Pinakothek gründet auf der Sammlung Ludwigs I., der ein begeisterter Italienreisender und glühender Philhellene war. Das Interesse an den Kulturen des Mittelmeerraumes, an Italien und Griechenland, verbindet ihn mit dem Sammler Graf Schack. In beiden Sammlungen ist die romantische Sehnsucht nach dem Süden ein bestimmendes Thema. Die Schließung der Neuen Pinakothek ermöglicht es nun, bedeutende Werke aus der Sammlung Ludwigs I. mit den Bildern der Sammlung Schack zu vereinen und damit das Thema der deutschen Italien- und Griechenlandbegeisterung in einer neuen, einzigartig dichten Auswahl vor Augen zu führen.

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Friedrich Overbeck, Vittoria Caldoni, 1821

Öl auf Leinwand, 89,5 x 65,8 cm

© Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Neue Pinakothek, München/

Wittelsbacher Ausgleichsfonds (WAF)