Buddhistische Kulthöhlen entdeckt

Sieben Höhlen wurden im Sanjay Gandhi National Park, an der nördlichen Stadtgrenze von Bombay (Mumbai) entdeckt. Sie dienten offenbar als buddhistische Viharas, Wohnstätten für Mönche, doch lediglich eine der Höhlen zeigt Überreste einer buddhistischen Stupa. Es ist möglich, daß sie vor den nahe gelegenen und bereits bekannten Kanheri Höhlen konstruiert worden sind, und als Unterkünfte der Mönche während der Monsunzeit dienten. Das Archaeological Survey of India hält sich zwar mit einer offiziellen Verlautbarung noch zurück, doch das Team, welches die Höhlen entdeckt hat, datiert sie auf einen Zeitraum zwischen dem 1. Jahrhundert v. Chr. Und dem 5. Bis 6. Jahrhundert n. Chr. Die Entdeckung der Höhlen gelang einem drei Mann starken Team unter der Leitung von Suraj Pandit, dem Leiter des Departments für frühe indische Kulturen.

„Die neu entdeckten Höhlen sind von einfacherer Form als der Kanheri Komplex, und weisen keinerlei Wasserspeicher oder Zisternen auf, wie wir sie aus Kanheri kennen. Wir fanden Steinwerkzeuge, wie sie noch im 1. Jahrhundert v. Chr. In Gebrauch gewesen sind. Das Fehlen von Wasserzisternen deutet darauf hin, daß die Höhlen den Mönchen während der Zeit des Monsuns Unterschlupf geboten haben“, meint Pandit.  

 Die Entdeckung der sieben neuen Höhlen geschah nicht etwa zufällig, sondern war das Ergebnis langer und sorgfältiger Vorbereitung. Das Team studierte 3 Monate lang topographische Karten und Luftaufnahmen der Gegend, um mögliche Wasserquellen zu finden, da die meisten buddhistischen Viharas in der Nähe von Bächen oder Quellen errichtet worden sind. Die Kanheri Höhlen, welche aus dem 1. Jahrhundert v. Chr. bis 10. Jahrhundert n. Chr. stammen, sind bekannt für ihr ausgefeiltes Drainage- und Wassersammelsystem. 

Außerdem wurden für die Recherchen antike Pali-Texte und über 150 Jahre alte Berichte von Reisenden herangezogen, welche vom Vorhandensein der Viharas berichteten. Die Berichte wiesen auf Fundstellen steinerner Werkzeuge hin, welche das Team nach und nach untersuchte, und dabei auf die noch unentdeckten Höhlen stieß. Eine Ausgrabung des weitläufigen Systems wird in Abstimmung mit der Leitung des Nationalparks derzeit vorgenommen. Weitere interessante Funde sind nicht ausgeschlossen.

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Thomas Ritter, 1968 in Freital geboren, ist Autor und freier Mitarbeiter verschiedener grenzwissenschaftlicher und historischer Magazine. Thomas Ritter hat zahlreiche Bücher und Anthologien veröffentlicht. Außerdem veranstaltet er seit mehr als zwanzig Jahren Reisen auf den Spuren unserer Vorfahren zu rätselhaften Orten sowie zu den Mysterien unserer Zeit. Mit seiner Firma „Thomas Ritter Reiseservice“ hat er sich auf Kleingruppenreisen in Asien, dem Orient, Europa und Mittelamerika spezialisiert. Mehr Informationen auf: https://www.thomas-ritter-reisen.de Nach einer Ausbildung zum Stahlwerker im Edelstahlwerk Freital, der Erlangung der Hochschulreife und abgeleistetem Wehrdienst, studierte er Rechtswissenschaften und Geschichte an der TU Dresden von 1991 bis 1998. Seit 1990 unternimmt Thomas Ritter Studienreisen auf den Spuren früher Kulturen durch Europa und Asien.