Corona – Filmbranchennews #22

MIT "Kino in Zeiten von Corona 4" von Elisabeth Nagy

Bild von h kama auf Pixabay. Freie kommerzielle Nutzung.

Allmählich wird auch außerhalb der Künste erkannt, dass die Finanzhilfen an vielen vorbeigehen. Die versprochene „schnelle und unbürokratische Hilfe“ bedeutet für Freischaffende und Projektarbeiter oft: Hartz IV. Und in Nordrhein-Westfalen denkt darum auch schon die SPD-Opposition an eine Art „vorübergehendes staatliches Grundeinkommen“.

Die Brancheninfos erscheinen gleichzeitig auch auf unserem Blog out-takes zum Nachlesen.

„Frust, Wut und Fassungslosigkeit“ titelte gestern abend die „Süddeutsche Zeitung“, nachdem sie näher auf die „unbürokratische Hilfe von Bund und Ländern“ geschaut hatte: Freischaffende Künstler*innen erhalten meist keine. Die meisten werden ans Hartz IV verwiesen.

Die Zahl der Anträge auf Hartz IV wächst stark, meldete die „Süddeutsche Zeitung“. Etwas untertrieben: Im Jobcenter Fürstenfeldbruck, das die Zeitung als Beispiel anführt, haben sich die Neuanträge versechsfacht! Wer wegen der Corona-Krise ohne Einkommen ist, soll allerdings von den strengen Regeln der „Grundsicherung“ ausgenommen sein: Keine Maßnahmen, keine Kürzungen, keine Vermögensprüfung – rückwirkend zum 1. März und bis 30. Juni.
Aus diesem Anlass nochmals die Links zur Kurzumfrage zur Situation der befristet Angestellten in der Filmbranche und zur Petition zum ALG1.

Verwertungsgesellschaften kassieren Hunderte Millionen Euro – doch kleine Labels und Kreative fühlen sich benachteiligt. „Die GVL sitzt auf dem Geld der kleinen Musiker“, schreibt der „Spiegel“.
Betroffen sind aber nicht nur Musiker. Der Schauspieler und Synchronsprecher Frank Röth hatte schon vor Wochen in einem Offenen Brief die GVL kritisiert, sie sitze „seit langem auf einem hohen dreistelligen Millionenbetrag, der uns Künstlern zusteht und längst hätte ausgeschüttet werden müssen.“ Die Antwort zitierte er zwei Tage später. 

„Enttäuschend“ findet der Bundesverband Locationscouts (BVL) die Hilfsprogramme von Bund und Ländern. Die Kritik teilt auch die SPD-Opposition im Landtag von Nordrhein-Westfalen. „Eine Rückkehr zum normalen Publikumsbetrieb wird auf absehbare Zeit nicht möglich sein“, selbst wenn Schutzmaßnahmen in anderen Arbeitsbereichen greifen, antwortete deren Kulturpolitischer Sprecher Andreas Bialas dem Verband: „Wir können daher nicht in Tagen oder wenigen Wochen denken, wir müssen in einer die Krise überbrückenden Zeit von mindestens 15 Monate planen.“
Der beste Weg bleibe „quasi ein vorübergehendes staatliches Grundeinkommen für Künstler*innen in von ihnen nicht zu verantwortenden Krisenzeiten.“ Die NRW-Soforthilfe von 2.000 Euro diene als Übergang zu längerfristig greifenden Regelungen. Etwa 17.000 Anträge seien gestellt worden, „nur ein kleiner Teil“ konnte bedient werden. Klärung bräuchten auch die Regelungen des Wirtschaftsministeriums auf Bundesebene, die bislang Lebenshaltungskosten nicht als betriebliche Ausgaben anerkennen.
„Ein Rückfall auf die Ebene des ALG2 ist nicht wünschenswert“, schreibt Bialas. „Wenn überhaupt, dann müssen folgende Bedingungen gelten: 
# Keine Anrechnung im Falle von Bedarfsgemeinschaften 
# Schnelle unbürokratische Hilfe 
# Keine umfassende Prüfung der Vermögensverhältnisse, auch nicht nachträglich 
# Keine Anrechnung eigenen Vermögens, Rücklagen, Ersparnisse, etc. 
# Sicherstellung von Beiträgen beziehungsweise Anrechnung der Ausfallmonate für die Künstlersozialkasse (KSK).“
Auch die kommunalen Rettungsschirme müssten entsprechend ausgestattet werden, um die kulturelle Infrastruktur zu erhalten.

„Alle fahren nur auf Sicht“. Mancher hätte sich bei den Lockerungen mehr gewünscht. Aber die Kommentatoren sind sich einig: Es geht nur mit Augenmaß. In einem wichtigen Punkt allerdings gibt es Kritik. Pressestimmen zur Lockerung des Shutdowns.

Fragen, nachfragen, hinterfragen: Die Corona-Pandemie macht in Deutschland zunehmend bewusst, wie wichtig Journalismus für eine demokratische Gesellschaft erst recht dann ist, wenn die Regierung Grundrechte einschränkt, um eine Krise zu bewältigen. Wie erfüllt Journalismus diesen Auftrag? Wie verändert er sich selbst durch die Krise? Eine Einschätzung aus medienethischer Perspektive.

Wird durch Corona mehr Fernsehen geschaut? Und vor allem: Sind eher Unterhaltungssendungen besonders gefragt – oder Ablenkung? Dazu liegt nun eine erstaunliche Studie vor.

„Ach, nur Leute mit Vorerkrankungen tot? Ihr wisst schon, dass die auch leben wollen?“ fragt der „Volksverpetzer“ vorsichtshalber nochmal nach .

Belgiens Corona-Statistik ist schlechter als die seiner Nachbarländer im Norden und Osten. Offenbar hatte es das Land zu gut gemeint mit seiner Erfassung der Corona-Fälle. Und will jetzt anders zählen.

Kritik an der „Heldenberichterstattung“ über mutige Pflegekräfte, die sich aus Liebe für die Gesellschaft aufopfern, übt der Deutschlandfunk: Das lenke von dem ab, was wirklich wichtig sei: „Weniger Glorie, mehr Gehalt.“

„Risikogruppen“ zu isolieren, damit das normale Leben für die anderen weitergehen kann – die Idee kursiert seit einigen Tagen, schreibt Katrin Langensiepen, EU-Abgeordnete der Grünen und Sprecherin der Bundesarbeitsgemeinschaft Behindertenpolitik. Gegen diese „Spaltung der Gesellschaft und Isolierung von Risikogruppen“ hat sie eine Petition gestartet: „Als Gesellschaft müssen wir zusammenhalten und das Virus gemeinsam bekämpfen.“ Mehr als 20.400 haben #wirlassenunsnichtspalten bereits unterschrieben.

Die Krise setzt auch den Finanzmärkten zu. „Prompt geistern Nachrichten durch die Medien“, die zu Verunsicherung führen könnten, was sie Altersversorgung betrifft, schreibt die Pensionskasse Rundfunk: In ihrem Falle bestehe kein Grund dafür.

„Damit Berlins Film- und Medienlandschaft unabhängig, bunt und lebendig bleibt“, gibt es das Soforthilfeprogramm IV. 30 Millionen Euro stehen für kleine und mittlere Unternehmen als Kredit bereit, die nicht regelmäßig oder nicht überwiegend öffentlich gefördert werden und besonders hart von der Corona-Krise getroffen sind. Neben Galerien, Theatern, Ensembles oder Clubs und auch Independent-Kinos und private Medien angesprochen. Durchschnittlich rund 25.000 Euro (und maximal 500.000 Euro) soll es geben.

Das Autokino erfährt in Zeiten der Corona-Pandemie eine noch nie dagewesene Renaissance, berichtet „Blickpunkt Film“. Plötzlich ist diese nostalgische Art des Filmeschauens die ideale Form, um vor der Leinwand zusammenzukommen – und führt zu zahlreichen Neugründungen.

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) sieht die Medienunternehmen in der Pflicht, bei Kurzarbeit ihre Beschäftigten zu unterstützen. Sie sollten das Kurzarbeitergeld auf 90 Prozent aufzustocken, sofern keine wirtschaftliche Schieflage entstehe.

Die „Neue Zürcher Zeitung“ blickt romantisch auf die Isolation: „Die Filmgeschichte ist gespickt mit Stars, die sich freiwillig in Quarantäne begaben. Diese wussten: Der Rückzug ist entscheidend, damit noch die Nachwelt die Aura des Mysteriums verspüren kann.“

Wie die Fernsehmoderatorin Sonja Zietlow mit Facebook-Posts zum Corona-Virus irritiert und auch in rechten Verschwörungskreisen gefeiert wird.

US-Präsident Donald Trump gibt der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Schuld an der Ausbreitung des Corona-Virus und stoppt die Zahlungen an die UN-Organisation.
Tatsächlich hat die WHO bei vorangegangenen Pandemien wie Ebola und Schweinegrippe viel falsch gemacht, berichtete der Deutschlandfunk schon vor fünf Jahren. Man müsse aber auch sehen, dass gerade die Mittel für die Seuchenbekämpfung „in den letzten Jahren heruntergefahren worden sind“, erklärte da Thomas Gebauer von der Hilfs- und Menschenrechtsorganisation „Medico International“: Die WHO sei zum Spielball von Business-Interessen geworden – die bestimmten, wofür Geld ausgegeben werde. Das stellten auch Arte vor zwei Jahren und die „Taz“ vor einem Jahr nochmal fest.
Nur ein Fünftel ihres Budgets erhält die UN-Organisation von den Mitgliedsstaaten, den Hauptanteil geben private Spender. In den 1970er Jahren war das Verhältnis noch umgekehrt, besagt eine Sachstandsbeschreibung der Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestags vom März vorigen Jahres. Diese Verschiebung hatten die USA selbst angestoßen, als sie 1993 die Pflichtbeiträge einfrieren ließ.
Die USA sind zwar immer noch der größte Einzelgeldgeber, gleich darauf folgt allerdings schon die Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung. Über die Spenden kann die WHO jedoch nicht frei verfügung, sondern sie sind nach dem Willen der Spender „immer nur zweckgebunden“, so Gebauer: „Der Gesundheitsbereich ist der wahrscheinlich wirtschaftsstärkste in der Welt. Es werden sechs bis sieben Billionen Dollar weltweit für Gesundheit aufgewandt pro Jahr.“ Was dies für die Weltgesundheit bedeutet, erklärte die „Frankfurter Rundschau“ vor einem Jahr.

Zur Bekämpfung der Pandemie wäre internationale Kooperation gefordert. Stattdessen denken die Regierungen weltweit vor allem an sich selbst – und verschärfen so die Probleme.

Die Pest war eine der größten Katastrophen der Menschheitsgeschichte. Trotzdem hat sie langfristig der wirtschaftlichen Entwicklung genutzt. Kein schönes Szenario beschreibt die „Süddeutsche Zeitung“ über die paradoxen Spätfolgen von Seuchen.

Und nun zum Thema Afrika: Alles sehr schlimm. Die Berichterstattung über einen Kontinent ist „mangelhaft“, schreibt das Online-Magazin „Übermedien“.

Die Krise als Kammerspiel: Rita findet ihren neuen Nachbarn hinreißend schön – doch wie kann sie seine Aufmerksamkeit auf sich lenken? „Corona zu zweit“ zeigt eine tragikomische Begegnung zweier Menschen, auf sich zurückgeworfen in ihrer häuslichen Umgebung. Das wahnwitzige Stück des Theater Gütersloh zur Krise ist als Videoproduktion online und umsonstzu sehen.

Inspirieren will die MFG Baden-Württemberg: Durch die Kampagne #bwbleibtkreativ sollen die Kreativen im Land „neue Ideen entwickeln (oder aus den Schubladen holen) und gemeinsam Allianzen formen.“ Mit Bewegtbild, Instagram-Storys, Podcasts und redaktionellen Beiträgen sollen sie zeigen, wie sie ganz individuell mit der neuen Lage umgehen – dass vielen „das Wasser bis zum Hals steht, wird dabei deutlich werden.“ Dennoch solle auch nach vorne geblickt werden und „all das Neue, das aktuell entsteht.“ Die Interviewreihe „Kreativ Arbeiten in Krisenzeiten“ vertieft einzelne Themen, der Instagram-Kanal der MFG soll zum Marktplatz für die Kreativen werden.

Menschen näher zusammenbringen und Momente der Schönheit einfangen will die Social-Plattform #showbeautytotheworld. Ausgedacht haben sich das der Hamburger Werbefilmregisseur Niels Thomsen und Creative Producer Anastasia Konovalova mit der Kreativproduktion Buzz’n’Fury: Menschen sollen Dinge im Netz teilen, „die sie an unserer Welt lieben. Somit sollen Gespräche entzündet werden über eine Welt, in der wir alle gerne leben möchten. Das Ergebnis des Experiments wird in einem Film zu sehen sein, der aus den Beiträgen zusammengeschnitten wird.“ Seit gestern lassen sich Videos auf die Plattform und auf Instagram hochladen. Einsendeschluss ist Ende Mai. 

So viel für heute. Es folgen die Filmtipps und dann die „Gedanken in der Pandemie“.

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Kino in Zeiten von Corona 4

Die Streams der Woche. Von Elisabeth Nagy

Es steht wohl fest, so schnell werden die Kinos nicht öffnen können. Die Kontaktbeschränkungen gelten zuerst einmal bis zum 3. Mai. Bald werden wohl die Startverschiebungen für die nächsten Wochen bekannt gegeben werden. Man schaut bei den KollegInnen in die Blogs, ob die schon mehr wissen. Eine Agentur hat gerade erst ein Rundschreiben an alle KollegInnen raus geschickt, dass sie trotz fehlender Kinostarts den Kontakt halten möchten. Für Fragen stünden sie jederzeit zur Verfügung. Andere Verleiher vermelden gar nichts. Hat man da eine Email verpasst? Setzt eine Art von FoMO ein, eine Angst, etwas an News zu verpassen? Den Einstieg wohlmöglich, wann es weitergehen wird? Angst, etwas zu verpassen hat man bei dem reichhaltigen Angebot, dass man per Streaming inzwischen erreichen kann. Was ist wo verfügbar? Wer macht welche Archive frei zugänglich? Und wann gucke ich das alles? Gucke ich es gleich oder morgen oder übermorgen oder überhaupt? Kommt man überhaupt noch zum Filme schauen? Die Vorzüge von Film im Kino sind immer klarer benennbar. Kino schaut man nicht nebenbei. Kino ist eine bewußte Entscheidung.
Darum ist ein Zeitrahmen, den Verleiher oder Archive für das aktuelle Angebot ihrer Filme kommunizieren sinnvoll. „Ach, das kann ich mir immer noch anschauen“, ist meist der Vorbote von, „ich mache doch lieber etwas anderes.“ Ein neues Hobby pflegen, zum Beispiel.

Das „Arsenal“-Kino in Berlin geht in die fünfte Lockdown-Woche. Jede Woche und nur für die entsprechende Woche, beziehungsweise neuerdings zwei Wochen stellen sie eine Auswahl an Filmen zur Sichtung frei. Der eine oder andere Titel bekommt eine Verlängerung, aber man muss schon dran bleiben. Kann man diese Woche noch Ulrike Ottingers „Freak Orlando“ anschauen, so wird zwischen dem 17. April und 1. Mai der dritte Film der Berlin-Trilogie, „Dorian Gray im Spiegel der Boulevardpresse“, verfügbar sein. Mit im Angebot ist „Sullivans Banken“ von Heinz Emigholz. Desweiteren kann man eine Betrachtung über Harun Farocki, „Harun Farocki – Zweimal“ von Ingo Kratisch und Lothar Schuster anschauen. Spenden sind bei Sichtung immer noch willkommen, um den FilmemacherInnen Lizenzen zahlen zu können. Die Auswahl an Titeln ist dabei nicht zufällig, sondern mir Sorgfalt vorgenommen. In der Meldung heißt es: „Die Filme, die wir im Arsenal 3 zeigen, stammen größtenteils aus unseren eigenen Verleihbeständen. Aus einem Pool an Filmen heraus zu kuratieren, der vor einem liegt, ist eine spannende neue Herausforderung. Denn statt Filme für ein Programm oder eine Ausstellung zusammenzutragen, setzen wir die, die schon da sind, in ein Verhältnis zueinander. Das ermöglicht einen neuen Blick auf unsere Sammlung, übrigens auch hinsichtlich der Frage, was digital vorliegt und was nicht, und wie eingeschränkt digitale Programme ohne Zugriff auf analoge Filme sind.“

Wer alte Werke von Harun Farocki und Heinz Emigholz anschauen möchte, kann das Archiv der DFFB aufrufen. Dort sind alte Studentenwerke aus den 60ern zugänglich. Hartmut Bitomskys „3000 Häuser“. Harun Farockis „Der Wahlhelfer“, von Wolfgang Petersen ist „Ich nicht“ dabei, von Helke Sander „Brecht die Macht der Manipulateure“ und Daniel Schmids „Miriam“ gehört auch dazu. „Schmetterlinge“ von Wolfgang Becker sowie „Hopnick“ von Detlev Buck oder „Ostwärts“ von Christian Petzold. Die Auswahl ist chronologisch geordnet und reicht bis 2010 mit „Manolo“ von Robert Bohrer oder „Jessi“ von Mariejosephin Schneider.

Einen „alten Film“ holt auch der Salzgeber Club in sein aktuelles Streaming-Portal: „Taxi zum Klo“. Frank Ripploh war Lehrer, machte aber aus seiner Homosexualität keinen Hehl. Sogar auf dem Cover vom „Stern“ landete er. Das war dann der Schulbehörde doch zu viel. Es kostete ihm die Laufbahn. 1980 drehte er „Taxi zum Klo“, in dem er sich, frei nach seinem eigenen Leben, selbst spielte. So offen er mit seiner Sexualität umging, war auch der Film sehr freizügig. Womit er natürlich umso mehr aneckte in der bundesrepublikanischen Gesellschaft. Einerseits, andererseits wurde die Tragikomödie auf dem Hofer Filmfest gefeiert und beim „Max-Orphüls-Preis“ prämiert. „Taxi zum Klo“ wurde zum Kultfilm. Der Verleih Salzgeber hat den Film zum 40. Jubiläum digital restauriert und bringt ihn jetzt exklusiv im Salzgeber Club.

Rapid Eye Movies: Auch der Kölner Verleih stellt nach und nach Filme aus ihrem Archiv on-Demand auf ihrem Vimeo-Portal zur Verfügung. Die Filme kann man ganz normal kaufen oder sich für 48 Stunden ausleihen. Dazu gehört ab heute auch „Searching For Sugar Man“. Ende der 60er Jahre, in der Industriestadt Detroit singt Sixto Rodriguez den Blues, von Arbeiterproblemen und unerfüllten Träumen. Er hätte Bob Dylan Konkurrenz machen können, doch so kam es nicht. Nur in Südafrika an hatte seine Platte dank der sozialkritischen Texte Kultcharakter, wurden zu Hymnen der Anti-Apartheid-Bewegung und der Sänger genoss den Ruhm eines Elvis Presley. Aber keiner wusste Genaueres über ihn. Zwei Besessene machten sich auf die Suche, der Wahrheit auf die Spur zu kommen. 
Inzwischen gab es das Internet und tatsächlich meldete sich eine Frau, die behauptet die Tochter von Rodriguez zu sein. Der schwedische Regisseur Malik Bendjelloul puzzelt die Interviews mit Wegbegleitern zusammen und ist dann von der Auflösung ebenso überrascht.

Grandfilm erweitert sein Vimeo-Portal kontinuierlich mit Filmen aus dem Archiv. Seit dieser Woche kann man zum Beispiel den „Schatz“ von Corneliu Porumboiu anschauen, dessen „La Gomera – Verpfiffen und verraten“ kurz vor dem Lockdown startete. Der Familienvater Costi hilft seinem Nachbarn bei der Suche nach einem in dessem Garten verstecktem Schatz. Geduldig verfolgt Porumboiu das Herumstochern in der Erde und erzählt dabei nicht nur von politischen und gesellschaftlichen Zuständen Rumäniens, sondern verwebt eine märchenhafte Auflösung mit hinein, die von Hoffnung zeugt.

Brancheninfo von crew-united und cinearte, erschienen auf out-takes

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