Greta Thunberg, das Braunkohle-Loch und ein Gipfeltreffen in New York

Heilige kühe

Foto: Stefan Groß

Klima-Küken Greta Thunberg, die demnächst an Bord einer Yacht zu einem Gipfeltreffen nach New York chauffiert werden wird, unterzog sich jüngst der Widrigkeit, ein ordinäres Braunkohle-Loch im Hambacher Forst zu besichtigen. Und was fiel der kleinen Muffelschnute dazu ein?

„Es war so gewaltig, so verheerend und es macht mich irgendwie traurig.“

Das übliche Gestammel also. Es spricht für sich. Soll heißen: für einen Menschen, der jenseits eigener Interessen und Narzissmen gar nichts mehr gelten lässt und kaum in den schrägen Blick bekommen möchte, was den ehrgeizigen Anmaßungen im Ansatz abträglich sein könnte. Das hätte ihr nämlich, eine gewisse Bildung, vor allem: Empathie und Verständnis vorausgesetzt, vielleicht auch noch, nebst des allzu lieb gewonnenen, autistischen Einzig-Themas dortselbst auf- oder einfallen können, jenseits des bloßen Augenscheins also, mit dem sie nicht vorhandene Gefühle vortäuschte? Vielleicht dies: Das es – unter anderem – der dreckige, gewiss ganze Landstriche verheerende Braunkohleabbau war, dem die Völker Europas und der Welt, vor allem die Angehörigen der niederen Schichten, den ersten bescheidenen Wohlstand verdankten, dessen Grundlagen übrigens, perspektivisch betrachtet, auch dafür sorgten, das sich Klein-Greta heute, ungestört von lästiger Daseinsvorsorge, um ihr hehres Hobby kümmern kann.

Wohlstand fällt nicht vom Himmel. Wohlstand festigt sich über die entsprechenden Vorläufe. Deren Spätfolgen man ruhig kritisieren soll. Freilich: Nichts anderes als eben letzteres interessierte die Katastrophen-Touristin. Nichts außerdem. Sie wusste vorher schon ganz genau, was zu sagen war – was man von ihr erwartete. So konnte oder wollte der Göre nicht in den Sinn kommen, dass in der von ihr beklagten Schlammwüste Menschen geschuftet und gelitten haben, damit es ihnen und uns allen einst ein wenig besser ginge. Derlei menschliche und gesellschaftliche Zusammenhänge bleiben unerwähnt, weil ihnen der passende Stallgeruch fehlt. Der Mief des derzeit einzig guten Gewissens. Nur der soll, bis zum Erbrechen, inhaliert werden.

Was neben dem Fetisch Klima eine Rolle spielt oder erwähnenswert bleibt, interessiert das Mädel also gar nicht. Da ist sie stur. Darin ähnelt sie der übellaunigen Carola Rackete, die jüngst in einer Hofberichterstattung des ZDF eher lässig zu verstehen gab, das ihr die Ängste und Sorgen der kleinen Leute in Italien so ziemlich am Arsch vorbei gehen, auf dem sie saß wie eine blasierte Pomeranze. Unerträglich diese Menschen. Und natürlich unverbesserlich.

Hüten wir uns vor solchen Spaßbremsen. Mit finsterer Miene, unversöhnlich und unverdrossen, exekutieren sie ihre Ideale. Und übrigens ohne Rücksicht auf Verluste. Thunberg und Rackete sind es: tief humorlose, eiskalte Menschen. Vor allem, wenn man sie so ernst nimmt, wie sie ernst genommen werden wollen.

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Nathan Warszawski
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Dr. Nathan Warszawski (geboren 1953) studierte Humanmedizin, Mathematik und Philosophie in Würzburg. Er arbeitet als Onkologe (Strahlentherapeut), gelegentlicher Schriftsteller und ehrenamtlicher jüdischer Vorsitzender der Christlich-Jüdischen Gesellschaft zu Aachen.