Jeremy Musson: Die geheimen Häuser der Cotswolds

Englandfahne Foto: Stefan Groß

Jeremy Musson: Die geheimen Häuser der Cotswolds, Gerstenberg, Hildesheim 2019, ISBN: 978-3-8369-2156-5, 28 EURO (D)

Die Cotswolds waren im Mittelalter zur Zeiten der Tudors und der Stuarts von großem Wohlstand geprägt, was sich im Bau wohlhabender Herrenhäuser, Villen und Burgen niederschlug. Ende des 19. Jahrhunderts entdeckten viele Künstler und Schriftsteller die romantisch anmutende Gegend als Rückzugsort. 

20 der schönsten Privatresidenzen, in denen schon Kinofilme und Fernsehserien gedreht wurden, wurden von Jeremy Musson und dem Fotografen Hugo Rittson-Thomas besucht. Hier stellen die Geschichte, Architektur, Einrichtung und Besitzer der Residenzen vor: „Die meisten der hier vorgestellten Häuser befinden sich in Privatbesitz und sind daher nicht öffentlich zugänglich. Dieses Buch bringt sie nun einem breiteren Publikum nahe. Bei jedem Anwesen gehen wir kurz auf die Architekturgeschichte ein und beschreiben seine besonderen Merkmale. Zudem lassen wir die Eigentümer zu Wort kommen, die erzählen, wie sie zu dem Anwesen gekommen sind und wie es sein heutiges Ansehen erlangt hat.“ (S. 7)

Dort kann man zum Beispiel das verborgen gelegene Chavenage, das von dem Adeligen Thomas Seymour nach dem Auflösen eines Klosters als Herrenhaus im Tudor-Stil weitergeführt wurde. Das Haus besitzt einen schönen Parkettsaal, einem Billardzimmer und den prunkvollen Oak-Room, der als Salon dient, sowie dem mit alten Wandteppichen besetzten Cromwell Room. 

Oder das zwischen Birkenwäldern und Schafweiden gelegene Owlpen Manor mit einem Bankettsaal aus dem 16. Jahrhundert, vielen historischen Einrichtungsgegenständen und einen gepflegten Terrassengarten, der von dem Glanz früherer Epochen zeugt. 

Eindrucksvolle Einblicke und Reportagen liefert dieses Buch in einer der schönsten Gegenden der Insel. Grandiose Bilder der Residenzen und der Umgebung liefert Hugo-Rittson-Thomas, die die Schönheiten und die erhaltene Pracht widerspiegeln. Ein ausführlicherer geschichtlicher Überblick der Cotswolds hätte noch mehr Zusammenhänge deutlich gemacht. Das Buch lässt insgesamt gesehen aber sich gut zusammen lesen mit dem Buch über die Gärten der Cotswolds im selben Verlag.  

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Michael Lausberg
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Dr. phil. Michael Lausberg, studierte Philosophie, Mittlere und Neuere Geschichte an den Universitäten Köln, Aachen und Amsterdam. Derzeit promoviert er sich mit dem Thema „Rechtsextremismus in Nordrhein-Westfalen 1946-1971“. Er schrieb u. a. Monographien zu Kurt Hahn, zu den Hugenotten, zu Bakunin und zu Kant. Zuletzt erschien „DDR 1946-1961“ im tecum-Verlag.